Ausfälle wiegen schwer

7
Auf dem Weg zum Korb: Marija Ilic (BC Neu-Isenburg)

NEU-ISENBURGER BASKETBALLERINNEN UNTERLIEGEN IM VERFOLGERDUELL DEM TV LANGEN

-Anzeigen-

Neu-Isenburg – 2016 reaktivierte der BC Neu-Isenburg seine Frauenmannschaft. Und seitdem geht es bei den Basketballerinnen stetig bergauf.

In der Saison 2017/2018 belegten die Neu-Isenburgerinnen in der Bezirksliga den dritten Platz – und verpassten damit knapp den Aufstieg. Ein Jahr später erreichten die BC-Mädels erneut Platz drei – dieses Mal jedoch stiegen sie auf. Denn Meister FTG Frankfurt 2 blieb der Aufstieg verwehrt – weil die erste Mannschaft schon in der Landesliga Süd spielte. Somit stieg der Zweitplatzierte HTG Bad Homburg auf. Nachdem aber in der Oberliga einige Vereine ihre Mannschaften zurückgezogen hatten, wurde in der Landesliga Süd ein weiterer Platz frei – und die Neu-Isenburgerinnen rückten als weiterer Aufsteiger nach.

Während die Mannschaft gespalten war und sich Freude und Angst die Waage hielten, sagt Guido Mensinger, seit der Saison 18/19 Trainer der BC-Frauen: „Darauf habe ich hingefiebert. Weil wir technisch und taktisch die Landesliga locker spielen können. Und nach zwei Wochen hat sich auch die komplette Mannschaft gefreut.“ Denn bereits in der vergangenen Saison spielten die Neu-Isenburgerinnen eine starke Runde, lediglich „zwei ungeschickte Spiele“ (Mensinger) verhinderten den direkten Aufstieg. Mensinger hat einst in Neu-Isenburg das Basketballspielen gelernt, der BC ist sein Heimatverein, auch wenn er viele andere sportliche Stationen hatte. „Ich will dem Verein etwas zurückgeben“, nennt er den Grund für sein Engagement in der Hugenottenstadt.

Für die Landesliga setzte sich der BC mit seiner Frauenmannschaft den Klassenerhalt zum Ziel, doch schnell wurde klar, dass mehr möglich sein würde. „Wir haben sehr gute Spielerinnen dazubekommen“, verweist Mensinger auf die Ilic-Schwestern Milica, Marija und Darija. Wobei Milica (19) die Hugenottenstadt im November vergangenen Jahres wieder verließ und inzwischen beim Ligarivalen TV Langen und mit Zweitspielrecht beim Regionalligisten SV Dreieichenhain auf Korbjagd geht. Über kurz oder lang soll sie dauerhaft die Rhein-Main-Baskets in der 2. Bundesliga verstärken.

Und das ist nicht die einzige wichtige Spielerin, die den Neu-Isenburgern fehlt. Eine weitere steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung – und Ana Maria De Porres Martinez zog vor wenigen Wochen einen Kreuzbandriss zu. „Diese Ausfälle fallen schwer ins Gewicht“, gibt der Trainer zu. Überhaupt ist es ein „Kommen und Gehen“, erklärt Mensinger. Die Mannschaft ist insgesamt sehr jung, viele Spielerinnen haben gerade erst ihr Abitur bestanden, viele (wollen) studieren. Sie befinden sich alle in einer Lebensphase, in der die berufliche Orientierung und Planung im Vordergrund steht.

Die Neu-Isenburgerinnen, die am vergangenen Wochenende mit dem 61:93 (25:48) im Verfolgerduell gegen den bis dato punktgleichen TV Langen die zweite Niederlage hintereinander kassierten, wollen weiter oben mitspielen, mehr als Platz drei dürfte aber nicht mehr möglich sein. „Aber das tut nicht weh, das obere Drittel ist auch in Ordnung“, sagt Mensinger. Wichtig ist es den Neu-Isenburgern, die Jugend nachzuziehen. Die U16-Mädchen führten aktuell mit 15 Siegen aus 15 Partien überlegen die Tabelle der Landesliga Süd an und spielen in der kommenden Saison möglicherweise in der Oberliga Hessen. Erste Seniorenerfahrungen in der Landesliga sind da nicht verkehrt. Und weiter bergauf kann es in zwei, drei Jahren immer noch gehen. Ihr nächstes Spiel bestreiten die Neu-Isenburgerinnen am Samstag, 29. Februar, um 16 Uhr beim Tabellenvorletzten TG Rüsselsheim.