Weltmeisterschaften aus dem Wohnzimmer

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Gruppenfoto Team Germany
Gruppenfoto Team Germany

Robert Sinkovic gewinnt den Cycle in der Master3 Klasse

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Um die Sportstacker der Rhinemosquitos ist es im vergangenen Jahr auch ziemlich ruhig geworden. Pandemiebedingt durften auch wir nicht mehr gemeinsam trainieren und sämtliche Veranstaltungen fielen Corona zum Opfer, angefangen mit den Deutschen Meisterschaften letztes Jahr im März und der darauffolgenden Weltmeisterschaft, die in Singapur stattfinden sollte. Da aber immer noch keine Besserung in Sicht ist und Sportstacking prima auch von zu Hause aus stattfinden kann, hat sich im Laufe des vergangenen Jahres die Wettkampfszene ins Internet verlagert.

Gruppenfoto Team Germany
Gruppenfoto Team Germany

Der deutsche Verband trug seit November monatlich Online-Turniere aus und hat jetzt ein Team mit 64 Sportlerinnen und Sportler zusammengestellt, dass an der ersten Online-Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Egal ob Küche, Wohnzimmer oder Partykeller – diese WM war mal was ganz Anderes. Über Videokonferenzen wurden die einzelnen Wettkämpfe aus dem eigenen Zuhause ausgetragen und von den jeweiligen Schiedsrichtern begutachtet. Ansehen konnte man alle Wettkämpfe über diverse Livestreams. Ein großer Vorteil war, dass die Teilnehmer Flug- und Hotelkosten sparen konnten, die man in der Regel selber tragen muss. Dafür haben dieses Jahr entsprechend mehr Sportlerinnen und Sportler teilgenommen als üblicherweise. Jede Nation durfte bis zu 100 Aktive melden, was zu einer Teilnehmerzahl von über 600 Sportlern aus 27 Nationen führte. Von den Rhinemosquitos der SKG Stockstadt waren Dustin Coffey, Martina und Robert Sinkovic dabei.

Die erste große Hürde war dabei der Einzug in die Finalwettkämpfe. In den Einzeldisziplinen erreichten jeweils zehn Sportler das Finale. In Dustins Altersklasse wetteiferten alleine 32 Jungs um einen dieser wertvollen Plätze. Für die Vorrunde hatte jeder drei Tage Zeit, seine besten Zeiten auf Video aufzunehmen und beim Verband der WSSA (World Sport Stacking Association) einzureichen. Dort wurden die Videos dann kontrolliert und die Finalisten bestimmt.

Unter die Top 20 Stacker der gesamten Weltmeisterschaften hat es kein einziger Deutscher geschafft. Alleine vier von ihnen starteten in Dustins Altersklasse. Dustin erreichte in den Einzeldisziplinen die Plätze 15 (3-3-3), 14 (3-6-3) und 25 (Cycle). Dabei trennten ihn gerade mal 0,187 bzw. 0,138 Sekunden von einem Finalplatz. Im Doppel erreichte er mit seinem Partner Pablo Schleussner aus Berlin den 12. Platz. Im Staffelwettkampf schaffte es bei den Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren keine Mannschaft aus Europa ins Finale, so dominierend waren die Teilnehmer aus Asien. Dustins Team war das jüngste deutsche Team, dass den Einzug ins Finale erreichte und dort den dritten Platz belegte.

Bei den Erwachsenen sah es dann etwas anders aus. Hier verteilten sich die Siegerplätze auf alle Kontinente. Martina erreichte im Einzel zweimal den 5. Platz (3-3-3, 3-6-3) und im Cycle wurde sie 3. Gemeinsam mit ihrem Mann Robert wurde sie Vizeweltmeisterin im Doppel, wie auch schon vor zwei Jahren in Spanien. Beide schieden im Head-to-Head Wettkampf, bei dem immer zwei Stacker einer Altersklasse im K.o.-Duell gegeneinander antraten, im finalen Durchgang gegen den späteren Sieger der europäischen Region aus. Robert erreichte in den Einzelwettkämpfen einen 8. (3-3-3) und einen 7. Platz (3-6-3). In der Königsdisziplin, dem Cycle, setze er sich souverän durch und gewann den Weltmeistertitel. Mit der Staffel wurde er dann ein zweites Mal Vizeweltmeister. Insgesamt belegte das Team Germany unter Bundestrainer Timo Böhm 35 erste, 22 zweite und 17 dritte Plätze.

Da die Wettkämpfe durch die Zeitverschiebung in drei Zeitslots durchgeführt wurden, verfolgten die deutschen Teilnehmer gemeinsam in einem virtuellen Public Viewing die Livestreams der Wettkämpfe der Konkurrenz aus Amerika, die immer erst im Anschluss an die eigenen Wettkämpfe stattfanden. Da auch erst dann die Endergebnisse feststanden, konnte auch in diesem Jahr ein kleines bisschen Gemeinsamkeit beim Mitfiebern aufkommen. Dies ging durch das virtuelle Format leider etwas verloren. Alle hoffen, dass es bald wieder richtige Präsenzturniere geben wird, wo man sich in echt trifft und miteinander gegeneinander antreten kann.

Dustin im Head-to-Head Duell
Dustin im Head-to-Head Duell
Finale Master 3
Finale Master 3
Robert wird Weltmeister im Cycle
Robert wird Weltmeister im Cycle
Martinas Vorrunde
Martinas Vorrunde