PETER DINKEL: Vom ‚Wiesbadener Unikum’ zum ‚Darmstädter Original’

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Peter Dinkel - Chef des ersten Darmstädter Sozialtaxis HEINER-L(E)INER und Herausgeber des HEINER (Darmstädter Stadtillustrierte) usw. Foto (2008): Gerald Block

 

Anlässlich des plötzlichen Todes von Peter Dinkel im April d. J. veröffentlicht Gerald Block ein von ihm 2008 geführtes Interview mit Peter Dinkel.

“Kein Mensch ist mir zuvor begegnet, der so ideenreich, fantasievoll und lebensbejahend war wie unser ‚Dinkels, Peter‘ – auch wenn er manchmal etwas Eigensinn an den Tag legte (…). Nie vergessen werde ich die gemeinsamen Proben auf der Bockshautbühne – oder unsere ‚Happy Birthday, Darmstadt-CD‘, jene Sampler-Scheibe, die wir zu 675 Jahren Stadtrechte von Darmstadt produziert und veröffentlicht hatten. Unvergesslich sind auch unsere gemeinsamen kreativen Luftschlösser wie:

Der ‘Lange Ludwig (Long Lui Tower)’, den wir – für ‘Spaß in the City’ – zum Kinder-Kettenkarussell umfunktionieren wollten – oder 

Die Hochhäuser von Kranichstein, die wir mit dicken Plastikplanen (Christo lässt grüßen!) überspannen und zum Hochgebirge umgestalten wollten, auf dem rosa Kühe lustig grasen würden und, und, und.” (Gerald Block)

Interview 2008 mit Peter Dinkel: Vom ‚Wiesbadener Unikum’ zum ‚Darmstädter Original’

Humorist und Bockshautbühnen-Chef Peter Dinkel (65), geboren in Wiesbaden, lebte seit 1963 in der Stadt am Woog. Einige Zeit war der gelernte Schriftsetzer in der Textmettage des Wiesbadener Kurier tätig, später arbeitete er in der Anzeigenmettage des Darmstädter Echo. Ende der 1960er Jahre sattelte Peter Dinkel um, weil ihm während seines beruf­lichen Engagements als Anzeigenakquisiteur und Propagandist klar wurde, dass er die Gabe hatte, Menschen zu unterhalten. In den 1970er Jahren lernte er das Kabarett bei den Darmstädter „Heimleuchtern“ kennen. Und kurze Zeit später war der fixe und umtriebige Geselle als Comedian (Duo Alltagsfliegen) unterwegs. Darüber hinaus gründete Peter Dinkel das wohl kleinste Zimmertheater Hes­sens. Ende der 1980er Jahre übernahm Peter Dinkel den HEINER (Darm­stadts älteste Stadtillustrierte), war einer der Mitinitiatoren des Darmstädter Alt-Stadt-Festes und eröffnete 1993 als Comedy-Gastronom sein Restaurant namens „Fenstergucker“. 2002 zog der bekennende Heiner-Historiker mit seinem „Gastrose­um“ (Museum gastronomischer Exponate) in die Darmstädter Bocks­haut, gründete dort das Bockshautbühnchen und kutschierte ab 2003 mit dem ersten Darmstädter Cityshuttle – dem HEINER-L(E)INER – durch die Darmstädter Innenstadt.

Peter, stimmt es, dass du den größten Teil deiner Kindheit in Kinder­heimen verbracht hast?

PETER DINKEL: Ja. 1946, nach dem Tod meiner Mutter, begann für mich, ich war gerade mal 4 Jahre, eine regelrechte Tour durch Waisenhäuser. Weil mein Vater es nicht schaffte, uns fünf Kinder zu versorgen, wurden wir vom Jugendamt in verschiedene Heime vermittelt. Zehn lange Jahre lebte ich in diesen Einrichtungen, und gegen Ende dieser Zeit hatte ich das Gefühl, dass diese immer mehr zu Kinderzuchthäusern mutiert sind. (…) Als ich mich mal um die Hausaufgaben drücken wollte, verriet dies ein Mitschüler der „Mutter Nonne“, die mich daraufhin fürchterlich mit einem Riemen ver­prügelte, mit dem Kopf die Wand entlang das Treppenhaus hinunterzerrte und anschließend die Nacht draußen vor der verschlossenen Haus­tür verbringen ließ. (…) Die einzig schönen Dinge waren für mich da­mals die Feldarbeit und abendliche Spaziergänge. (…) Mit 14 schrieb ich erste kleine humoristische Geschichten, was mir bei der Bewälti­gung dieser Erlebnisse half. Es dauerte trotzdem Jahre, bis ich diese Zeit verarbeitet hatte. Mein Humor, mein Stehvermögen und meine Familie gaben mir den nötigen Rückhalt.

Wie hast du dennoch nach all den schweren Jahren zur Kleinkunst ge­funden?

PETER DINKEL: Angefangen hat alles im Darmstädter Kleinkunst-Club Garu­da. Peter Schüz, der damalige Betreiber, entdeckte mich aufgrund meiner humoristischen Gedichte. In dieser Zeit lernte ich Rainer Witt, die Heimleuchter und die Kabaretterei kennen. Allerdings stieg ich bei den Leuchtern nach einem Jahr aus, weil ich mit dem Zeichner und Pianisten Manfred Schmidt das Duo Alltagsfliegen gründete. Später eröffnete ich die Klemme, das kleinste Zimmertheater Darmstadts (25 Plätze).

Immerhin hast du in Darmstadt neun Jahre dein Restaurantchen ‘Fenster­gucker’ betrieben. Wie kam es zu dem nicht alltäglichen Namen?

PETER DINKEL: Eigentlich sollte das Restaurant „Babbelstubb“ heißen, aber meine Frau hatte eine viel bessere – geradezu eingebungsvolle – Idee. Wie kam es? Mein Freund Manfred Schmidt liebte leere Fensterrahmen, daher hing u. a. bei ihm Zuhause ein wunderschönes Triptychon. Meine Frau und ich fanden das so interessant, dass wir beschlossen, unser neues Restaurant mit Fensterrahmen zu dekorieren. Als nun der letzte Rahmen hing, bemerkte meine Gerda: „Wie es denn wäre, wenn wir das Restaurant ‚Fenstergucker’ nennen würden?“

Nicht selten sieht man dich bei deinen Aktionen in historischen Ge­wändern. Wie kommst du zu deinen Kostümen und Requisiten?

PETER DINKEL: Mir ist wichtig, mit möglichst authentischen Kostümen und Requisiten zu agieren. Daher recherchiere ich akribisch in Archiven und historischen Publikationen. Erste Adresse, bei der Beschaffung von Robe ist der Darmstädter Secondhand Kostümausstatter Poidomani, bei dem ich, natürlich mit den Mitteln meiner Möglichkeiten, regelmäßig kaufe. So war beispielsweise mal ein genialer Fund die biedermeierlich karierte Hose für die Figur des Ausschellers Johann Mischlich, die ungetragen im Fundus des Ausstatters hing und eigentlich als Italienische Arbeits­hose galt. Ob Stiefel, Gürtel, Umhänge, alles delivered by Poidomani.

Vor der Darmstädter Goldenen Krone steht der sog. Guss-HEINER, jene Statue in Bronze. Du warst es, der dafür gesorgt hat, dass dieses HEINER-Unikat dort einen Platz fand. Wieso?

PETER DINKEL: Während meiner jahrelangen Recherchearbeit trug ich eine Menge von Material zur Darmstädter Symbolfigur HEINER zusammen, um dieses in einer Broschüre zu veröffentlichen. So war beispielsweise auf dem Titelblatt der HEINER Stadtillustrierten von 1924 bereits eine HEINER-Zeichnung des Künstlers Carl Ruppert abgebildet. Aus diesem (bis dato einzigen) Bilddokument ist eine Tischfigur von Manfred Schmidt entstanden. Inspiriert von dem HEINER-Exponat, erteilte ich dem Darm­städter Bildhauer Christfried Präger seinerzeit den Auftrag, das bekannte Guss-HEINER-Standbild zu schaffen. Die Kosten hierfür akquirierte ich auf eigene Rechnung und Gefahr im Darm­städter Sponsoren-Umfeld. Einen Großteil habe ich jedoch selbst getragen.

Im Laufe der Zeit wurdest du als ‘Meister neuer Wortkombinationen’ be­zeich­net. Warum?

PETER DINKEL: Ja – das bezieht sich sicher auf meine Lust am Wortspiel. Im Laufe der Jahre entwickelte ich ein System, mit dem ich auf kürzestem Weg Mehrdeutigkeiten von Begriffen abrufe. Hier mal ein paar Kostproben: “Bonsaioperrettical“, „Lebensstilpflege“, „Bankett-theater“, „Kabarettthea­ter“, „Querbeetpoetik“. Oder „Humorolika“, das bedeutet: …vom Humor berauscht. Z. B. bezeichne ich mich gern als einen “Humorolic”, abge­leitet von Alkoholic, Humor und Workoholic. “FINDIZIEN” sind für mich: gefundene Indizien. Und von den Flintstones leitete ich die „Yabada­ba­du­bidubiade“ her, weil der humoristische Ur-Jubelschrei “Yabada­baduuuu” aus der Jungsteinzeit stammt. Alles, was zu einem humoris­tischen Jubelschrei führt, gehört für mich in diese Kategorie.

Als Parodist beherrschst du über 25 Fremdstimmen. Von Kohl über Meysel bis hin zu Reich-Ranicki reicht dein Repertoire. Wie schaffst du dir die Stimmen drauf? Und ist dir jemals einer dieser Prominenten über den Weg gelaufen?

PETER DINKEL: Ich habe eine Menge Spaß an Dialekten, denn diese verkörpern den Sprachsingsang einer Region. Anfänglich beschäftigte ich mich mit den üblichen deutschen Dialekten und später kamen Parodien hinzu. Beim Üben des Prominentensounds fungiert meine Stimme wie ein Instrument. Verblüffend ist, wenn ich die Stimmenmelodie erreicht habe, passt auch die Gestik bzw. Mimik. In den 1980er Jahren hatte ich das Vergnügen, Gerd Dudenhöffer (Heinz Becker) in der Künstlergarderobe des Darm­städter halbNeun kennen zulernen. Leider war die Freude nur auf meiner Seite, denn Herr Dudenhöffer würdigte mich kaum eines Blickes. Inge Meysel lernte ich bei einem Offenbach Jubiläum kennen. Während des Dinners saß ich zufällig neben ihr. Selbstverständlich machte ich meine Späße, und Frau Meysel bemerkte: „Sagen Sie mal, ich kenne Sie nicht, sind Sie Kabarettist?“ Ich: „Naja, ich hab´ halt ´ne kabareddisdische Ader!“

Auf deiner Homepage ist unter Kritiken folgendes notiert: „…das ist ja wohl der Gipfel – die Parodie der Parodie.“ (Darmstädter Echo). Wie gehst du damit um?

PETER DINKEL: Mit Kritik kann ich mittlerweile gut umgehen, denn sie ist etwas Großartiges – völlig egal, ob positiv oder negativ. Früher konnte man mich schon verletzen – heute nicht mehr. Jeder kann schreiben, was er denkt, sieht oder hört. Möglicherweise hat mir der Kritiker in diesem Fall nicht richtig zugehört, denn die oben genannte Kritik bezog sich auf unseren ParoDatterich, den wir in der Bockshaut über sechzigmal aufgeführt haben. Seiner­zeit habe ich im Prolog des Stückes durch die Stimme Reich Ranickis verlautbaren lassen, dass wir nicht den Datterich zu parodieren beabsichtigten, sondern die Situation in Darmstadt, weil – bedingt durch den Ausfall des damaligen Hauptdarstellers und Stars – der Datterich nicht mehr aufgeführt wurde.

Einst erlebtest du deinen größten “Bühnenreinfall” in der Darm­städter Goldenen Krone. Wie hat sich das abgespielt?

PETER DINKEL: (Peter lacht lauthals). Das war grauenhaft – damals habe ich Blut und Wasser geschwitzt. Nun die Vorgeschichte: Es sollte ein ganz besonderer Heinz Becker (Gerd Dudenhöffer) – Auftritt werden, der als Benefizveranstaltung für den „Schurawatschka Kinderchor“ gedacht war. Erster Akt: Nachdem ich die Requisiten platziert hatte, wartete ich auf mein Publikum. Zweiter Akt: Mein Anfangsgag ging – aufgrund man­gelnder Reaktion – in die Hose. Dritter Akt: Komischer-weise löschten nach kurzer Zeit einige Gäste sämtliche Tischkerzen, ich stand vor einer dunklen Wand. Vierter Akt: Keine Lacher, keine Reaktion, grässlich. Fünfter Akt: Die Kardinalfrage: Was mache ich nun, abbrechen oder durchziehen? Sechster Akt: Ich zog durch – ohne Pause und sagte mir: Sonst hast du dir diesen Reinfall nicht verdient! Siebter Akt: Meine Schlus­sbemerkung lautete: Ich danke euch alle herzlichst für die Ge­duld, die ich mit euch hatte. (…) Als ich danach Krone-Chef Peter Gleichauf von der Schlappe erzählte, entgegnete er: „…ach, waas de was, so´en Roohrkreppierer brache mer als maal, dess is guut für die Zeidung“.

Du bist einer der Gründerväter des Darmstädter ‘Alt-Stadt-Festes’, hast aber irgendwann das Handtuch geworfen. Warum?

PETER DINKEL: Zu keiner Zeit habe ich das Handtuch geworfen. Ich habe ledig­lich die Konsequenzen gezogen, weil sich das Fest für mich in dieser Form nicht mehr fortsetzen ließ. Aber alles, was ich zurzeit tue, ist in ge­wisser Weise die Fortsetzung dessen, was ich immer wollte. Die Nacht­wächter– und Ausschellergänge, die Gerberfestspiele in der Bockshaut, das HEINER Sozialtaxi (HEINER-L(E)INER) und mein Engagement im Bockshautbühnchen sind Huldigungen an Darmstadt und täglich gelebtes Alt-Stadt-Fest.

Anfang 2000 hattest du den Hessischer Rundfunk in der Bockshaut. Warum?

PETER DINKEL: Als wir, d. h. Peter Schmidt, Bert Hammelmann und ich 2002 den ParoDatterich aufgeführt haben, kündigte sich seinerzeit das Film­team von „Hessen a` la carte“ mit Michaela Scherenberg an. Bei den Vorbereitungen zu den Dreharbeiten bemerkten wir, dass uns noch ein paar Vorzeigegäste fehlten. Fred van Geez, der Darmstädter Unter­haltungsstar und derjenige, der die Geschichte mit dem HR eingefädelt hatte, schaffte es irgendwie, den Echo-Lokalredakteur Bert Hensel und ein paar Leute von der Darmstädter Spielgemeinschaft herbeizuholen. Und so wurde der TV-Trailer ein voller Erfolg.

Nach langer Reifezeit hast du 2006 endlich dein Mundartstück ‘Dr. Eisenbarth in Darmstadt’ fertiggestellt. Roland Hotz, Chef der Comedy Hall, war davon recht angetan. Was inspirierte dich zu diesem Stoff und zu dem Stück?

PETER DINKEL: Schon als Kind hat mich der Gassenhauer: ‚Ich bin der Dr. Eisen­barth, widewidewitt, bum, bum, kurier die Leut´ auf meine Art…‘ beeindruckt. Irgendwann las ich bei Karl Esselborn, dass der Arzt Eisenbarth im 17ten Jahrhundert in Darmstadt operierte. Meine Recherche ergab, dass Eisenbarth seiner­zeit in der Darmstädter Alexanderstraße nächtigte. Während eines Urlaubs im Bayerischen Wald besuchte ich auch Oberviechtach, den Geburtsort des berühmten Arztes. Über Kontakte zur Eisenbarthstadt Hannoversch Münden wurde ich mit weiterem Material versorgt. Meine Absicht war, dass ich den Arzt in Darmstadt mit Figuren dieser Zeit aufleben lassen wollte. Dabei sollte Reales mit Fiktivem verwoben werden. Zurzeit befindet sich das Manuskript in den Händen von Dr. Engels (Chef des Darmstädter Stadtarchivs), der das Begleitwort schrei­ben wird. Es sind 1.  Eisenbarth als Einmannstück oder 2. Eisenbarth als Papiertheater (Idee von Roland Hotz) oder 3. Eisenbarth als Stück z. B. für die Hessische Spielgemeinschaft im Gespräch.

Zurzeit konzentrierst du dich auf ‚BBC‘. Was verbirgt sich hinter diesem Kürzel?

PETER DINKEL: ‚BBC‘ ist die Abkürzung für (B)ockshaut (B)ühnchen (C)rew. Während einer HEINER-L(e)iner Fahrt hatte ich das Glück, Leute von „Topas“ kennenzulernen, allesamt Kleinkunsttalente, die sich als Tanz,- Comedy- und Theatergruppe zusammengeschlossen hatten. Wir verstanden uns auf Anhieb, und nach einem Rundgang durch die Bockshaut fragte ich sie, ob sich die Truppe eine feste Spielstätte in der Bockshaut vorstellen könnte. Das war so zusagen die Geburtsstunde der ‚BBC Rhein-Main‘. In unserer Show vereinen wir Elemente wie Tanz, Kostüm, Gesang, Fantasie und Comedy zu einem bunten Programm. Neu ist dabei, dass man die Showteile – je nach dem, was anliegt – beliebig variieren und kombinieren kann. Das Programm ist solo oder mit 2, 3 und mehreren Akteuren buchbar. Zurzeit wirken mit: Inge Kringel (Tanz, Kostüme, Performance), Virginia Kampfmann (Gesang und Tanz), Hildegard Schnitzer (klassischer Gesang, Schauspiel), Uli Möser (Gesang und Gitarre) und Peter Dinkel (Entertainer, Comedy und Gesang).

Anlässlich des 192. Geburtstages von Ernst Elias Niebergall (*13.1.1815) lasen im Januar in der Darmstädter Stadtkirche u. a. Robert und Tochter Iris Stromberger, Helmut Markwort, Ruth Wagner, Peter Benz und Theo Umberg den Datterich. Deinen Namen suchte man vergeblich auf den Plakaten. Wieso?

PETER DINKEL: (Peter lacht lauthals). Da ich kein Mitglied der Hessischen Spiel­gemeinschaft bin, habe ich auch nie eine Chance, eine Rolle zu lesen. Aber wenn ich dennoch eingeladen werden würde, bräuchte ich nicht lange zu überlegen. Ich glaube, es wäre eine wunderbare Heraus­forderung.

Ruhestand ist für dich kein Thema, obwohl du das notwendige Alter bereits hättest. Doch du hast deine eigene Alterstheorie. Welche?

PETER DINKEL: Ich besitze fünf Altersgattungen: Geburtsalter, Ge­mütsalter, Gefühlsalter (Haut- & Knochen), Geistesalter und Seelen­alter. Mein Geburtsalter: 65 Jahre; Mein Gefühlsalter (Haut & Knochen): 45 Jahre; Mein Gemütsalter: 12 Jahre, da ich vom Gemüt her Kind geblieben bin; Mein Geistesalter: 6500 Jahre, da ich den Geist meiner Ahnen bis in die Frühzeit der ersten Staatenbildung im Nildelta (4500 v. Chr.) spüre. Damals wurden die ersten zentralen Getreidevorräte ange­legt, daher der Ur-Name ‘Dinkel’. Übrigens, bin ich seitdem ‘Ähren­bürger’ dieser Erde; Mein Seelenalter: 60 Millionen Jahre. Ich wurde be­reits von einem Ur-Pferdchen aus der Grube Messel be­seelt. Dieses erhält dafür sein Gnadenbrot an einem Ehrenplatz in mei­nem Gastroseum. Und wenn ich auch in Zukunft nicht gestorben werde, darf ich auf diesem Pferdchen noch durch weitere Jahrhunderte, Jahrtausende und Jahrmillionen reiten. (Interview: Gerald Block, 2008)