Immer mehr Freie Trauungen im Rhein-Main-Gebiet

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Im Rhein-Main-Gebiet werden vor allem in diesem Jahr etliche Hochzeiten stattfinden. Aufgrund der Covid-19 Beschränkungen haben sich viele Verliebte in den letzten beiden Jahren stark zurückgehalten, denn für etliche Betroffene war die Traumhochzeit nicht umsetzbar. Nun scheint es jedoch stark danach auszusehen, als könnte 2022 endlich der Traum der großen Hochzeitsfeier Realität werden.

Längst sind die Locations hoffnungslos überbucht und in vielen Freundeskreisen kollidieren Hochzeitstermine miteinander.

Was die Wirtschaft, die Familien und vor allem die Paare sehr freut, gibt einem anderen Akteur jedoch allen Grund zur Sorge.

Die Kirche spielt immer seltener eine Rolle

Während es vor einigen Jahren noch vollkommen normal war eine kirchliche Trauung zu vollziehen, haben sich die Zeiten scheinbar geändert. Vor allem für junge Paare ist eine kirchliche Trauung längst nicht mehr so attraktiv wie früher. Trotz der stark gestiegenen Anzahl an Eheschließungen, geht die Zahl der kirchlichen Trauungen weiter zurück. Laut Statista ist es nur noch jedem 5. Paar wichtig Gottes Segen für die Ehe einzuholen.

Diese Beobachtung deckt sich mit den seit Jahren steigenden Kirchenaustritten. Der Kirche laufen die Mitglieder in Heerscharen davon.

Die Alternative: Eine Freie Trauung

Immer mehr Menschen brauchen keinen Geistlichen um sich trauen zu lassen. In vielen Fällen übernimmt die Leitung der Zeremonie ein Freund, ein Familienmitglied, oder ein Freier Trauredner. Im Vergleich zur Kirche hat man hier eine große Flexibilität, kann selbst über den Ablauf bestimmen und auch den Ort frei wählen. So wird auch die Trauung am Strand, an einer für das Paar wichtigen Örtlichkeit, oder im Park umsetzbar. Anstelle von abgegriffenen Floskeln kann hier auf die individuellen Eigenschaften und die Liebesgeschichte des Paares eingegangen werden.

Doch 2022 ist es mit den Freien Rednern wie mit den Locations: An vielen Terminen sind diese bereits ausgebucht.

Karrierechance Freier Redner?

Im Zuge der Pandemie haben sich die Arbeitsbedingungen im Rhein-Main-Kreis in einigen Branchen zugespitzt. Vor allem eine schwierige Auftragslage und Krankheiten im Team tragen dazu bei, dass das Arbeitsklima rauer wird. Viele Überstunden und eine angespannte Stimmung sind weit verbreitet.

So viele Menschen wie noch nie zuvor sind auf der Suche nach einer Alternative und machen eine Ausbildung zum Freien Redner.

Martin Lieske, der Gründer von www.freieredner-ausbildung.com sagt dazu:
“Wir freuen uns über die vielen Menschen, die Interesse an unserem schönen Beruf gefunden haben. Freie Redner(innen) werden im Moment stark nachgefragt. Im Moment ist der beste Zeitpunkt sich ausbilden zu lassen!”

Für viele sei vor allem interessant, dass man zunächst nebenberuflich aktiv sein kann.

“Da die meisten Hochzeiten am Wochenende stattfinden, kann man nach der Ausbildung zunächst erste Erfahrungen sammeln und sich ein Bild von dem beruflichen Alltag machen. Man muss nicht in das kalte Wasser springen.” – so Lieske.

Kehren immer mehr Menschen der Kirche den Rücken?

Die Zukunft ist ungewiss. Doch in jeder größeren Stadt im Rhein-Main-Gebiet sind etliche Kirchenaustritts-Termine ausgebucht. Wahrscheinlich haben die zahlreichen Skandale und die anachronistische Haltung der Kirche gegenüber vieler gesellschaftlicher Themen dazu beigetragen, dass Institution in dem Leben vieler Menschen keine Rolle mehr spielt. Mit der Religiosität und dem Glauben an sich hat das jedoch in vielen Fällen nichts zutun.

Quellen