Ärztemangel im Rhein-Main Gebiet

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Zusammenfassung:

Im Rhein-Main-Gebiet und in ganz Deutschland gibt es zu wenige Ärzte. Vor allem im ländlichen Raum ist das Problem akut. Vor dem Hintergrund einer schnell alternden Bevölkerung und einem damit einhergehenden gesteigerten Bedarf an medizinischer Versorgung stellt das unsere Gesellschaft vor ein großes Problem.

Hier präsentiert der Autor mögliche Lösungswege.

Wer krank ist weiß, dass unsere Gesundheit das kostbarste Gut ist. Zum Glück können wir in Deutschland und im Rhein-Main-Gebiet stolz auf unser Gesundheitssystem sein. Wir sind gut versichert, können auf sehr gut ausgebildete Ärzte zurückgreifen und uns gewiss sein, dass diese mit modernster Technik arbeiten um unsere Gesundheit zu erhalten.

Die Covid-19 Pandemie hat uns jedoch gezeigt, dass unsere komfortable Situation prekär ist.

Schnell droht unser Gesundheitssystem überlastet zu werden. Vor allem die begrenzte Anzahl an Ärzten und Arzthelfern ist hier problematisch. In vielen Fachbereichen muss man schon jetzt mehrere Monate auf einen Termin warten.

Ursachenforschung – woher kommt der Ärztemangel?

In Deutschland gab es 2020 laut Bundesärztekammer insgesamt 409.121 berufstätige Ärzte. In ganz Deutschland gibt es etwa 101.000 Arztpraxen. Mit dieser Anzahl können wir prinzipiell zufrieden sein, doch sind diese Ärzte nicht gleichmäßig verteilt.

Vor allem in ländlichen Regionen ist der Weg zu einem niedergelassenen Arzt oft lang und beschwerlich. Doch woran liegt das?

Ärzte bleiben meist dort, wo sie studiert haben

Eine sehr prägende Phase im Leben der meisten Akademiker ist das Studium. Hier wird nicht nur der Grundstein für die spätere Karriere gelegt, sondern auch wichtige Kontakte geknüpft. Man findet Freunde für das Leben und geht seriöse Beziehungen ein. Ist das Studium absolviert, möchten viele jungen Ärzte ihren Lebensmittelpunkt nicht verlagern. Das führt dazu, dass viele von ihnen in Universitätsstädten verbleiben. Städte ohne Universitäten haben hingegen in der Regel eine deutlich niedrigere Ärztequote.

Ländlicher Raum für junge Erwachsene uninteressant

Während die Kosten für Wohnraum in die Höhe schießen, sind schlecht angebundene Regionen im Rhein-Main-Gebiet deutlich preiswerter. Das liegt vor allem daran, dass junge Menschen abwandern. Sie suchen ihr Glück in der Großstadt, denn hier locken Bildungsmöglichkeiten, gut bezahlte Jobs und Kontakt zu Gleichaltrigen.

Wer gut ausgebildet ist, findet hier eher die berufliche Selbstverwirklichung als auf dem Land. Das gilt auf für Ärzte.

Da Ärzte eher zu den gut bezahlten Berufsgruppen gehören, haben diese ausreichend Einkommen zur Verfügung um in der Stadt wohnen zu bleiben. Auch eine Familiengründung ist für sie daher häufig kein Grund für einen Wegzug.

Der demografische Wandel

Wir als Gesellschaft sind darauf angewiesen, dass sich Menschen in jungen Jahren dazu entscheiden Medizin zu studieren. Vor allem im Alter haben wir einen erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung durch fachkundige Ärzte.

Da unsere Gesellschaft jedoch rasant altert, steigt der Bedarf an Ärzten. Er steigt schneller, als neue Ärzte ausgebildet werden können. Das führt dazu, dass Jahr für Jahr mehr kranke Menschen von weniger Ärzten behandelt werden müssen.

Mögliche Wegen aus der Krise

Das Problem ist längst bekannt und seit Jahren immer wieder diskutiert wurden. Nur eine effiziente Lösung wurde bisher nicht gefunden. Die Herausforderung ist komplex und erstreckt sich auf viele gesellschaftliche Bereiche. Dennoch gibt es lobenswerte Ansätze, die Linderung versprechen.

Die Produktivität von Ärzten erhöhen

Unsere Ärzte arbeiten hart um den starken Andrang an Patienten bewältigen und jedem Menschen helfen zu können. Dabei opfern sie ihre persönliche Freizeit, Schlaf und auch stellenweise die eigene Gesundheit. Ärzte sind in der Mehrheit Überzeugungstäter und möchten helfen wo sie können.

Doch neben der Behandlung von Patienten haben sie viele andere Aufgaben zu erfüllen. Sie müssen Mitarbeiter führen, sich um die Buchhaltung, die Praxisausstattung und Abrechnungen mit den Versicherungen kümmern. Auch das Qualitätsmanagement der Arztpraxis ist eine große Herausforderung.

Hier für eine Entlastung zu sorgen trägt dazu bei, dass Ärzte wieder mehr Zeit in die Behandlung der Patienten investieren können. Das führt zu einer besseren Behandlungsqualität und einer gesteigerten Produktivität.

Vor allem die Digitalisierung ist hier ein mächtiger Verbündeter.

Unternehmen wie die vismed. GmbH bieten beispielsweise Software an, die Ärzten bem Qualitätsmanagement unter die Arme greift.

Zuwanderung incentivieren

Die Arbeitsbedingungen in Deutschland sind attraktiv und die Verdienstmöglichkeiten gut. Darüber hinaus sind wir auf qualifizierte Zuwanderer angewiesen. Bereits in den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Ärzte aus dem Ausland im Rhein-Main-Gebiet niedergelassen und tragen dazu bei, dass unser Gesundheitssystem aufrecht erhalten werden kann. Unsere Gesellschaft würde davon profitieren, wenn das spürbar häufiger passiert.

Den Arzt per Videotelefonat sprechen

Nicht in jedem Fall ist es erforderlich, dass Patient und Arzt sich im selben Raum befinden. Häufig würde ein Videotelefonat ausreichen um eine erste Diagnose stellen zu können. Das würde dazu beitragen, dass vorhandene Ressourcen besser allokiert und Auslastungsspitzen abgefangen werden. Startups wie die TeleClinc arbeiten daran dieses Konzept zukunftsträchtig zu gestalten.

Nebenbei würde dies auch dazu beitragen, dass Patienten weniger Zeit für die Behandlung investieren müssen und lange Anreisen wegfallen. das wiederum fördert unsere Produktivität und entlastet das Klima.

Verwendete Quellen