Teures Ackerland – teure Lebensmittel

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Das Rhein-Main-Gebiet ist ein teures Pflaster und von Jahr zu Jahr steigen die Preise weiter. Was Mieterinnen und Mieter bedrückt, ist auch für Landwirte ein großes Problem. Die Preise für Ackerland und Grünland steigen immer weiter. Aufgrund der hohen Pachtpreise wird die Bewirtschaftung vieler Flächen für Landwirte unwirtschaftlich. Auch die Kaufpreise sind enorm gestiegen.

Die Kaufpreise-Spirale trägt dazu bei, dass kaum noch Ackerflächen und Grünland auf den Markt kommen. Investoren haben diese längst als Spekulationsobjekte begriffen und investieren in großem Stil. Das hat auch Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise.

Die Pachtpreise für Ackerland sind zwischen 2010 und 2020 um durchschnittlich 64% gestiegen und erreichten 375 € / ha. Vor allem in Ballungsgebieten und Orten mit besonders fruchtbarem Boden werden häufig deutlich höhere Preise aufgerufen.

Neue Konkurrenten für landwirtschaftliche Flächen

Längst konkurrieren nicht mehr nur Landwirte um Ackerflächen für den Anbau von Getreide und anderen Lebensmitteln. Auch Viehzüchter haben neue Konkurrenz, die sich für Grünland interessiert, das dringend für die Produktion von Heu benötigt wird. Photovoltaikanlagen sind deutlich rentabler und können es sich erlauben eine höhere Pacht für lukrative Standorte zu bezahlen. Sie verschlingen große Flächen, die anschließend nicht mehr für den Anbau von Lebensmitteln verwendet werden können.

Auch Windkraftanlagen benötigen Platz, der der Bewirtschaftung entzogen wird. Landwirte suchen deshalb häufig händeringend nach neuen Flächen.

Auch der anhaltende Bauboom fordert seinen Tribut. Die Umwidmung von Ackerland und Grünflächen trägt dazu bei, dass immer weniger Flächen zur Verfügung stehen und auch der Ausbau des Straßennetzes zerteilt und verdichtet Landschaften.

Mögliche Lösungsansätze

Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie prekär unsere Lebensmittelversorgung sein kann. Durch Krisen verschiedener Natur können die Preise schnell in die Höhe schießen, was für viele Familien und die gesamte Wirtschaft drastische Folgen haben kann. Eine Preisinflation kann vor allem bei Lebensmitteln zu Engpässen, wirtschaftlichem Abstieg und Unruhen führen.

Unsere heimische Lebensmittelproduktion ist von enormer Wichtigkeit, ist aber durch die steigenden Pachtpreise bedroht.

Da in Deutschland vor allem in urbanen Regionen neuer Wohnraum benötigt wird, muss hier höher gebaut werden. In neu ausgewiesenen Wohngebieten werden wir uns an Hochhäuser gewöhnen müssen, wenn wir im Speckgürtel nicht weiter landwirtschaftliche Flächen verdichten wollen. Auch wenn Photovoltaik wichtig für unsere Zukunft ist sollte geklärt werden, welches Grünland dafür freigegeben wird und welches nicht. Treten Viehzüchter und Energiekonzerne im freien Markt gegeneinander an, wird das zu einem Rückgang der produzierten Lebensmittelmenge führen.

Von besonderer Relevanz ist jedoch die Steigerung der Produktivität. Auf dem freien Markt werden Landwirte nur konkurrieren können, wenn sie mehr Ertrag aus der vorhandenen Fläche ziehen können und auf diesem Wege höhere Pachtpreise rechtfertigen können.

Als Bürger werden wir jedoch wohl oder übel nicht um höhere Lebensmittelpreise kommen und in Zukunft tiefer in die Tasche greifen müssen um satt zu werden.

 

Quellen:

https://www.agrarheute.com/management/finanzen/pachtpreise-rekordstand-mussten-bauern-2020-zahlen-584680

https://www.natuerlich-jagd.de/blog/teures-ackerland/

https://www.jagdjuenger.de/

https://www.it.nrw/pachtpreise-fuer-landwirtschaftliche-grundstuecke-waren-nrw-im-jahr-2020-um-537-prozent-hoeher-als