Viele Hochzeitslocations im Rhein-Main-Gebiet nicht ausgebucht

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Die Gastronomie hat in den letzten Jahren mit vielen Herausforderungen kämpfen müssen. Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, gestiegene Lebensmittelpreise und der Mangel an Personal sind nur einige von ihnen. Nun zeichnet sich eine neue Krise ab, die viele Gastronomen hart treffen könnte. Die Nachfrage nach Hochzeitslocations ist stark eingebrochen.

Wer in den letzten Jahren die eigene Hochzeit feiern wollte, kann ein Lied davon singen. Alle Locations waren ausgebucht. Üblicherweise sind im September keine Termine mehr frei, verrät uns ein Gastronom aus Mainz. Das verspricht ein lukratives Geschäft und bietet Planungssicherheit. In diesem Jahr scheint es jedoch, als würden einige Locations an normalerweise begehrten Sommerwochenenden leer bleiben.

Mögliche Ursachen für die geringere Nachfrage

Wir haben uns auf die Suche nach Gründen für die geringere Nachfrage nach Hochzeitslocations gemacht. Normalerweise würde man davon ausgehen, dass die Menschen genauso verliebt sind, wie in den Jahren zuvor. Doch wer etwas tiefer gräbt, findet schnell mögliche Erklärungen für die aufkommenden Sorgen der Gastronomie.

Respekt vor großen Zusammenkünften

Mittlerweile dürfte jeder im Bekanntenkreis von problematischen Hochzeiten Wind bekommen haben. Feste mussten mehrmals verschoben, oder sogar vollständig abgesagt werden, wichtige Gäste sind an Corona erkrankt und durften nicht teilnehmen, oder die Kosten sind kurz vorher in die Höhe geschossen. Das hat vielen Paaren die Freude an einer großen Feier verdorben und es wird lieber in einem kleinen Rahmen die junge Liebe gefeiert.

Geringere Budgets

Wir befinden uns in einer Rezession und die Inflationsrate ist auf einem Höchststand. Das Leben ist teurer geworden und die gestiegenen Kosten sorgen bei etlichen Paaren dafür, dass das Budget für die Hochzeit kleiner ausfällt. Zudem sind die Zinsen gestiegen, was jene betrifft, die geplant haben, das Fest zu finanzieren.

Wer zuvor noch eine üppige Hochzeitstorte bestellte und einen Tortenaufleger selber gestalten wollte, denkt vielleicht heute darüber nach, den Rahmen kleiner zu halten und die Anzahl der Gäste zu reduzieren.

Weniger Hochzeiten

Aufgrund der Corona-Pandemie waren viele Paare gezwungen, ihre Feierlichkeiten zu verschieben. Das sorgte dafür, dass die Nachfrage in Zeiten, in denen ausgelassen gefeiert werden konnte, extrem hoch war. Mittlerweile ist dieser Überhang nicht mehr vorhanden und die Nachfrage beschränkt sich auf jene Paare, die sich dieses Jahr das Jawort gegeben haben.

Höhere Kosten

Gastronomen geraten zunehmend unter Druck. Die Pachtpreise für Immobilien steigen, die Nebenkosten explodieren und gutes Personal fordert höhere Gehälter. Diese Kosten müssen an die Gäste weitergegeben werden, wenn das Unternehmen langfristig Bestand haben soll. Das sprengt für viele Paare das Budget, da sie selbst unter den Entwicklungen leiden. Unter diesen Voraussetzungen entscheiden sich viele dazu, lieber kein großes Fest zu geben.