Köln: Freie Wähler: „Grüne Politik verantwortlich für Probleme auf der Zülpicher Straße“

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Freie Wähler sehen Verantwortung für Gentrifizierung und Ballermannisierung bei den Grünen

(Köln / Rathenauviertel) „Wer sich als grüner Politiker über die Ballermannisierung der Zülpicher Straße wundert, leugnet die große Mitverantwortung der „grün dominierten“ Städteplanung der letzten 25 Jahre,“ 

kontert der Bezirksvorsitzende der Partei Freie Wähler Torsten Ilg ein aktuelles Stadtanzeiger-Interview mit Andreas Hupke, dem grünen Langzeit-Bezirksbürgermeister in der Kölner Innenstadt: „Andreas Hupke wohnt seit 1974 im Rathenauviertel und ist seit 1999 in der Bezirksvertretung Innenstadt tätig, davon sechzehn Jahre als Bezirksbürgermeister. Da muss ich mich schon verwundert fragen, warum er die Probleme und Fehlentwicklungen seines Veedels erst jetzt zur Kenntnis nimmt und dabei die Politik seiner eigenen Partei einfach ausblendet. Fakt ist: Die GRÜNEN verzeichnen seit Beginn der 1990-er Jahre in Köln zweistellige Wahlergebnisse und waren dabei in wechselnden Bündnissen mit SPD oder CDU, federführend für die Städteplanung dieser Stadt verantwortlich. Während dieser Zeit wurden zahlreiche Straßen komplett verkehrsberuhigt, oder teilweise für den Autoverkehr gesperrt, so auch die Zülpicher Straße. Der Mix aus Gastronomie, Einzelhandel und Wohnen geriet komplett aus den Fugen. Natürlich tragen auch Hausbesitzer und steigende Mieten eine Verantwortung für die Entwicklung einer Straße. Aber zunächst einmal hat die Politik leider auch in Köln die Rahmenbedingungen zugunsten steigender Mieten gesetzt. Verkehrsberuhigung und Mietpreiserhöhungen gehen überall Hand in Hand. Das ist in Berlin, Hamburg und München nicht anders als in Köln. Die höchsten Gewerbemieten erzielten Hausbesitzer in der Regel in verkehrsberuhigten Straßen und Fußgängerzonen, meist durch gastronomische Nutzung im Erdgeschoss. In der Folge wurde auch der Einzelhandel, der Metzger oder Schumacher von nebenan  von der Zülpicher Straße und aus der gesamten Innenstadt verdrängt, weil diese Konzepte entsprechende Umsätze nicht erzielen konnten. Die „Ballermannisierung der Zülpicher Straße“ ist jedenfalls die unmittelbare Folge einer durch die örtliche Politik geförderten Entwicklung. Hauseigentümer nehmen die Verkehrsberuhigung zum Anlass, höhere Preise zu verlangen, weil schlichtweg der Wohnwert der Lage steigt.“

„Grüne Sanierungspolitik löst Gentrifizierung aus.“

„Des Weiteren stellt Hupke fest, dass durch die von den Grünen geförderte Sanierung der alten Häuser aus der Gründerzeit, gleichzeitig auch die Mieten gestiegen sind. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Auch die grüne Sanierungspolitik löst Gentrifizierung aus. Wer lebt nicht gerne warm und gemütlich, statt wie früher mit dem Kachelofen heizen, oder das Etagenklo im Flur nutzen zu müssen. Aber nicht nur die Mieten, sondern auch die Energiepreise steigen. Und an beidem trägt eine verfehlte grüne Politik ebenfalls eine große Mitschuld. Kommt noch die von den Grünen geforderte Vermögensabgabe hinzu, droht der Neubau von Wohnungen endgültig zum Erliegen zu kommen und die Preise für Bestandswohnungen steigen weiter. Denn für Investoren wird es sich nicht mehr lohnen, in Mietwohnungen zu investieren. Mehr Angebot ist in der sozialen Marktwirtschaft die Lösung bei steigenden Preisen.“

So Torsten Ilg in einer aktuellen Pressemitteilung seiner Partei Freie Wähler in Köln und im Bezirk Mittelrhein. (Quelle: Partei Freie Wähler Köln undMittelrhein)