Köln Großprojekte stoppen: “Rücklagen fürs Klima statt Klötze bauen”

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Freie Wähler fordern die Bildung von Rücklagen zur Anpassung an die Klimaveränderung. Geplante museale Großprojekte sollten alle zurückgestellt werden
(Köln) Der Bezirksvorsitzende der Partei Freie Wähler Torsten Ilg fordert erneut den Stopp aller geplanten neuen Großprojekte in Köln. Die Politik widersetze sich ganz bewusst einer „Grundstimmung“ innerhalb der Kölner Stadtbevölkerung:
„Die Historische Mitte soll auf Wunsch der Planer und mächtiger Investoren ohne Bürgerbeteiligung noch dieses Jahr durchgedrückt werden. Die Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museum ebenfalls. CDU, Volt und Grüne haben nicht die Kraft, sich diesem Lobbyisten-Wahnsinn zu widersetzen. Bestehende Museumsbauten verfallen, oder arbeiten nicht mehr kostendeckend. 
 
Die Sanierung der Oper verschlingt inzwischen ein vielfaches dessen, was einst der Wiederaufbau der prächtigen Semperoper in Dresden gekostet hat. Das ist Missbrauch von Steuergeldern. So darf und kann es nicht weitergehen!”
 
Torsten Ilg fordert ein radikales Umdenken für zukünftige Generationen und die Bildung von Rücklagen:
 
„Zukünftige Generationen werden um ihre Chancen betrogen, in unserer Stadt überhaupt nochmal gestalterisch wirken zu können, weil alle heute geplanten Großprojekte viele Milliarden verschlingen werden, ohne dass die Politik hierfür auch nur im Ansatz die dafür notwendigen Rücklagen gebildet hat. Klimaanpassung erfordert anderes bauen und andere Prioritäten.
 
Angesichts der dramatischen Umwälzungen infolge des Klimawandels, ist der Bau neuer Prestigebauten völlig unverantwortlich. Köln muss stattdessen endlich anfangen massive Rücklagen zu bilden, um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Die Stadt muss sich städtebaulich an die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels anpassen. Heftig steigende und fallenden Pegel des Rheins werden die Regel sein. Freie Flächen müssen begrünt werden, die Verkehrsströme der Zukunft müssen unter der Erde und teilweise auch in der Luft (Luft-Taxis, Seilbahnen) verlaufen. Hierfür muss Infrastruktur geschaffen werden. Mit den geplanten „Klotzbauten“ in der Kölner Innenstadt verbrennen wir Ressourcen und Kapital, das wir gar nicht haben.“
 
Mahnt Ilg in einer aktuellen Pressemitteilung. (FW Köln)