Noch ein Container für Münsters Nachwuchs?

Könnte um einen weiteren Container erweitert werden: der Jugendtreff „Offroad“ am Abtenauer Platz. (Foto: jedö)

SPD will Jugendtreff „Offroad“ erweitern

Angesichts von vielen Angeboten der Münsterer Vereine und dem Ausbau der Nachmittagsbetreuung an der Kennedy-Grundschule überrascht es fast schon, dass sich auch die Jugendarbeit der Gemeinde wachsender Beliebtheit erfreut. Ob des zuletzt immer größer werdenden Zuspruchs unternahm die Münsterer SPD-Fraktion in der November-Sitzung der Gemeindevertretung den Vorstoß, auch die dafür nötigen Räumlichkeiten auszuweiten. Damit riss sie zugleich ein anderes, jedoch nur in Trippelschritten voranschreitendes Thema auf: das Comeback des einstigen Jugendzentrums zwischen Langsmühle und Wanderheim.


Die Sozialdemokraten beantragten zunächst einen weiteren Container für die Jugendarbeit auf dem Abtenauer Platz. Unter dem Namen „Offroad“ betreibt die Gemeinde dort, neben der Skateranlage, ihren Jugendtreff bereits in einem ersten Container. Der bietet zumindest drinnen deutlich weniger Entfaltungsmöglichkeiten als das ehemalige Jugendzentrum am anderen Ortsende. Dort ist im Erdgeschoss derzeit die ehrenamtlich betriebene Münsterer Kleider- und Sachspendenkammer zu finden. Das Obergeschoss steht leer.

Den Genossen ging es darum, noch vor der für den 9. Dezember geplanten Verabschiedung des Münsterer Haushalts 2025 die finanziellen Mittel für die Anschaffung eines weiteren Containers einzuplanen. Den Etatentwurf hatte Bürgermeister Joachim Schledt (parteilos) in derselben Sitzung rund eine Stunde vorher eingebracht. Um beim späteren Tagesordnungspunkt anzumerken, die Verwaltung habe „schon bevor der Antrag kam, 30.000 Euro für einen zweiten Container in den Haushalt 2025 eingestellt“.

Kein schnelles Comeback des JuZ am Wanderheim

Damit hätte die Sache erstmal abgehakt werden können, doch Vertreter aller drei anderen Fraktionen nutzten den Container-Antrag, um noch einmal grundsätzlicher über die öffentliche Infrastruktur für die gemeindliche Jugendarbeit zu reden. Für die CDU bezweifelte Thorsten Schrod zunächst, dass die eingestellten 30.000 Euro für den Container und seine Ausstattung überhaupt ausreichten. Vor allem aber verwies er auf den noch nicht erledigten Beschluss, das ehemalige Jugendzentrum am Wanderheim wieder zum künftigen zu machen. „Für uns stellt sich daher die Frage nach dem Sinn der Anschaffung eines weiteren Containers.“

Verwaltungschef Schledt merkte dazu an, bürokratische Hürden und der Standort der Immobilie an der Gersprenz (durch den gerade die SPD-Gemeindevertreter ein kompliziertes Verfahren und eine ziemlich teure Ertüchtigung befürchten) würden „wohl noch für eine lange Übergangszeit unserer Jugendarbeit am Abtenauer Platz“ sorgen. Ähnlich schätzte es Jörg Schroeter (FDP) ein: „Das mit dem JuZ dauert ziemlich lange, wir brauchen einen zweiten Container! So lange das JuZ nicht zur Verfügung steht, ist der Standort am Abtenauer Platz zwar nicht optimal, aber er wird angenommen.“

Julian Dörr (ALMA-Die Grünen), der früher als Jugendpfleger in Erzhausen arbeitete, schlug schließlich vor, „sich genauer anzugucken, welche Altersgruppe der Münsterer Kinder und Jugendlichen welche Angebote nutzt“. Aus derlei Erkenntnissen könne man die Bedarfe und künftigen Standorte der kommunalen Jugendarbeit seriöser ableiten. „Eventuell muss man auch dann einen Container auf dem Abtenauer Platz lassen, wenn wir das alte Jugendzentrum wieder in Betrieb nehmen.“ Mit den Stimmen von CDU, FDP und ALMA-Die Grünen wurde das Thema schließlich in den Sozialausschuss verwiesen.

(Text: jedö)