Benefizspiel: Rodgauer Baggerseepiraten treffen auf die ukrainische Nationalmannschaft

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(Symbolfoto: Thomas Wolter auf Pixabay)

Zu einem sehr außergewöhnlichen Spiel kommt es am kommenden Donnerstag (24.) um 20.30 Uhr in der RODAUSTROM Sportarena in Rodgau/Nieder-Roden. Denn niemand Geringeres als die ukrainische Nationalmannschaft wird sich dann vor hoffentlich ausverkaufter Halle den Rodgauer Handballfans präsentieren.

Die Umstände, unter denen das Freundschaftsspiel stattfindet, sind dabei allerdings mehr als tragisch. Nach der russischen Invasion hat sich das Leben in der Ukraine zu einem Überleben gewandelt. Alle Bereiche des öffentlichen Lebens stehen still, so auch die Super League, wie die Top-Männerliga in der Ukraine genannt wird. „Noch im Januar haben wir bei der EM gegen Frankreich und Kroatien gespielt aber kurz nach der Rückkehr in die Ukraine war nichts mehr so wie davor“, berichtet Slava Lochmann, Nationaltrainer der Ukrainer. Die meisten Nationalspieler sind in der heimischen Super League am Ball, viele davon beim Spitzenklub  HC Motor Saporoschje, der sogar an der Champions-League teilnimmt. Doch seit vier Wochen bestimmen andere Dinge den Tagesablauf: „An einen normalen Trainingsbetrieb war nicht mehr zu denken, alle hatten Angst und haben sich so gut es geht in Sicherheit gebracht“, berichtet der 44-jährige Lochmann, der in seiner aktiven Karriere auch für den TV Großwallstadt auf Torejagd ging.

Dank eines Sondererlasses des ukrainischen Sportministers, mit dem es Spitzensportlern ausdrücklich empfohlen wird, das Land zu verlassen, machten sich die Spieler und ihre Familien auf den Weg nach Westen. Über teils abenteuerliche Routen gelangten sie letztlich nach Budapest, von wo sie mit drei Kleinbussen nach Großwallstadt gefahren wurden. Initiator der ganzen Aktion ist der Aschaffenburger Rudi Brunner, der über all die Jahre mit Slava Lochmann in Kontakt geblieben ist. „Wir sind jetzt erst mal heilfroh, dass die Jungs und ihre Familien hier in Deutschland sind, wie es genau weitergeht wissen wir noch gar nicht“, so Brunner. Fest steht, dass man von ukrainischer Seite daran arbeitet, die ausgefallenen WM-Qualifikationsspiele gegen Finnland zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Dazu muss die Mannschaft aber erst mal wieder ein entsprechendes Fitnesslevel erreichen, wofür im TVG-Leistungszentrum  jetzt die Basis geschaffen werden soll.

Da kommt die Partie gegen den Rodgauer Drittligisten gerade richtig. „Ich muss erst mal schauen, auf welchem Stand die Spieler sind und wie sie die ganzen Umstände verkraftet haben. Das ist natürlich alles wahnsinnig schwierig zu verarbeiten“, gibt  Lochmann die Devise für die kommenden Wochen vor. Die Rodgauer zeigen sich solidarisch, werden nach dem Motto „Von Handballern – Für Handballer” den kompletten Reinerlös der Partie an den ukrainischen Handballverband spenden und hoffen auf eine ausverkaufte Halle: „Karten gibt es über unser Online-Ticketing System (hsg-handball.de), da kann man auch nur eine Solidaritäts-Karte erwerben, quasi als Spende. Wer nicht live da sein kann, sollte sich zumindest den Livestream auf Sportdeutschland anschauen, auch da gibt es die Möglichkeit, finanziell zu unterstützen“, so HSG-Pressesprecher Marzo.

(Text: PM HSG Rogau Nieder-Roden)