Verein Lesika Hundehilfe in Obertshausen vermittelt treue Vierbeiner

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Die Vorsitzenden Meri Ivcevic (links) und Sandra Kunkel leiten den Verein Lesika Hundehilfe von Obertshausen aus. Sie helfen dabei, Hunde aus dem kroatischen Asyl Spas an tierliebe Menschen zu vermitteln. (Foto: yfi)

Wertvoller Tierschutz direkt vor der Haustür

Obertshausen (yfi) „Es hatte mir das Herz zerrissen“, berichtet Sandra Kunkel über ihren ersten Besuch des Hundeasyls Spas im kroatischen Varazdin. Rund 450 Vierbeiner finden dort eine Notunterkunft und werden dann über den Verein Lesika Hundehilfe Varazdin, dessen Vorsitz Kunkel mit Meri Ivcevic innehat, an neue, tierliebe Familien vermittelt. Durch die beiden Frauen ist der Vorstand des Vereins nach Obertshausen verlegt worden. Nun leiten und organisieren sie die Hundehilfe von ihrem Vereinssitz in der Fünfhäusergasse aus.

Quasi direkt vor der eigenen Haustür – so beschreibt Kunkel ihr Zusammenkommen mit dem Verein. „Ich habe das Schild des Vereins in der Fünfhäusergasse gesehen“, erinnert sich die stellvertretende Vorsitzende. Kunkel hatte sich bereits vorher in einem spanischen Verein engagiert. Ein Verein direkt im eigenen Wohnort habe sie mehr angesprochen. Einen Heimatbezug hat auch Meri Ivcevic, die bereits seit fünf Jahren im Vorsitz der Hundehilfe tätig ist. Mit der Intention, sich für den Tierschutz zu engagieren, hatte sie sich mit der Situation in Kroatien auseinandergesetzt. „Ich bin gebürtige Kroatin“, erzählt Ivcevic und berichtet, dass sie bei ihrer Recherche auf die Lesika Hundehilfe gestoßen ist.

Der Verein vermittelt treue Vierbeiner an Familien in Obertshausen, dem Rhein-Main-Gebiet und sogar in ganz Deutschland. Zirka 40 aktive Mitglieder unterstützen Ivcevic und Kunkel dabei, sicher zu stellen, dass die Hunde in gute Hände abgegeben werden. Das kroatische Asyl Spas wird zwar staatlich unterstützt, die Gelder reichen allerdings nicht für die Versorgung und Betreuung aller Vierbeiner. Gerade einmal zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kümmern sich in zwei Schichten um ihre Schützlinge. Umso wichtiger ist die Arbeit des Vereins, um den treuen Seelen möglichst schnell ein neues Zuhause zu vermitteln.

Einer dieser Hunde ist der sechsjährige Bip. Der Labrador-Terrier-Mischling lebt seit Februar dieses Jahres in einer Pflegefamilie in Obertshausen und wartet darauf, langfristig in ein neues Zuhause zu ziehen. Solche Pflegefamilien sind ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit. Tiere, die aus unterschiedlichen Gründen nicht im Asyl in Kroatien bleiben können, werden übergangsweise von Helfern aufgenommen. Der Verein kann auf zirka 40 solcher Pfleger zurückgreifen. Eine davon ist die 16-jährige Belinda. Die Nichte der Vorsitzenden Meri Ivcevic kümmert sich zurzeit um Bip und um die wenige Monate alte Pebbles.

Die Schülerin verbringt ihre komplette Freizeit mit den Pflegehunden: Neben Füttern, Spazieren gehen und Spielen gehören auch Erziehung und Sozialisierung der Vierbeiner zu ihren Aufgaben. Unterstützt wird sie dabei von ihren Eltern. Diese loben den Einsatz ihrer Tochter für den Verein, sie übernehme die komplette Verantwortung für die Tiere. Belinda sei auch stets diejenige, die den Adoptiveltern der Vierbeiner als Ansprechpartner und Ratgeber zur Seite stehe. „Ich glaube, meine Noten sind seitdem auch viel besser geworden“, fügt Belinda an und lächelt.

Mit zirka 13 Jahren hatte sich Belinda durchgesetzt und als Pflegerin für den Verein registrieren lassen. „Ich wollte mich immer um Hunde kümmern, aber keinen eigenen haben“, erinnert sich Belinda. Da kam das Engagement ihrer Tante Meri Ivcevic, die seit fünf Jahren den Vorsitz des Vereins innehat, genau richtig. Nachdem die Familie gemeinsam das Asyl in Kroatien besucht hatte, war die Entscheidung gefallen.

Die kleine Pebbles wird am 1. Juni ein Jahr alt. Die Mischlingsdame ist sehr verspielt und hat ein offenes Wesen. Sie ist ein guter Spielgefährte für Kinder und verträgt sich auch mit anderen Artgenossen. (Foto: yfi)

Zunächst einen, nun auch zwei Hunde gleichzeitig finden ein vorübergehendes, stressfreies Zuhause bei der Familie, zu der auch eine Katze gehört. Für die Versorgung kommt die Pflegefamilie selbst auf und entlastet damit den Verein, der komplett, sowie das Asyl, das zum Großteil durch Spenden finanziert wird. Umso wichtiger ist der freiwillige Einsatz der Mitglieder und der Pfleger.

Wer den Verein ebenfalls unterstützen möchte, kann dies auf verschiedene Weisen tun: Beispielsweise sucht der Verein zurzeit eine Lagerhalle. „Wir sammeln für den Sommer Strandmuscheln“, erzählt Meri Ivcevic. Diese werden in den warmen Monaten als Abkühlung für die Hunde verwendet, gehen aber schnell kaputt. „Die müssen wir erst einmal lagern, bis wir wieder nach Kroatien fahren“, fügt die Vorsitzende an. Leider fehle dem Verein aber ein Lager. „Wenn sich da etwas finden ließe, wäre uns sehr geholfen.“

Neben Spenden sind auch Patenschaften ein weiterer wichtiger Baustein. Wer selbst keinen Hund aufnehmen kann, hat die Möglichkeit durch einen monatlichen finanziellen Beitrag, einen der Hunde zu unterstützen. „Die Paten erhalten regelmäßige Updates und Fotos ihres Patenkindes“, sagt Ivcevic. Ebenfalls gesucht werden weitere Pflegestellen, die sich verantwortungsvoll um die Vierbeiner kümmern, sowie Mitglieder, die den Verein aktiv unterstützen.

Weitere Informationen zu der Arbeit des Vereins, den Unterstützungsmöglichkeiten und den Hunden, die ein neues liebevolles Zuhause suchen, gibt es unter lesika-hundehilfe.de/.