Neue Doppel-Vorabquote im Medizinstudium stärkt Landarztquote

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(Symbolfoto: tomwieden auf Pixabay)

Um den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) und die hausärztliche Versorgung in Hessen zu stärken, hat die Landesregierung gesetzlich eine Doppel-Vorabquote geschaffen. Sie spricht Interessierte an, die Medizin studieren wollen, um anschließend als Hausärztin bzw. Hausarzt im ländlichen Raum oder als Fachärztin bzw. Facharzt im Gesundheitsamt zu arbeiten.

„Das Besondere ist, dass der Notendurchschnitt der Hochschulzugangsberechtigung in diesem zweistufigen Auswahlverfahren nicht ausschlaggebend ist. Uns geht es stattdessen um eine persönliche und fachspezifische Eignung mit entsprechenden Kompetenzen“, erklärt Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. Förderlich sind auch erworbene Erfahrungen aus einschlägiger Ausbildung, beruflicher Tätigkeit, Ehrenamt oder Freiwilligendienst.

Das Online-Bewerbungsportal wird heute freigeschaltet. Damit startet die Bewerbungskampagne für das Wintersemester 2022/2023. „Dafür reservieren wir einen bestimmten Prozentsatz der hessischen Medizinstudienplätze und vergeben sie in einem universitär begleiteten Bewerbungsverfahren“, sagt Klose. Von den rund 1.000 Studienplätzen an den hessischen Universitäten in Frankfurt am Main, Gießen und Marburg werden hierfür bis zu 7,8 Prozent – 6,5 Prozent für spätere Landärztinnen und Landärzte sowie 1,3 Prozent für ÖGD – zur Verfügung stehen.

Bereits im Oktober dieses Jahres werden die ersten ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber dann ihr Studium an einer der drei medizinführenden hessischen Universitäten aufnehmen. „Wenn Sie sich bewerben, können Sie damit zu den Ersten gehören, die sich auf diesen ‚Hessischen Weg‘ begeben. Hessen sucht motivierten und qualifizierten fachärztlichen Nachwuchs: Hessen sucht Sie!“, betont der Minister.

Der Studienplatz ist an eine bedarfsbezogene Tätigkeit in der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum (Fachrichtungen Allgemeinmedizin, Innere Medizin sowie Kinder- und Jugendmedizin) beziehungsweise eine Beschäftigung in einem Gesundheitsamt und an klare vertragliche Bedingungen geknüpft. Die angehenden Medizinerinnen und Mediziner stärken perspektivisch die Gesundheitsversorgung in Hessen.

„Wer nach erfolgreich durchlaufenem Auswahlverfahren das Studienplatzangebot annimmt, kann darauf setzen, mit dem „Hessischen Weg“ von Beginn an auf die spätere Tätigkeit in der hausärztlichen Versorgung beziehungsweise im ÖGD gut und umfassend vorbereitet zu werden“, so Klose. Neben bereits bestehenden Angeboten wird ein begleitendes Schwerpunktprogramm für die Landärztin- und Landarztquote ab dem ersten Semester ein wesentlicher Baustein des Programms sein.

Weitere Informationen und Kontaktdaten sowie das Bewerbungsportal sind hier auf der Website zu finden: www.hlpug.de.

(Text: PM Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)