Plakatkunst gegen Sexismus und Diskriminierung in Wiesbaden

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(Foto: Landeshauptstadt Wiesbaden)

Im Wintersemester 2021/2022 haben sich 18 Studierende des Studiengangs Kommunikationsdesign intensiv mit dem Thema Sexismus und Diskriminierung in Kommunikationsmedien und der Gesellschaft auseinandergesetzt und Plakate zu dieser Thematik entwickelt. Die besten drei Motive wurden von einer interdisziplinär besetzten Jury im Februar prämiert.

Auf Initiative der Kommunalen Frauenbeauftragten der Landeshauptstadt Wiesbaden, entstand in Kooperation mit der Hochschule RheinMain, dem frauen museum wiesbaden und dem Stadtmöblierungs- und Außenwerbeunternehmen Wall GmbH erstmalig eine solche Kooperation, die das Thema stadtweit auf die Agenda setzt.

Die prämierten Motive sind bis Sonntag, 29. Mai, in Wiesbaden zu sehen. Der Außenwerbungspezialist Wall GmbH stellt dafür kostenfrei Werbeflächen im Stadtgebiet zur Verfügung. Dadurch soll ein öffentliches Bewusstsein für das Thema und ein Anstoß zum Diskurs geliefert werden.

Den ersten Platz belegte Luisa Zangardi mit einem Plakatmotiv RESPECT MY SIZE, das Körpernormen hinterfragen soll. Silber ging an Isabella-Aisha Männche für ihre Plakatreihe SEXISMUS TÖTET – TÖTET SEXISMUS, gefolgt von Sandra Müllers Plakat BEENDE IHN, das den dritten Platz belegte.

Für das Thema sensibilisieren

„Sexismus und Diskriminierung, insbesondere gegen Frauen, finden wir leider nach wie vor so oft in unserer Gesellschaftskultur vor, so dass wir ihn gar nicht im Alltag erkennen. Wir als Landeshauptstadt wollen dazu beitragen, hierzu zu sensibilisieren, was mit diesem Projekt sehr deutlich geschieht. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der gemeinsam mit der Kommunalen Frauenbeauftragten Saskia Veit-Prang den Start der Kampagnenmotive begleitete. „Wir alle werden bewusst und unbewusst beständig durch mediale Bilder beeinflusst. Sie generieren und verfestigen Rollenbilder und unsere eigene Haltung und Einstellung. Unser Projekt soll dazu anregen, unseren eigenen Blick auf sexistische Werbung zu reflektieren“, so Veit-Prang.

Neben den Studierenden des Projekts und Prof. Rüdiger Pichler, der die fachliche Leitung inne hatte und das Gesamtprojekt begleitete, war auch Prof. Dr. Eva Waller, die Präsidentin der Hochschule RheinMain vor Ort: „Die gemeinsame Kooperation der Hochschule RheinMain mit der Landeshauptstadt Wiesbaden, dem frauen museum wiesbaden und der Wall GmbH stellt erneut ein exzellentes Beispiel dar, wie angewandte Lehre und Forschung in Verbindung mit Kommunalverwaltung und Wirtschaft direkt in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Ich bin von den Ergebnissen und der Kooperation sehr beeindruckt.“ Und Prof. Pichler ergänzte: „Es ist ein Gewinn für alle, wenn sich Studierende im Rahmen des Studiums kritisch mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen und hier Kompetenzen entwickeln und einbringen können. Im späteren Berufsleben wollen sie als Designerinnen und Designer die Menschen mit ihrer Arbeit erreichen. Dazu gehört die Vermittlung von freiheitlichen gesellschaftlichen Werten für ein besseres gemeinsames Zusammenleben einfach dazu.“

Peer Beintner, Regionalleiter von Wall GmbH, der ebenfalls vor Ort war sagte: „Ich freue mich sehr, die drei Gewinnmotive auf unseren digitalen Werbeträgern in Wiesbaden zu sehen. Den Siegerinnen sowie allen Studierenden, die am Wettbewerb teilgenommen haben, gilt mein Dank für ihre wichtige Arbeit. Gern sind wir als Unterstützer und in der Jury dabei, damit mehr Öffentlichkeit für das Thema sexistische Diskriminierung entsteht.“

Ausstellung zum Projekt im frauen museum wiesbaden

Die Ausstellung zum gemeinsamen Projekt wird von Donnerstag, 19. Mai, bis Mittwoch, 15. Juni, im frauen museum wiesbaden zu sehen sein. Kim Engels, Mitgründerin und Vorstandsmitglied vom frauen museum wiesbaden, die ebenfalls beim Kampagnenstart vor Ort war, ist ebenfalls vom Projekt beeindruckt: „Wir setzen uns seit der Gründung des frauen museum wiesbaden 1984 dafür ein, die Lebenswelten von Frauen, auch durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, sichtbar und erfahrbar zu machen. Die Ausstellung wird zum Diskurs anregen und uns alle zur Reflexion anhalten.“

Mehr Informationen zum Projekt sind unter www.wiesbaden.de zu finden.

(Text: PM Landeshauptstadt Wiesbaden)