Münster: Oswin Dony erhält für sein DRK-Engagement den Landesehrenbrief

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Margarete Sauer überreichte Rotkreuzler Oswin Dony den Landesehrenbrief. (Foto: jedö)

Ein „Zwischenwesen“ inmitten von Laien und Profis / 16 Jahre als Voraushelfer zum Einsatzort

„Er ist ein Schaffer, er war an der Front!“, sagt Münsters Bürgermeister Joachim Schledt (parteilos) über Oswin Dony. Die „Front“ meint insbesondere die vielen Einsatzorte, die der 72-Jährige zwischen 2005 und 2021 als ehrenamtlicher Voraushelfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aufgesucht hat – oft mitten in der Nacht. Dafür und für weitere Tätigkeiten im DRK hat Dony im Rahmen der Mitgliederversammlung des Münsterer Ortsvereins nun den Landesehrenbrief erhalten.

Vorgeschlagen worden war der (Un-)Ruheständler, der seine Brötchen früher als Straßenbaumeister verdiente, von seiner Schwiegertochter Marina. Bürgermeister und Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) waren sich nach Durchsicht der Leistungen Donys einig, dass der die Auszeichnung redlich verdient hat. Da Schellhaas nicht zur DRK-Versammlung kommen konnte, übernahm die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Margarete Sauer (FDP) das Überreichen der Urkunde und das Anstecken der Ehrennadel.
Sauer nannte Dony in ihrer Laudatio ein „Zwischenwesen“ und erläuterte sogleich, wie sie das meinte: Er habe in Sachen Rettungstätigkeit weder als Laie noch als hauptberuflicher Profi fungiert. Als Voraushelfer, der oft einige Minuten vor dem Rettungswagen zum Beispiel an Unfallorten ankam, sei er „ein Grenzgänger zwischen Straßengraben und OP-Saal“ gewesen.

Es kommt auf jede Minute an

Tatsächlich kommt es etwa bei Herzstillständen auf jede Minute an. Den Voraushelfern gelingt es dabei immer wieder, dank ihres unbezahlten, aber auf vielen in der Freizeit absolvierten Ausbildungsstunden basierenden Engagements Leben zu retten und Heilungsverläufe durch kompetent durchgeführte Ersthelfer-Maßnahmen frühzeitig in eine möglichst positive Richtung zu lenken. Bis voriges Jahr sprang auch Oswin Dony in dieser Funktion immer wieder ins Auto, wenn ein Notfall gemeldet wurde. „Dann habe ich meiner Frau Gisela versprochen, dass ich nachts nicht mehr aus dem Bett springe“, erzählte er zur Ehrenbrief-Verleihung.

Mitglied im Deutschen Roten Kreuz ist der Münsterer schon seit 1968. Dem DRK-Ortsverein gehört er seit 1970 an. Ehrenmitglied ist er dort bereits. In mehr als fünf Jahrzehnten brachte er sich dabei nicht „nur“ als Voraushelfer ein, sondern früh auch als Bereitschaftsleiter: 1974, nur vier Jahre nach seinem Eintritt, stieg er in diesem Ehrenamt ein und bekleidete es fortan zwölf Jahre lang. 30 Jahre lang, bis 2017, war er zudem Zweiter Vorsitzender des Ortsvereins.

Eine Anekdote, einst entstanden in einer ernsten Situation, brachte bei der Verleihung des Landesehrenbriefs Timo Haug vom DRK-Kreisverband zu Gehör: Als Haug vor vielen Jahren als junger Rettungssanitäter bei einem seiner ersten Einsätze ankam, habe ihn Oswin Dony mit ruhiger Stimme, spürbarer Erfahrung und Blick auf den Patienten mit den Worten „beruhigt“: „Der hat einen Schlaganfall!“ Womit dank des harten Blitzbefunds gleich klar war, was zur Rettung des Mannes getan werden musste.

(Text: jedö)