Rödermark/Eppertshausen: Zwei jugendliche Tatverdächtige nach Angriffen auf “Waldmensch” ermittelt

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(Symbolfoto: Cornell Frühauf auf Pixabay)

Update: Nach den Angriffen auf einen im Wald bei Eppertshausen wohnhaften 60-Jährigen hat die Polizei zwei Tatverdächtige ermittelt. Zwei Tage nach der Veröffentlichung der Vorfälle, die sich am Mittwoch (20. April) und Freitag (22.April) unweit des Sportzentrums zugetragen haben sollen, kamen die Ermittler den beiden Jugendlichen im Alter von 16 Jahren durch konkrete Zeugenhinweise auf die Schliche.

Bereits am Freitag, 29. April, erfolgte die vorläufige Festnahme der beiden Schüler aus Eppertshausen. Ihnen wird vorgeworfen, den seit mehreren Jahren dort in einem Wohnwagen lebenden Geschädigten mit einem Holzpfahl am Kopf verletzt zu haben, als sie diesen durch die Scheibe des Wohnwagens stießen. Zuvor sollen sie ihn mit einem Pfefferspray attackiert haben.

Neben diesen beiden Geschehnissen wurden den Beamten noch zwei weitere Vorfälle bekannt: So sollen die Verdächtigen bei einem ihrer “Besuche” zudem mit einem Messer vor dem 60-Jährigen herumgefuchtelt haben. Ferner sollen sie am Dienstag, 26. April, auch einen Pflasterstein durch ein anderes Wohnwagenfenster geworfen. Hier blieb der selbsternannte “Aussteiger” jedoch glücklicherweise unverletzt.

Im Zuge von Wohnungsdurchsuchungen bei beiden Verdächtigen konnten neben dem Messer auch Mobiltelefone sichergestellt werden, welche nun ausgewertet werden.

In ersten Vernehmungen zeigten sich die beiden 16-Jährigen weitgehend geständig. Beide wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie müssen sich nun unter anderem wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, des Hausfriedensbruchs und der Bedrohung verantworten.

Die bereits erwähnte dritte Person mit längeren schwarzen Haaren ist bis dato noch nicht identifiziert, so die Ermittler. Unklar ist bislang auch das Motiv der Angriffe. Die Ermittlungen, auch dahingehend, dauern an.

Originalmeldung: Eine Beamtin der Regionalen Ermittlungsgruppe Ost hat mit zwei Angriffen auf einen im Wald wohnenden Mann einen nicht alltäglichen Fall in Bearbeitung und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.  Insbesondere Gassi- und Spaziergänger, Jogger sowie Radfahrer, die letzte Woche im Bereich der Nieder-Röder-Straße im Wald bei Eppertshausen, nahe dem Hotel Johannishof, der kleinen Hütte nahe dem Haus Westermann oder rund um den Sportplatz unterwegs waren.

In diesem Bereich wohnt ein 60-Jähriger auf einem Privatgrundstück in seinem kleinen Wohnwagen. Am Freitag letzter Woche (22. April) wurde er von drei 14 bis 16 Jahre alten Jugendlichen, zwei Jungs und einem Mädchen, verletzt. Die Unbekannten haben einen größeren Holzpfahl durch die Scheibe in den Wohnwagen gerammt, der den 60-Jährigen darinsitzend beim Lesen im Gesicht traf. Der Waldbewohner erlitt Abschürfungen und ein Hämatom unter dem rechten Auge. Außerdem haben die Angreifer neben der zerstörten Plexiglasscheibe auch sein Fahrrad, bei dem es sich um ein Dreirad handelt, beschädigt. Zudem fehlt sein kleines Kofferradio.

Die Jungen haben dunkle kurze Haare und eine schmale Statur. Die Jugendliche hatte lange schwarze Haare.

Bereits am Mittwoch, 20. April, wurde das Opfer von den beiden männlichen Tätern mit Pfefferspray besprüht. Zu beiden Tatzeiten kann der 60-Jährige keine genauen Angaben machen, da er keine Uhr hat. Es war jeweils tagsüber, also im Hellen.

Die ermittelnde Beamtin geht davon aus, dass die Jugendlichen im Raum Rödermark oder Eppertshausen wohnen. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.

Hinweise werden unter der Rufnummer der Polizeistation Dietzenbach (Tel. 06074/837-0) erbeten.

(Text: PM Polizei Südosthessen)