100 Wilde Bäche: Für lebendige, klimafeste Gewässer – Eine Zwischenbilanz

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(Symbolfoto: 652234 auf Pixabay)

„Renaturierung von 100 Bächen in 138 Kommunen – mit diesen Vorhaben haben wir vor zwei Jahren unser Programm “100 Wilde Bäche für Hessen” gestartet. Heute ziehen wir erfreuliche Zwischenbilanz. Trotz der Corona-Pandemie konnten wir mit 135 Kommunen individuelle und fast vollständig vom Land Hessen finanzierte Unterstützungsleistungen für die Renaturierung von Bächen durch den Dienstleister HLG vereinbaren. Die übrigen Kommunen werden bis Sommer folgen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz in Wiesbaden.

Annähernd 80 Runde Tische wurden durchgeführt. 28 Ausschreibungen von Ingenieur- oder Planungsleistungen sind erfolgt bzw. laufen. Mehr als 600 Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur wurden fachlich konkretisiert, davon u.a. Renaturierungen auf 413 Kilometer Gewässerlänge. Außerdem haben sich zwölf weitere Anrainerkommunen angeschlossen. „Ich freue mich, dass bereits die ersten Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt wurden. Beispielsweise an der Dietzhölze in Eschenburg und am Oberlauf des Dombachs in Bad Camberg“, betonte Hinz. „Mit den Maßnahmen schaffen wir neuen Lebensraum für Eisvogel und Biber, Forelle, Äsche und Bachneunauge, Stein- und Edelkrebs und zahlreiche Insekten. Und es profitieren nicht nur die Tiere und Pflanzen direkt im und am Gewässer, sondern auch die örtliche Bevölkerung. Naturnahe Gewässer schützen natürlicherweise auch vor Hochwasser, bieten einen großen Erholungswert für Klein und Groß und erhöhen das Bewusstsein für die Auswirkungen der Klimakrise.“

„Das regelmäßig durchgeführte Monitoring an den Gewässern zeigt, dass landesweit deutlich mehr strukturverbessernde Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den guten ökologischen Zustand an Bächen und Flüssen zu erreichen. Das Programm 100 Wilde Bäche für Hessen wird deshalb mit der dritten Bewirtschaftungsperiode zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie bis Ende 2027 fortgesetzt“, erklärte Hinz.

Hintergrund

Ziel des Programms ist es, die unterhaltungspflichtigen Kommunen und Wasserverbände bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an 100 ausgewählten Bächen zu unterstützten. Ziel der WRRL ist die Erreichung des guten ökologischen Zustands oberirdischer Gewässer bis zum Jahr 2027. Im Rahmen des Programms werden die Kommunen durch einen vom Land bereitgestellten Dienstleister, die Hessische Landgesellschaft mbH (HLG), bei der Umsetzung ihrer Renaturierungsmaßnahmen vielfältig unterstützt, zum Beispiel bei den Ausschreibungen der Planungen, bei der Abstimmung mit den zuständigen Behörden, bei der Beschaffung der notwendigen Flächen oder bei der Beantragung der Fördergelder. Das Land übernimmt zudem bis zu 95 Prozent der Kosten für die Maßnahmenumsetzung.

Zum Hintergrund siehe https://wildebaechehessen.de/.

(Text: PM Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)