Bischofsheim: Neue Nachbarschaft summt neben Neubaugebiet Hessenring

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Bürgermeister Ingo Kalweit (rechts) besucht die neu angesiedelten sechs Bienenstöcke und deren Bewohner. Er und Hobby-Imker Jan Thauer halten Abstand zu den fleißig herumfliegenden Insekten. (Foto: Bauhof Bischofsheim)

Die schlichten Holzhäuser waren schnell gebaut und der Einzug ist schon vollzogen: Sechs Bienenvölker sind die neuen Nachbarn auf der Ausgleichsfläche, die für das Neubaugebiet Hessenring in Bischofsheim vor zwei Jahren angelegt wurde.

„Es ging alles sehr schnell und unkompliziert“ erzählt Jan Thauer. Der Hobby-Imker aus Bischofsheim suchte per Soziale Medien nach einem Standplatz für sechs seiner insgesamt neun Völker. Sofort meldete sich Jens Hartwig, ein Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Bischofsheim. Wenig später standen die hölzernen Bienenbehausungen, gut geschützt durch einen Zaun, auf der Wiese. Die Arbeit der fleißigen Bienen startete sofort.

„Die Bienenstöcke passen genau in unser Gesamtkonzept. Die Ausgleichsfläche bietet den Völkern Nahrung und Wohnung“, sagt Bürgermeister Ingo Kalweit bei seinem Besuch der neuen Arbeitsstätte der Bienen. Er zeigte sich sehr zufrieden mit der Entwicklung des insgesamt 11.561 Quadratmeter großen Geländes. Angelegt wurden eine Wiese mit heimischen Blühpflanzen, Sträuchern und Bäumen. Spaziergänger können sich dort anhand von Infotafeln, „Bischofsheimer Naturbilder“ genannt, weiterbilden.

Wissensdurst der Spaziergänger ist immens

In direkter Nähe zur Infotafel über Wildbienen stehen jetzt die Bienenstöcke der Honigbienen, die aus bis zu 50.000 Tieren pro Stock bestehen. „Der Wissensdurst der Spaziergänger ist immens. Ich bekomme viele Fragen zu meinen Bienen gestellt“, freut sich der Imker über das große Interesse an seinem Hobby. Den Standort empfindet er als ideal, weil in nächster Nähe Obstbäume blühen, die gelben Blüten der Rapsfelder locken und die umgebenden Wiesen ebenfalls viel für seine Bienen zu bieten haben. „Es gibt in Bischofsheim Futter für bis zu 400 Völker“, schätzt Thauer. „Wir freuen uns, wenn Sie auch anderen dieses Hobby schmackhaft machen“, sieht Kalweit noch Entwicklungspotential.

Spaziergänger empfiehlt er: „Beobachten Sie die Tiere, aber halten Sie bitte Abstand!“
Hobby-Imker Thauer, der im April 2021 mit drei Völkern in seinem Garten startete, hat eine hundertstündige Ausbildung in Mayen absolviert, die das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz anbietet. Dort lernte er unter anderem, dass seine Tiere einen Flugradius von rund drei Kilometer haben. Nicht nur deshalb wünscht er sich, dass in den Hausgärten vorwiegend Pflanzen vorkommen, die Nahrung für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge bieten. „Zu beachten ist, dass keine Sorten, mit gefüllten Blüten verwendet werden, denn dort finden Insekten weder Nektar noch Pollen“, sagt Thauer. „Schottergärten tun mir im Herzen weh“, hofft er, dass sich wieder mehr Menschen für eine naturnahe Bepflanzung rund um ihr Zuhause entscheiden.

(Text: Gemeinde Bischofsheim)