eFootball: Rodgauer Weltmeister verpasst den EM-Titel knapp

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Dominic Alexius “ArCeZ” Günther spielt von Hainhausen aus für die deutsche eFootball-Nationalmannschaft. (Foto: PS)

Dominic Alexius Günther aus Hainhausen stürmt für die eFootball-Nationalmannschaft / Finalniederlage gegen Portugal

Weltmeister ist Dominic Alexius Günther bereits. Den EM-Titel hat der gebürtige Offenbacher, der mittlerweile in Hainhausen lebt, in der vergangenen Woche knapp verpasst. Der 34-Jährige ist Stürmer der eFootball-Nationalmannschaft, das EM-Finale verlor „Team Germany“ gegen Portugal.

Die eFootballer treffen nicht in einem realen Stadion aufeinander, die Spieler sitzen daheim vor ihren Computern. Dominic Alexius Günther und seine in ganz Deutschland verteilten Teamkollegen spielen die FIFA-Simulation nach dem sogenannten „Pro Clubs“-Modus: 22 „echte“ Menschen schlüpfen in diesem Modus in die Rolle ihres digitalen Avatars und treten im Elf gegen Elf gegeneinander an. Dem analogen Fußball soll der „Pro Clubs“-Modus am nächsten kommen. „Das ist wirklich ein Teamsport, auch wenn man nicht nebeneinander sitzt“, beschreibt Dominic Alexius Günther, der als „ArCeZ” auf dem Platz steht, die Faszination. „Da sind richtig Emotionen dabei.“

Souverän verwandelt: Dominic Alexius “ArCeZ” Günther trifft im Viertelfinal-Hinspiel der Europameisterschaft gegen Italien per Elfmeter zum 3:1-Endstand. Auch im Endspiel erzielte er ein Tor, das aber nicht zum Sieg gegen Portugal reichte. (Foto: PS)

Trotz eines Tores von „ArCeZ” verpasste das deutsche Team den Gewinn des IPCC-Eurocups, wie die Europameisterschaft genannt wird, knapp. In den Endspielen musste sich die deutsche Mannschaft Portugal geschlagen geben. Beim 1:1 im Hinspiel glich Dominic Alexius Günther die Führung der Portugiesen in der Anfangsphase der zweiten Hälfte mit seinem Tor postwendend aus. „Das erste Spiel war sehr ausgeglichen“, so Günther. „Mit ein bisschen Glück gewinnen wir diese Partie.“ Im Rückspiel wurde zu Beginn ein Tor der deutschen Mannschaft wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. „Team Germany“ geriet früh in Rückstand. „Dann kamen wir leider nicht mehr wirklich ins Spiel. Wir haben unsere Stärken nicht ausspielen können und waren sehr hektisch. Portugal hat über beide Spiele hinweg gut gespielt und verdient gewonnen“, war Dominic Alexius Günther, der mit seinem Team über die Gruppenphase und Siege im Viertelfinale gegen Italien und im Halbfinale gegen Georgien ins Finale einzog, ein fairer Verlierer. Kurz vor Schluss erzielte Portugal den 2:0-Endstand.  „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Weltmeisterschaft.“ Vom 8. Juni bis zum 27. Juli will Günther mit seinen Teamkollegen den WM-Titel aus dem vergangen Jahr verteidigen.

Dreimal Trainig pro Woche

Ein Spiel dauert im eFootball rund 20 Minuten, während der 45-sekündigen Halbzeit sollte man sich bei der Besprechung kurz fassen. Dank einer Audio-Verbindung können sich die Teammitglieder auch während des Spiels Kommandos zurufen. Dreimal in der Woche wird von 20 bis 22 Uhr trainiert. „Das sind für Familienväter angenehme Trainingszeiten“, sagt Dominic Alexius Günther, der als Bürokaufmann bei einem Energieversorger arbeitet. Bei wichtigen Spielen schaut auch seine Frau gerne zu. Günther ist auch Teil des Managements der Nationalmannschaft, das beispielsweise die Taktik mit ausarbeitet und Talente entdeckt. „Da steckt einiges an Arbeit dahinter.“ Nach den Spielen gibt es auch Nachbesprechungen und Videoanalysen. Das trage auch dazu bei, dass ein echtes Teamgefühl ensteht, auch wenn man sich real selten oder gar nicht trifft.

„ArCeZ“, der früher defensives Mittelfeld spielte und mittlerweile in den Sturm gewechselt ist, spielt natürlich nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch im Verein. Auch mit „ALL4TheGame“, wie sich sein Club nennt, läuft es gut. In der höchsten nationalen Liga steht man sehr zu Freude von Dominic Alexius Günther nach etwas mehr als der Hälfte im Vorderfeld. Eine nationale Meisterschaft fehlt Günther bislang in seiner Titelsammlung. Auch im Europacup und im nationalen Pokalwettbewerb ist man noch dabei.

Dominic Alexius Günther, der im Offenbacher Nordend aufwuchs, stand früher auch auf dem „echten“ Fußballplatz. In der Jugend spielte er beim VFB Offenbach, trainierte auch mal beim OFC-Nachwuchs mit. „Für die Kickers war ich aber nicht schnell genug“, erinnert sich Günther schmunzelnd. Dafür hatte er viele Jahre eine Dauerkarte, erlebte unter anderem die Zweitligaaufstiege des OFC in Osnabrück (1999) und in Mainz (2005) mit. Auch heute verfolgt Günther die Spiele des Regionalligisten, auch wenn er mittlerweile keine Dauerkarte mehr hat. Die Verbundenheit zum OFC drückt Dominic Alexius Günther auch beim virtuellen Fußball aus. Immer, wenn er ein Tor erzielt hat, leuchtet anschließend auf dem Computer-Bildschirm der Kickers-Schriftzug auf.

Weitere Informationen zu den Spielen der deutschen Mannschaft auch unter esport-manager.com und auf dem Twitch-Kanal unter twitch.tv/esportmanagercom.

(Text: PS)