Notunterkünfte in den Sporthallen in Kronberg und Neu-Anspach werden zum 11. Juni geschlossen

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(Grafik: Hochtaunuskreis)

In einem Schreiben an die hessischen Landkreise hat das hessische Ministerium des Innern und für Sport sowie das Hessische Ministerium für Soziales und Integration mitgeteilt, dass die Notunterkünfte, die in Sporthallen für die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge eingerichtet wurden, zum 11. Juni geschlossen werden können. „Sofern es die politische Lage zulässt und die Flüchtlingswelle nicht wieder zunimmt, werden wir das auch tun“, erklärt Landrat Ulrich Krebs.

Gleichzeitig soll die ebenfalls vom Kreis genutzte Halle an der Christian-Wirth-Schule in Usingen freigemacht werden. Derzeit sind 37 ukrainische Flüchtlinge in den Doppelhallen an der Altkönigschule und 61 in der Sporthalle an der Neu-Anspacher Grundschule am Hasenberg untergebracht. Rund 2700 Flüchtlinge sind insgesamt im Hochtaunuskreis registriert. Die Entscheidung bedeutet nicht, dass anschließend sogleich wieder Schul- und Vereinssport in den Hallen stattfinden können. „Wir müssen erst schauen, ob und wenn ja, welche Abnutzungsschäden in der Zeit der Unterbringung der Flüchtlinge entstanden sind“, so Krebs. Diese müssten erst repariert werden, bevor Sport in der Halle möglich ist. Ob das noch vor den am 25. Juli beginnenden Sommerferien gelingt, ist unwahrscheinlich.

Spätestens zum neuen Schuljahr, das am 5. September startet, soll der Schulsport in den Hallen an der Altkönigschule und der Grundschule am Hasenberg wieder unterrichtet werden. Sollten die Reparaturarbeiten während der Sommerferien abgeschlossen werden können, werden die Hallen noch in den Ferien für den Vereinssport freigegeben, verspricht der Landrat. „Es ist mir bewusst, dass die Schulgemeinschaften und die Vereine sehr unter der Schließung der Hallen gelitten haben. Ich möchte mich daher ausdrücklich für das gezeigte Verständnis und die Unterstützung für Menschen in einer extremen Notsituation bedanken“, so Landrat Krebs.

Sein Dank gilt auch den vielen Ehrenamtlichen, die geholfen haben, die Geflüchteten in den Notunterkünften zu betreuen und auf vielfältige Weise zu unterstützen. Dies sei keineswegs als selbstverständlich anzusehen. Laut Schreiben der beiden hessischen Ministerien sind seit Ausbruch des Ukraine-Konflikts rund 406.000 Menschen aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland geflüchtet 56.000 haben in Hessen eine Zuflucht gefunden. Durch die Verlagerung der Schwerpunkte des Kriegsgeschehens in den östlichen Landesteil der Ukraine, hat sich der Anteil der Flüchtenden in Richtung Mitteleuropa deutlich verringert. Daher können nun die Notunterkünfte in den Sporthallen geschlossen werden. Allerdings kann bei einer Änderung des Kriegsgeschehens in der Ukraine es notwendig werden, die Notunterkünfte zu einem späteren Zeitpunkt wieder einzurichten.

(Text: PM Hochtaunuskreis)