Narretei im Mai beim JSK Rodgau

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Einzug des Rodgau Prinzenpaares Nadja I. mit Prinz Jan I. und dem gesamten Hofstaat. (Foto: JSK)

Ein Feuerwerk neuer Ideen, Solidarität und Tradition

Da war den Machern um Stefan Schmidt, dem neuen Präsidenten der Giesemer JSK Fastnacht und seinem Vize Thomas Lilla ein großer Wurf gelungen. Das Kampagne-Motto „Närrisch düst mit Groß und Klaa, die Zeitmaschin vom JSK“ passte in diese turbulente Zeit und wurde von den Narren nach Belieben nach vorne gedreht oder zurück. Man merkte förmlich zwei Jahre Zurückhaltung konnte und durfte endlich aufgegeben werden. Die Narren verbanden geschickt ein neues Format, Elferrat in abgespeckter Form (das geht) mit kurzweiliger Show, mit nicht wegzudenkendem Traditionellen und einer großen Solidarität mit der aktuellen Lage in der Ukraine. Die Marionetten widmeten ihren Showtanz dem Frieden. Am letzten Samstag wurde die Fastnacht in Giesem neu erfunden. Schon vor dem Einmarsch bereitete der Präsident im Aufwärmprogramm das Auditorium auf das was folgen sollte vor, ohne Hofkapelle, sondern mit Holger Matschan, der bereits mit „Jetzt geht´s los“ den Korken aus der Flasche knallen ließ.

Schon der Einmarsch des Rodgau Prinzenpaares mit dem gesamten Hofstaat war ein Triumphzug, bei dem der Funke auf das Publikum übersprang und ein Feuer der Begeisterung entfachte, das bis zum Finale nicht mehr erlosch. Ein über das andere Mal gab es stehende Ovationen, von den Raketen der Begeisterung ganz abgesehen, die gezündet wurden. Die längste Kampagne in der Giesemer Geschichte für das amtierende Rodgau Prinzenpaar Jan I. und Nadja I. könnte nach dem Geschmack der Tollitäten weitergehen. Das Publikum trug sie auf den Thron. Jurema Schmidt, die auch für die Narrenpost Titelseite, das Bühnenbild, den Kampagne Orden und das neue Elfer Outfit verantwortlich ist und Alina Berlin steht für Qualität. Kein Wunder, dass sich die Prinzengarde mit ihrem Tanz die erste Rakete abholte, frenetisch gefeiert wurde und ohne Zugabe nicht von der Bühne durfte. Überhaupt die Tänze. Da merkt man den Turnverein mit seinen getanzten Figuren und alles bis in die letzte Naht selbstgeschneiderte Kostüme. So auch die Mothers on Move (MOMS), unter Leitung der „Dancing Queen“ Jutta Groha. Aus ihrer Mitte stammt die Prinzessin, die bei der Zugabe nicht fehlen durfte.

Gugi Phillipp Jansen, verkörpert die nächste Generation in der Giesemer Fastnacht.  In seiner Welt, die Zeitmaschine nach vorne gedreht, erkannte er die Bildungsstadt Rodgau, nach ausreichenden kostenlosen Kitaplätzen gibt es Schulklassen mit maximal 14 Kindern. Der „equal pay day“ ist eingeführt und Frauen können ihre Rechnungen selbst bezahlen. Die politisch literarische Fastnacht verkörpert Sönke Herzog, wo Robert Harbeck die Erderwärmung für nicht so schlimm hält, weil dann die Gasspeicher im nächsten Winter länger voll bleiben. Die beleidigte Leberwurst soll bei Hiller ein Renner sein. Die Giesemer Sing-Sang-Mädels stellten mit ihrer musikalischen Zeitreise den Saal auf den Kopf, wo man sich fragte, können gecoverte Lieder besser sein als das Original?  Stehende Ovationen für Sarah May, Nina Gröpl, Nadine Dorschner und Stephanie Weimer gelten als Beweis dafür, dass es geht.

Die getanzten Figuren von Cupiditas unter Leitung von Kristin Follmann drehten die Uhr in die Steinzeit zurück und holten sich mit ihren akrobatischen Formen die nächste Rakete ab. So auch der Solotanz von Anna Sahm, die ausgezeichnet trainiert wird von Franzi Mahr. Zuvor gab es eine weitere Premiere. Die Figur des Till wird in Zukunft von Marvin Kühne verkörpert, der als Erzkomödiant einen urkomischen Auftritt hinlegte. Die Gugisheimer trugen „ihren Till“ auf dem Thron durch den Saal (in Prinz Pipi Manier) auf die Bühne. Dort verkörperte er wie kein anderer die neue Fassenacht. Er vermischte frische kritische Texte mit der Tradition der kecken, beherzten Till Figur und empfahl den jüngeren Jahrgängen, die Umwelt zu schützen. Allein beim Wasserverbrauch. Geht zusammen Duschen. Früher waren auch 7 Familienmitglieder in der Badewanne, nacheinander, im gleichen Wasser. Natürlich durften auch die Gugisheimer nicht fehlen. Mit ihrer Show nahmen sie sich selbst, die Fassenacht, die Elfer und natürlich die Dudenhöfer auf den Arm. Nichts ist ihnen heilig.

Die Marionetten unter Leitung von Stephanie Weimer drehten die Uhr auf das aktuelle Geschehen. In der atemberaubenden Geschwindigkeit getanzten Revue verwandeln sich die Militärkostüme in Regenbogenfarben mit Peace Fahnen und dem großen Herz in den ukrainischen Landesfarben. Hier ist ein großer Wurf gelungen. Dieses närrische Spektakel funktioniert nur, wenn die Übergänge zwischen den Programmpunkten mit ausgezeichneter Bühnentechnik, mit den richtigen Licht und Toneinstellungen funktioniert. Dass das gelingt, dafür ist die Mannschaft der Giesemer Fassenachter bekannt. Gleiches gilt für Maske und Kostüme. Es war eine schöne Narretei im Mai. Seit Montag ist wieder Aschermittwoch.

(Text: PM JSK Rodgau / Fotos: JSK)