Hochtaunuskreis: “WIR”-Integrationslotsinnen und -Integrationslotsen jetzt auch im Gesundheitsbereich

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(Symbolbild: Patty Brito auf Unsplash)

Im Hochtaunuskreis gibt es seit 2014 bereits „WIR“-Integrationslotsinnen und -Integrationslotsen. Diese unterstützen vor allem neuzugezogene Menschen, die aufgrund ihrer Migrationsgeschichte noch über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügen, sich aber im Alltag zurechtfinden müssen. Die ehrenamtlichen Kräfte helfen bei Terminvereinbarungen, begleiten bei Behördengängen, geben Erläuterungen zu KiTa- und Schulanmeldungen, unterstützen bei Bewerbungsverfahren und übersetzen bei Arztbesuchen.

Geschult und betreut werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vom Internationalen Bund Südwest gGmbH (IB). Dort wählt die Projektkoordinatorin für jeden Einsatz die passende Lotsin oder den passenden Lotsen aus. „Ich kenne meine Lotsinnen und Lotsen genau. Daher würde ich z.B. stets eine Mutter zu einem Einsatz senden, wenn es um die Begleitung bei einem Kinderarzt-Besuch geht“, erklärt Sofia Nurhusien vom IB. Sie und eine Kollegin koordinieren fast 40 Personen, die als Lotsinnen und Lotsen im Hochtaunuskreis aktiv sind.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und der Hochtaunuskreis machen das Projekt durch ihre Förderung im Rahmen des hessischen Landesprogramms „WIR“ möglich. Ziel des Programms ist die Verbesserung und der Ausbau der Teilhabechancen aller Menschen in Hessen sowie Diskriminierung und Rassismus entgegenzuwirken.
Der erste Schritt in die Lotsentätigkeit führt über eine Qualifizierungs-Schulung. Damit die Lotsinnen und Lotsen auf einem aktuellen Wissensstand bleiben, werden regelmäßig Vertiefungsschulungen zu spezifischen, aktuell relevanten Themen angeboten. Ein weiteres Ziel ist eine Vernetzung der Lotsentätigkeit.

Eine der Neuerungen ist seit 2022 die Qualifizierung der Lotsinnen und Lotsen für den Gesundheitsbereich. Wie wichtig solche ehrenamtlichen Helfer sein können, verdeutlicht eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demnach sind Menschen mit Migrationshintergrund beispielsweise seltener gegen Corona geimpft als Personen ohne Migrationshintergrund. Das liegt, laut Studie, aber nicht daran, dass sie Impfgegner sind, sondern weil ihnen notwendige Informationen fehlen. Hier und bei vielen anderen Fragen zum Gesundheitsbereich können Ehrenamtliche Brücken bauen und als Sprachmittlerinnen und Sprachmittler helfen.

Die Sozialdezernentin des Hochtaunuskreises, Katrin Hechler: „Wir sind froh darüber, eine seit Jahren verlässliche Struktur mit hessenweiten Qualitätsstandards in der ehrenamtlichen Arbeit zu haben und freuen uns, wenn noch mehr Interessierte dafür begeistert werden können. Besonders für Menschen mit Migrationsgeschichte, deren Ankunft in Deutschland und im Hochtaunuskreis noch nicht lange zurückliegt, kann die Integrations-Lotsentätigkeit den Impuls und das Selbstvertrauen geben, den Sprung in den deutschen Arbeitsmarkt zu realisieren.“

Wer Interesse an einer Tätigkeit als Integrationslotsin oder -lotse hat, kann sich per E-Mail an Lotsenvermittlungsstelle-Hochtaunus@ib.de wenden.

(Text: PM Hochtaunuskreis)