23 Redner würdigen Amtszeit vom mittlerweile „ehemaligen“ Bürgermeister Jürgen Hoffmann

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Ein passendes Geschenk zum Abschied: eine Hängematte. (Foto: ah)

Zwölf Jahre lang war Jürgen Hoffmann Bürgermeister der Stadt Rodgau. Bei seiner Verabschiedung im Bürgerhaus Dudenhofen hatten sich 23 Redner auf die Liste setzen lassen und schon bald wurde klar, dass er sehr viele Spuren hinterlässt.

Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Kaiser und der Erste Stadtrat Michael Schüßler nutzten ihre Redezeit recht großzügig aus, was aber verständlich sein dürfte, da beide sehr eng mit dem scheidenden Bürgermeister zusammengearbeitet haben.

Mit dem Satz: “Ich bin stolz darauf, dich in dieser ganzen Zeit begleitet zu haben“ begann Jürgen Kaiser und dann folgte eine Schilderung der zahlreichen Veränderungen, die Rodgau in der Zeit von Jürgen Hoffmann erlebt hat. So habe er die Stadtwerke aufgebaut, die nun als innovatives Unternehmen dastünden. Die Liste ging weiter mit Stadtentwicklung, Flächenentwicklung für Gewerbebetriebe, neue Wohngebiete, wie Rodgau-West, ein neuer Stadtteil, der als beispielhaft für moderne Stadtplanung stehen könne, aber auch H17 mit seinem Helixpark. Es sei Hoffmann nicht nur um Baufläche gegangen, sondern vorrangig um bezahlbaren Wohnraum. Auch das Thema ärztliche Versorgung habe sich zum Glück positiv entwickelt. Ein weiteres Thema des scheidenden Bürgermeisters sei die Mobilität und vor allen Dingen die stärkere Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung gewesen.
Etwas persönlicher wurde der Erste Stadtrat Schüßler, der auch für den Magistrat sprach.

Zahlreiche Weggefährten und Bürger verabschiedeten sich von Jürgen Hoffmann. (Foto: ah)

„Es waren bestimmt Eigenschaften, die dich ein Stück einzigartig gemacht haben: Du warst ein Bürgermeister, der unendlich neugierig ist, für große und kleine Dinge. Du bist begeisterungsfähig, konntest ehrliche Freude mit den Menschen teilen, nie verbogen, aber auch verletzlich. Du warst hartnäckig, was mancher mit Penetranz bezeichnet hätte und wenn du dir irgendwas in den Kopf gesetzt hast, immer gut vorbereitet und sehr gründlich präpariert. Im politischen Sinne war dein Ideenreichtum fast grenzenlos“. Für die gute Zusammenarbeit dankten auch die Vertreter der anderen Parteien. So betonte Clemens Jäger (CDU), dass sich Jürgen Hoffmann stets mit Herzblut und großem Engagement für seine Heimatstadt eingesetzt habe. „ Wir waren nicht immer in der Sache einer Meinung und haben oft auch einen harten Strauß ausgefochten. Aber wir haben immer um die Sache gerungen.“ Landrat Oliver Quilling wies auf die gute Zusammenarbeit besonders in den harten Zeiten hin, sei es Flüchtlingskrise, Corona und auch die Probleme bei der dynamischen Entwicklung der Rhein-Main–Region. Hoffmann habe immer die Interessen seiner Stadt vertreten und die Entwicklung könne sich wirklich sehen lassen. Rodgau habe einen großen wirtschaftlichen Aufschwung genommen und sei attraktiv für viele Neubürger. „ Sie können mit Stolz darauf zurückblicken. Vorher hatte man den Eindruck, als ob sich die Räder in Rodgau überhaupt nicht mehr drehen. Mit Jürgen Hoffmann haben sie sich so schnell gedreht, dass manche die Luft angehalten haben“. Der künftige Bürgermeister Max Breitenbach drückte seine Wertschätzung und Dankbarkeit für vergangen fünf Monate aus, die man relativ intensiv miteinander verbracht habe. Das sei beim Amtsübergang nicht immer üblich, wie man in der Vergangenheit erleben konnte. Er übernehme auch ein Haus, das funktioniere und wo die Mitarbeiter sich mit der Verwaltung identifizierten und Spaß hätten, mitzuarbeiten. Das sei für ihn als Nachfolger die perfekte Grundlage für die Weiterarbeiten. Vertreter verschiedener Verbände bedauerten, dass die kompetente Stimme von Jürgen Hoffmann nun fehlen würde. So habe er Fragen auf Grund seiner umfangreichen Kenntnisse gestellt, schilderte Dr. Jürgen Dieter, Geschäftsführer des Hessischen Städtetages, die vorher noch keiner gestellt hätte.

Dudenhofens Pfarrerin Christina Koch sprach an diesem Abend für alle evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und das sei bisher noch nie der Fall gewesen. Auch ein besonderes Geschenk hatte sie mit dabei und fünf Feuerwehrleute sorgten dafür, dass Jürgen Hoffmann sie gleich einweihen konnte. „Es ist ein Geschenk, für das man mutig aussteigen muss, um mutig einzusteigen. Ein Geschenk in dem man Übersicht gewinnt, sein Gleichgewicht finden kann, man muss gar nichts tun, nur die Ruhe finden und sich getragen fühlen“. Es war eine regenbogenfarbene Hängematte, in der Jürgen Hoffmann vielleicht die Ruhe findet, die ihm die vielen Gratulanten gewünscht haben. Pfarrer Dieter Eckstein verabschiedete sich mit den passenden Liedern und den Klängen seines Dudelsacks.

(Text: ah)