Rödermark: Angebote für ältere Menschen besser sichtbar machen

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Adeniyi Akinwale vom GuFiE legte mit den Messebesuchern eine kleine Trainingseinheit ein. (Foto: PS)

Erste Seniorenmesse steht unter dem Motto „Gemeinsam vital ins Alter“

Rödermarks erste Seniorenmesse bewies unter anderem, dass der Campus der Berufsakademie Rhein Main vielseitig nutzbar ist. Dort, wo sich sonst beim Tag der offenen Tür der BA die Partnerunternehmen an ihren Infoständen präsentieren und kurze Bewerbungsgespräche mit Studieninteressenten führen, bekamen am Samstag überwiegend ältere Menschen einen recht umfangreichen Überblick über die Angebote in der Stadt für ihre Zielgruppe. Die kommunale Fachabteilung „Soziale Stadt“ hatte die Messe („Gemeinsam vital ins Alter“) federführend vorbereitet.

Bei der Eröffnung am Morgen herrschte unter anderem bei der Ersten Stadträtin Andrea Schülner Vorfreude auf die Premiere. Rödermark habe auch für Seniorinnen und Senioren ein „unfassbar großes Angebot“, so die Sozialdezernentin. Beispielsweise, wenn es darum gehe, mitzuhelfen, dass Menschen auch im Alter geistig und körperlich fit bleiben. Oft seien Angebote für Senioren aber nicht so bekannt, so Schülner. Auch daher kam man darauf, eine Messe speziell für eben diese Zielgruppe anzubieten.

Bürgermeister Jörg Rotter gab zu, dass er der Idee einer Seniorenmesse zunächst skeptisch gegenüber stand. „Mittlerweile glaube ich aber, dass dies der richtige Weg ist.“ Schließlich könnten mit solch einer Messe die vielfältigen Angebote für ältere Mitbürger in der Stadt besser sichtbar gemacht werden. Hinzu kommt, dass in den vergangenen zweieinhalb Jahren pandemiebedingt auch für Senioren viele Termine ausfielen, also durchaus Nachholbedarf in Sachen Veranstaltungen, bei denen man sich trifft, besteht. Der Campus der Berufsakademie eigne sich sehr gut für die Messe, sagte Gastgeber und BA-Geschäftsführer Bernd Albrecht. „Die Senioren spielen oft auch eine gewichtige Rolle bei der Studienplatzwahl der jungen Leute“, wusste Albrecht, der den Samstag auch nutzte, um bei den Ratgebern der jüngeren Generationen für die BA die Werbetrommel zu rühren.

An den Infoständen wurden die Besucher der Seniorenmesse über die vielfältigen Angebote für ältere Menschen in der Stadt informiert. (Foto: PS)

Neben Beratungs- gab es bei der Seniorenmesse auch einige Mitmach-Angebote. Für die sorgte beispielsweise Adeniyi Akinwale, der gemeinsam mit seiner Frau Julia das Fitnessstudio GuFiE leitet. Akinwale lud die Messebesucher zu einer kleinen Trainingseinheit ein und hielt anschließend einen Vortrag zum Thema „Sport im Alter“. Im GuFiE gibt es mehrere Kursangebote, die sich speziell an Senioren richten. „Das sind mit unsere treuesten Kunden, die sehr regelmäßig zu uns kommen“, so Adeniyi Akinwale. Zum Mitmachen luden auch der Seniorentanz mit Christa Wolter und – gegenüber im Badehaus – das Aqua-Sport-Angebot „Fit im Wasser“ ein. Bei Führungen gab es zudem Einblicke in die Technik der Schwimmhalle.

Mit vier der insgesamt 13 Stationen des sogenannten Demenzparcours war der Pflegestützpunkt Kreis Offenbach bei der Seniorenmesse vertreten. Der Parcours soll gesunden Menschen helfen zu verstehen, wie sich Demenzkranke fühlen und stellt deren Tagesverlauf nach. „Die meisten gehen mit einem anderen Blickwinkel aus dem Parcours heraus“, hat Andreas Diehl vom Pflegestützpunkt festgestellt. Zudem würden sie ihre Ungeduld im Umgang mit Demenzkranken nun stärker hinterfragen.

Im BA-Gebäude beschäftigte sich ein weiterer Vortrag mit der Hospizarbeit der Johanniter. Über ihre Arbeit informierten beispielsweise auch die Radioinitiative, die zu einem Quiz einlud, VDK, Seniorenbeirat und Seniorenhilfe. Letztere freute sich im Laufe des Tages über einige neue Mitglieder. Unter den Infoständen war auch das junge Urberacher Unternehmen „Betreuung mit Herz“, das dabei mithelfen will , dass Seniorinnen und Senioren möglichst lange in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung leben können. Zu wichtigen Hilfsmitteln für ältere Menschen können im Laufe der Zeit Rollatoren und Rollstühle werden, die beim Stand des Sanitätshauses Curavo aus Ober-Roden getestet werden konnten. Mitarbeiterin Sandra Jäger hat bei der Kundenberatung festgestellt, dass Seniorinnen tendenziell eher zum Rollator greifen und sich von dessen Vorteilen überzeugen lassen, während Männer dann doch vielfach skeptischer sind.

(Text: PS)