Berufsfeuerwehrmann Klaus Däschler aus Altheim tritt bei den „World Police & Fire Games“ im Süßwasser-Angeln an

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Der Altheimer Klaus Däschler nimmt im Juli im Süßwasser-Angeln an den „World Police & Fire Games“ in Rotterdam teil. (Foto: jedö)

„Eine gute Platzierung beginnt mit dem Losen“

„Wenn nicht jetzt, wann dann?!“, fragt Klaus Däschler rhetorisch und meint damit die große Sache, die er für diesen Sommer geplant hat: Der Altheimer hat sich für die „World Police & Fire Games“ angemeldet, die vom 22. bis 31. Juli in Rotterdam stattfinden. Dabei handelt es sich um eine Art Olympische Spiele für alle, die für die Polizei, den Zoll, im Justizvollzug und bei der (Berufs-)Feuerwehr arbeiten. Letzteres ist bei Däschler der Fall – und die Disziplin, für die er gemeldet hat, erraten jene schnell, die ihn noch als früheren Vorsitzenden des ASV Münster kennen: Der 57-Jährige wird im Süßwasser-Angeln mit von der Partie sein.

Dort tritt er bei den Weltspielen am vierten und fünften Wettkampftag (25. und 26. Juli) sowohl im Einzel als auch im Duo (an der Seite von Alexander Gericke, einem befreundeten Polizisten) an. „Im Einzel will ich unter die ersten zehn, im Doppel unter die ersten 15“, nennt er seine Ziele. Wobei Däschler weiß, „dass eine gute Platzierung mit dem Losen beginnt“. Angelwettbewerbe beginnen meist in den Morgenstunden, „der frühe Angler fängt den Fisch“. Die Medaillen-Chancen werden auch davon abhängen, welcher Steg ihm an jenem Kanal nahe der niederländischen Hafenstadt, der Schauplatz des Angelns ist, zugelost wird.

Dennoch ist für eine Topplatzierung wesentlich mehr nötig. „In erster Linie kommt es natürlich auf den Angler an“, sagt Däschler. „Er muss vor allem die Angeltechniken beherrschen sowie die Wahl der Futtermittel und Köder verstehen.“ Und er müsse, ganz wichtig, das Gewässer „lesen“ können. Der Fachmann erläutert, was das heißt: „Ich muss zum Beispiel schauen, ob das Wasser trüb oder klar ist. Wenn es klar ist, kann der Fisch auch rausgucken.“ Der gute Angler lote zudem ausgiebig die Bodenstrukturen aus: „Du musst die Strukturen der Angelstelle kennen. Wenn dort, wo ich bin, eine Senke ist, über die ich drüber werfe, dann habe ich Pech gehabt.“

Auch das Equipment müsse stimmen, „wer billig kauft, kauft zweimal“, ist der Altheimer überzeugt. Zielfische sind meist Brassen, Karpfen, Schleien und Rotaugen. Bei den Weltspielen in Rotterdam wird der Angelerfolg in Gewicht gemessen. „Ich habe rund 10 Kilo ins Auge gefasst“, nennt Däschler eine Größenordnung für den sechsstündigen Wettkampf am Kanal. Zu dem reist er im Vorfeld zweimal, um sich optimal vorzubereiten. Aus echtem, reinem Sportsgeist, denn Geld gibt es bei den World Police & Fire Games selbst für den Titel nicht zu gewinnen. Im Gegenteil: Alle mit dem Abenteuer verbundenen Kosten tragen die Teilnehmer selbst.

Große Vorfreude und Entschlossenheit

Klaus Däschler, Berufsfeuerwehrmann bei der Stadt Ludwigshafen, aus der er auch stammt und in die er für seine 24-Stunden-Schichten auf der Wache seit 15 Jahren pendelt, geht die Sache dennoch mit großer Vorfreude und Entschlossenheit an. Zumal er die Weltspiele 2022 als letzte Chance begreift, um selbst mitzumischen. „Die Spiele finden nur alle zwei Jahre statt, und die nächsten 2024 sind in Kanada“, blickt er voraus. Das sei weit weg und teuer, „und ich habe beruflich nur noch zwei Jahre zu gehen“. Sobald er nicht mehr im aktiven Dienst der Berufsfeuerwehr stehe, dürfe er bei den Weltspielen – für die keine sportliche Qualifikation nötig ist – nicht mehr antreten. Länger als bis zu seinem 60. Geburtstag werde er seinen Job nicht mehr ausüben (können), „bei Kraft und Schnelligkeit kommt man durchs Alter irgendwann ja an seine Grenzen“.

Dass mit dem Altheimer einer nach Rotterdam reist, der den Angelsport von der Pieke auf gelernt und theoretisch wie praktisch bis ins Detail durchdrungen hat, zeigt auch der Blick in seine Vita: „Mein Vater hat mich schon als Kind mitgenommen und zum Angeln gebracht. Ich war von Beginn an fasziniert davon, was er macht. Was einen genau bewegt, wenn man angelt, kann ich gar nicht genau sagen. Ich weiß aber, dass ich die Natur und Freiheit liebe. Früher kam auch der sportliche Aspekt hinzu, sich mit anderen zu messen.“

Durch seine Akribie schaffte es Klaus Däschler einst in den erweiterten Kader der Jugendnationalmannschaft. Wichtig sei ihm außerdem ein gewisser Respekt vor dem Tier, das zwangsläufig Opfer seiner Angelleidenschaft wird: „Ich führe ganz bewusst keinen ,Kampf’ mit dem Fisch – denn er ist ein Lebewesen.“ Auch bei den World Police & Fire Games gibt es Mindestgrößen für alle Zielfische, unter denen die Tiere zurück im Gewässer landen. Für bestimmte Arten werden zudem Schonzeiten berücksichtigt.

(Text: jedö)