Stammzellenspender für leukämiekranke Nadja aus Niedersachsen gesucht

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Nadja braucht dringend eine*n passende*n Stammzellspender*in (Foto: privat)

Nur mit Hilfe einer Stammzelltransplantation hat Nadja eine Chance zu überleben – und ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Doch weltweit wurde bisher noch kein:e genetisch passende:r Stammzellspender:in für die junge Mutter gefunden. Familie und Freund:innen setzen nun all ihre Hoffnung in einen bundesweiten Aufruf: Sie bitten alle Menschen, die noch nicht typisiert sind, das online über Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung nachzuholen – um Nadja und das Glück ihrer Familie zu retten.

Nadja und ihr Mann freuen sich auf die Geburt ihres zweiten Kindes. Doch noch im Kreißsaal wird dieser besondere Tag zum Alptraum: Bei Nadja wird Leukämie festgestellt. Die Nachricht über die lebensbedrohliche Diagnose war ein großer Schock. Eine enge Freundin, Melanie Gebel-Natge, erzählt: „Vor ein paar Wochen war unsere größte Sorge, ein passendes Geschenk zur Geburt der kleinen Hannah zu finden. Jetzt haben wir schreckliche Angst um Nadja. Wir brauchen sie – besonders ihre Familie braucht sie!“

Die Zeit drängt – es ist wichtig, so schnell wie möglich eine:n passende:n Lebensretter:in für Nadja zu finden. Bei einer Typisierungsaktion in ihrer Heimatstadt Northeim haben sich bereits mehr als 200 Menschen bei der Stefan-Morsch-Stiftung als potenzielle Stammzellspender:innen registriert. Unter Hochdruck werten die Mitarbeiter:innen der Stiftung die entscheidenden Genmerkmale der neuaufgenommenen Spender:innen aus. Ob tatsächlich der oder die passende Lebensretter:in dabei ist, ist noch offen. Parallel dazu muss die Suche nach dem genetischen Zwilling weitergehen: Die Stiftung ruft jetzt gemeinsam mit Nadjas Familie und Freunden zur Online-Typisierung über ihre Homepage auf. „Je mehr Menschen mitmachen, umso größer ist die Chance, dass Nadja gerettet wird,“ betont Freundin Melanie Gebel-Natge. Sich online zu typisieren ist ganz einfach: Unter www.stefan-morsch-stiftung.de muss man lediglich ein paar kurze Fragen beantworten und seine Kontaktdaten angeben. Im Anschluss bekommt man ein Entnahme-Set für eine Speichelprobe per Post. Diese Probe schickt man dann kostenfrei wieder zurück.

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, erklärt: „Als mein Bruder Stefan in den 80er Jahren an Leukämie erkrankte, habe ich es als kleines Mädchen selbst erlebt – und seither bei vielen Erkrankten und ihren Familien: Eine Krebserkrankung reißt Betroffenen und Angehörigen buchstäblich den Boden unter den Füßen weg.“ So auch bei Nadja und ihrer Familie. Seit der Geburt von Tochter Hannah und der Diagnose konnte die 35-Jährige das Krankenhaus kaum verlassen. Besonders der dreijährige Henry vermisst seine Mutter sehr, obwohl Nadjas Ehemann versucht, den Alltag so gut es geht aufrecht zu erhalten. Susanne Morsch erläutert „Die Anteilnahme von Mitmenschen gibt betroffenen Familien Kraft und das Gefühl, nicht alleine zu sein. Wir haben deshalb für sie auch außerhalb der Bürozeiten ein offenes Ohr.“ Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist Deutschlands erste Stammzellspenderdatei. Seit mehr als 35 Jahren setzt sich die gemeinnützige Organisation dafür ein, für jede:n Leukämiekranke:n eine passende Spenderin oder einen passenden Spender zu finden. Darüber hinaus hilft die gemeinnützige Organisation, wenn Betroffene und ihre Familien durch die Krankheit in finanzielle Not geraten sind.

Weitere Informationen über Typisierung und Stammzellspende erhält man telefonisch unter 0800/76 67 724 oder unter www.stefan-morsch-stiftung.de.