VdK-Ortsverband Nieder-Roden feiert 75-jähriges Jubiläum

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Der Vorsitzende des VdK Hessen -Thüringen Paul Weilmann (links) und Klaus-Joachim Rink, Vorsitzender des VdK Nieder-Roden, zeichneten Cäcilia Willmutz für lange Jahre der Treue zum VdK aus. (Foto: ah)

1945 endete der Zweite Weltkrieg und schon 1946 wurde der „Verband der Körperbehinderten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen für Groß-Hessen“ (VdK) als Selbsthgilfegruppe von den Behörden zugelassen.

An diese Zeit erinnerte erinnerte Paul Weilmann, Vorsitzender des VdK Hessen-Thühringen, bei der Feier zum 75-jährigen Jubiläum des VdK-Ortsverbandes Nieder-Roden im Bürgerhaus. Deutschland lag damals in Trümmern und nur der Hartnäckigkeit von Abraham Sauer, dem späteren Landsvorsitzenden des VdK Hessen, sei es zu verdanken, dass der Verband gegen den anfänglichen Widerstand der amerikanischen Militärregierung, ins Leben gerufen werden konnte. In einer Zeit, als Lebensmittelknappheit herrschte, es kaum Wohnraum und Arbeitsplätze gab, litten Kriegswitwen, und -waisen sowie Kriegsversehrte besonders unter diesen Lebensumständen. Der Ortsverband Nieder-Roden wurde am 1. Juli 1947 im Gasthaus „Engel“ mit 36 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Schon 1952 hatte der VdK 1557 Ortsverbände in Hessen. Inzwischen ist der Ortsverband auf 544 Mitglieder gewachsen und wird vom Vorsitzenden Klaus-Joachim Rink geführt. Die Aktivitäten des VdK haben den Menschen im Mittelpunkt und er setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein. Der Verband zähle deutschlandweit 2,1 Millionen Mitglieder und sein Aufgabengebiet hat sich entsprechend erweitert. So gibt es etwa eine Musterklage, da bei der Energiepreispauschale verschiedene Gruppen nicht berücksichtigt worden sind.

Neben Ansprachen und Ehrungen gab es ein buntes Unterhaltungsprogramm für die Gäste. (Foto: ah)

2022 gehört auch die Pflege zu einem Themenschwerpunkt und da besonders die Unterstützung der pflegenden Angehörigen. In Zukunft würden einige andere Themen ebenfalls mehr Beachtung finden, so z.B. auch Wohnraumbeschaffung. Er dankte dem Ortsverband und seinen Aktiven für ihren Einsatz, die den Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite stehen würden. So biete der Vorsitzende Klaus-Joachim Rink vierteljährlich eine Sprechstunde an und bei allgemeinen Anliegen der Mitglieder gebe es täglich Kontakte per Telefon oder E-Mail. Auch der Zusammenhalt werde gefördert durch die beliebten Brett- und Spielnachmittage, den Frauenstammtisch, der einmal im Monat im Restaurant „Olympia“ in Nieder-Roden stattfindet, und die meist sehr gut besuchten Kaffee- und Informationsnachmittage, soweit es die Coronabedingungen zugelassen hätten. Auch der Erste Stadtrat Michael Schüßler und Kreisbeigeordneter Carsten Müller gratulierten zum Jubiläum und bezeichneten den VdK als Partner bei wichtigen Entscheidungen, auch wenn ab und zu einige Dinge vor Gericht geklärt werden müssten. Aber das gehöre zur Demokratie.

Zum Programm der Feier gehörte auch die Ehrung langjähriger Mitglieder. „Spitzenreiter“ waren dabei Cäcilia Willmutz mit 75 Jahren Mitgliedschaft. Sie hat, was beim VdK möglich ist, die Mitgliedschaft ihres Mannes nach seinem Tod übernommen, und Gisela Grade, die die Mitgliedschaft ihres Großvaters, eines Gründundungsmitglieds, weitergeführt hat und damit auch für 75 Jahre Treue ausgezeichnet werden konnte. Neben Ansprachen und Ehrungen gab es auch ausreichend Abwechslung mit einem großen Unterhaltungsprogramm.

Viel Applaus gab es für die Tanzgruppen der TG und der Sportgemeinschafft Nieder-Roden, sowie für die Squre-Dancer der „Witches&Wizards“. Ebenso begeisterte der Zauberkünstler Andreas Fleckenstein. Mit der Musik vom Quartett „Brot und Rosen“ klang der Abend aus.

(Text: ah)