Covid-Krisenstab Darmstadt: Klinikum erreicht Kapazitätsgrenze

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(Symbolbild: Martin Sanchez auf Unsplash)

Der Covid-19-Krisenstab der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch, 20. Juli, weiter mit der Entwicklung des Infektionsgeschehens in der Stadt beschäftigt.

Nach Angaben des Gesundheitsamts sind die Fallzahlen im Verlauf der letzten vier Wochen erneut angestiegen. Nach 1.355 neuen laborbestätigten Fällen von Covid-19 in der 25. Kalenderwoche für die Wissenschaftsstadt Darmstadt, waren es in der 26. Kalenderwoche 1.444, in der 27. Kalenderwoche bereits 1.518 und in der vergangenen Woche 1.620 neue Fälle von Covid-19. Ein weiterer Anstieg wird in den nächsten 14 Tagen erwartet.

Nach den für heute (20.) 496 neu hinzugekommenen laborbestätigten Fällen sind kumuliert nun 53.538 laborbestätigte Fälle in Darmstadt registriert. Die Inzidenz liegt bei 1120,8 und damit über dem hessenweiten Schnitt von 1041,0. Die Zahl der Impfungen ist mit 150 in der aktuellen Kalenderwoche zwar gestiegen, nach Einschätzung des Gesundheitsamts ist dies jedoch immer noch zu wenig.

Die stationären Fallzahlen in den städtischen Krankenhäusern ähneln denen der Vorwoche: Auf Normal- und Intensivstation befinden sich im Klinikum Darmstadt 40 (10), im Elisabethenstift 14 (0), im Alice-Hospital 11 (0) Patientinnen und Patienten mit Covid-19. Die Lage im Klinikum ist aufgrund von Personalausfällen und überfüllten Krankenhäusern, deren Patientinnen und Patienten nach Darmstadt überliefert werden, angespannt. Die Notaufnahme wurde zeitweise aufgrund von Überlastung geschlossen. Aktuell ist die Notaufnahme wieder geöffnet. Es ist jedoch anzunehmen, dass Maximalversorger wie das Klinikum in den nächsten Wochen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen werden.

Oberbürgermeister Jochen Partsch zeigt sich besorgt: „Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Die Lage im Klinikum ist kritisch. Dass die Maximalbelegung von Alarmstufe rot auf gelb gewechselt ist, ist eine gute Nachricht, doch mit einer erneuten Auslastung ist zu rechnen. Zudem ist zu befürchten, dass die Isolationszahlen im Herbst massiv ansteigen werden. Deshalb mahne ich weiterhin zur Achtsamkeit, um das dynamische Infektionsgeschehen zu verlangsamen.“

In den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen sind die Fallzahlen sowohl bei den Kindern (53 Fälle) als auch bei den Beschäftigten (22 Fälle) derzeit erhöht. Durch die kommenden Schließzeiten über die Sommerferienzeit könnte sich die Lage entspannen. Das Schulamt vermeldet ebenfalls einen Anstieg der Krankheitsfälle bei Schülerinnen und Schülern, demgegenüber ist die Zahl bei den Lehrkräften zurückgegangen. Das Sozial- und Jugendamt melden derzeit keine auffälligen Veränderungen. Dies gilt auch für die Obdachloseneinrichtungen und Flüchtlingsunterkünfte.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)