Offenbach: Verstärktes Aufkommen von Blaualgen im Schultheis-Weiher

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Schultheis-Weiher mit Blick auf den Sandstrand. (Foto: Stadt Offenbach)

Am Schultheis-Weiher kommt es aktuell wieder zu einer Massenentwicklung von Cyanobakterien (Blaualgen). Das ist gut zu erkennen an den typischen grünen Schlieren an der Wasseroberfläche und der starken Trübung des Wassers.

Gemessen werden die Cyanobakterien und Algen in Badegewässern anhand der Chlorophyll-a-Konzentration in der Wassersäule. Aktuell liegt die Chlorophyll-a-Konzentration bei 16,6 µg/l. Damit ist die Warnstufe von 15 µg/l bereits erreicht. Ab einem Wert von 75 µg/l muss ein vorübergehendes Badeverbot ausgesprochen werden. Chlorophylle sind eine Klasse natürlicher Farbstoffe, die von photosynthesetreibenden Organismen gebildet werden.

Ein Teil der Cyanobakterienspezies kann Toxine (Gifte) produzieren, die auch für Menschen gesundheitsgefährdend sein können. So können bei Badenden allergische Hautreaktionen entstehen und das Verschlucken von cyanobakterienhaltigem Wasser kann zu Magen- und Darminfektionen führen. Warnschilder am Schultheis-Weiher weisen aktuell auf ein erhöhtes Risiko hin. Die weitere Entwicklung wird durch regelmäßige Analysen nach der Badegewässerverordnung überwacht.

Hohe Nährstoffkonzentration

Die Grundlage für die Massenentwicklung von Cyanobakterien ist die hohe Nährstoffkonzentration im Schultheis-Weiher. Auslöser sind Hitzeperioden mit intensiver Sonneneinstrahlung. Als limitierender Nährstoff gilt Phosphor, der in der Umwelt hauptsächlich als gebundenes Phosphat vorliegt.

Im Zuge der Gewässerrestaurierung wurde daher in diesem Jahr am Schultheis-Weiher eine Phosphateliminationsanlage (PEA) von der Stadt Offenbach in Betrieb genommen. Die Anlage entfernt Phosphate aus dem Gewässer und trägt gleichzeitig Sauerstoff ein. Bei durchgängigem Betrieb kann die Anlage pro Jahr bis zu 250.000.000 Liter Wasser behandeln. Parallel zu den Reinigungsmaßnahmen wird die Gewässergüte fortlaufend überwacht. Die PEA an einem Weiher dieser Größe ist ein Pilotprojekt und die Auswirkungen der externen Phosphatbeseitigung können sich erst nach einer ausreichenden Anlagenlaufzeit einstellen. Aktuell ist eine Testphase von fünf Jahren vorgesehen.

„Mit der Phosphatbeseitigungsanlage wollen wir die Wasserqualität verbessern, aber die Anlage kann keine Wunder vollbringen. Darauf habe ich bereits bei der Inbetriebnahme der Anlage hingewiesen. Die extremen Temperaturen und die sehr geringen Niederschlagsmengen wirken sich natürlich aus. Eine ungestörte Badesaison 2022 war auch mit der Inbetriebnahme der Anlage nicht zu erwarten,“ sagte Sabine Groß, Bürgermeisterin und Umweltdezernentin, bereits bei der Inbetriebnahme der PEA im April.

Die Entscheidung für eine Badesaison 2022 war trotz der ungewissen Ausgangslage eine leichte. „Wir ermöglichen das Baden lieber für einen begrenzten Zeitraum, als den Schultheis-Weiher dieses Jahr gar nicht für Schwimmer zu öffnen,“ betont Heike Hollerbach, Amtsleiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

(Text: PM Stadt Offenbach)