Asiatische Hornissen: Gefahr für heimische „Sanfte Riesen“

152
(Grafik: Reiner Jahn)

Naturschutzbehörde bittet darum, Asiatische Hornissen zu melden

Aufgrund ihrer Größe wirken Hornissen auf viele Menschen im ersten Moment bedrohlich. Hornissen sind sanfte Riesen und wesentlich scheuer und berechenbarer als Wespen oder Honigbienen. Sie bleiben ohne vorausgegangene Störung friedlich und greifen nur äußerst selten Menschen an. Es sei denn, man kommt dem Nest zu nahe, beschädigt es oder rüttelt daran.

Die großen Insekten aus der Gattung Vespa kommen in Deutschland ursprünglich nur mit einer Art vor. Seit 2004 breitet sich jedoch mit der Asiatischen Hornisse, die den wissenschaftlichen Namen Vespa velutina nigrothorx trägt, in Europa eine zweite Art zunehmend aus. Bei diesem sogenannten Neubürger handelt es sich um eine vermutlich über den Seeweg von Südostasien nach Frankreich eingeschleppte Hornissenart.

2014 wurde das erste Mal ein Tier in Deutschland in Büchelberg, Rheinland-Pfalz, nachgewiesen. In Hessen wurden erste Nachweise 2019 im Kreis Bergstraße bei Lorsch und Viernheim und damit ebenfalls in der wärmbegünstigten Oberrheinebene erbracht. Bei der Asiatischen Hornisse handelt es sich EU-weit um eine sogenannte invasive, gebietsfremde Art. Solche Arten haben das Potenzial, heimische Arten in ihren Beständen zu gefährden. So ist bekannt, dass sich ihr Beutespektrum auch aus anderen Insekten wie der Honigbiene oder Wespen zusammensetzt. Die möglichen Auswirkungen auf ganze Völker oder die Europäische Hornisse sind bisher noch nicht ausreichend erforscht.

Sichtungen der EU melden

Die deutschen Bundesländer sind aber aufgrund des Status der Asiatischen Hornisse dazu verpflichtet, Sichtungen an die EU zu melden und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu ergreifen. Aufgrund milderer Winter gelingt es solchen exotischen Arten, in Mittel- und Südeuropa stabile Populationen aufzubauen. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Etablierung nicht mehr umkehrbar ist, teilt die Naturschutzbehörde des Kreises mit.
Wichtig ist, dass die Europäische Hornisse im Gegensatz zu ihrem asiatischen Pendant eine durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art ist und deshalb nicht ohne Weiteres getötet oder ihre Nester vernichtet werden dürfen.

Wie aber erkennt man Asiatische Hornissen? Die beiden Hornissenarten können grundsätzlich bei genauerer Betrachtung anhand der unterschiedlichen Körperfärbung gut voneinander unterschieden werden. Der Kopf und die Brust der europäischen Art sind rotbraun gefärbt, während der Kopf der asiatischen Art schwarz mit orangefarbener Stirn ist. Anhand des Hinterleibs können beide Arten ebenfalls gut voneinander unterschieden werden: Während die heimische Art einen gelben Hinterleib mit schwarzen Binden und Punkten vorweist, ist der des asiatischen Pendants überwiegend schwarz mit gelb-orangefarbenen Binden.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) startete gemeinsam mit dem Fachbereich Biologie der Universität Marburg ein Projekt zur Untersuchung der Verbreitung der Asiatischen Hornisse und der Erfassung von Grundlagendaten für Naturschutzmaßnahmen. Wer eine Asiatische Hornisse sichtet, kann seinen Fund mit einem Bildnachweis über die dafür eingerichtete Seite https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/hornisse melden.

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)