Weitere Spezialisierung in Kardiologie der Asklepios Klinik Langen

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Prof. Lehmann, Chefarzt der Med. Klinik I / Kardiologie (Foto: Asklepios Klinik Langen)

Die Kardiologie am Langener Standort setzt ihren Wachstumskurs der letzten Jahre fort / Erste minimal-invasive „MITRA-CLIP“ Eingriffe an Herzklappe in Langen durchgeführt

Wenn eine Herzklappe nicht mehr schließt und „undicht“ ist, fließt ein Teil des Bluts, dass eigentlich in den Körperkreislauf gelangen sollte, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen, zurück in den Vorhof des Herzens und den Lungenkreislauf. Die Folgen sind Luftnot, Wassereinlagerungen und eine schnelle und deutliche Abnahme der Belastbarkeit. Es besteht die Gefahr einer Schädigung des Herzmuskels und somit absoluter Handlungsbedarf – doch eine offene Operation ist für viele Patienten riskant.

Vor kurzem haben nun Herrn Prof. Lehmann und sein Team erstmals an der Asklepios Klinik Langen Patienten mit einer undichten Mitralklappe (eine der vier Herzklappen) mit einem sog. Mitra-Clip behandelt. Bei diesem Mitraclip-Verfahren werden ein oder mehrere spezielle Clips, die entfernt mit einer Wäscheklammer ähneln, durch ein sehr aufwendiges Katheterverfahren von der Leistenvene durch die Herzscheidewand geschoben und in die Mitralklappe eingesetzt. Mit der Einführung dieses hoch spezialisierten Verfahrens, zeigt die Asklepios Klinik einmal mehr ihr Potenzial als Schwerpunktversorger, dessen medizinisches Niveau in vielen Bereichen den höchsten Ansprüchen eines Maximalversorgers enspricht.

Multiprofessionelles Team notwendig

Diese Eingriffe führen nur die erfahrensten interventionellen Kardiologen durch. Prof Lehmann selbst hat seit 2013 Erfahrung mit diesem Eingriff und gehört somit zu den Mitra-Clip-Operateuren, die die Entwicklung dieses Verfahrens von Anfang an intensiv begleiten. Für den Erfolg eines jeden dieser Eingriffe ist jedoch ein multiprofessionelles Team notwendig. Es werden z. B. spezialisierte Anästhesisten benötigt, die insbesondere mit Narkosen bei Patienten mit schweren Herzerkrankungen vertraut sind. Entscheidend sind aber auch sehr erfahrene Ultraschalluntersucher, welche perfekte dreidimensionale Livebilder des Herzens während der Untersuchung liefern, um die Clips exakt an die richtige Stelle manövrieren zu können. Diese stehen im Team der Asklepios Klinik Langen schon seit 2020 zur Verfügung. „Doch aufgrund der Anstrengungen im Rahmen der COVID-Pandemie hat sich der Start des Mitra-Clip-Programmes leider etwas verzögert, da viele Ressourcen sowohl personell als auch apparativ anders gebunden waren“, schildert Prof. Lehmann. In dieser Zeit wurden die Eingriffe noch in Kooperationskliniken durchgeführt. „Ab sofort ist dies aber vollumfänglich in Langen möglich“, freut sich der Herzspezialist.

In der Asklepios Klinik Langen stehen nun sogar zwei unterschiedliche Katheterverfahren zur Behandlung der Mitralinsuffizienz zur Verfügung. Neben dem neu eingeführten Mitra-Clip-Verfahren werden Patienten in Langen auch mit der sogenannten „Mitralklappenspange“ behandelt. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, oder ob am Ende doch nur ein offener herzchirurgischer Eingriff dem Patienten am besten helfen kann, entscheiden die Langener Spezialisten wie in solchen Fällen üblich, jeweils bei den regelmäßigen Patientenbesprechungen mit den Kooperationspartnern der Herzchirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt.

„Wir sind sehr stolz auf die weitere Spezialisierung von Herrn Prof. Lehmann und seinem Team, denn es gibt nur wenige Kliniken, die beide Herzkatheterverfahren zur Behandlung der Undichtigkeiten der Mitralklappe so routiniert anbieten können. Darüber hinaus freuen wir uns, dass wir noch in diesem Jahr einen neuen Hybrid-Operations-Saal in Betrieb nehmen, mit dem wir weitere Kapazitäten für den steigenden Bedarf solch komplexer Eingriffe schaffen werden”, berichtet Jan Voigt, Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Langen.

(Text: PM Asklepios Klinik Langen)