Offenbacher Umwelttipp des Monats: Energiesparen im Home-Office, Haushalt und beim Heizen

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(Symbolfoto: geralt auf Pixabay)

Es gibt viele Wege Energie zu sparen. Gerade in Zeiten, in denen die Energiepreise immer weiter steigen, ist dies besonders wichtig – auch für den eigenen Geldbeutel.

Ein Blick auf die elektrischen Geräte im Haushalt lohnt sich ganz besonders. Der Standby-Verbrauch vieler Geräte summiert sich auch bei kleinsten Standby-Leistungen durch die Länge der Einschaltzeit auf erhebliche Beträge. Viele Geräte im Haushalt sind in permanenter Alarmbereitschaft, um im Bedarfsfall sofort arbeiten zu können. Die Leerlaufverluste können bei einem durchschnittlichen Haushalt zweistellig ausfallen. Beispiele sind Fernseher, Stereo-Anlagen, Computer, Drucker, elektrische Zahnbürste oder Rasierer. Gegen Standby-Verluste hilft das gezielte Abschalten von Geräten. Ausschaltbare Steckerleisten sind ein gutes Beispiel dafür, wie Standby-Verluste reduziert werden können. Leider lassen sich noch nicht alle Geräte abschalten, ohne die Betriebseinstellungen zu verlieren. In einem durchschnittlichen Dreipersonenhaushalt machen unnötige Kosten durch Standby laut Co2online im Schnitt etwa acht Prozent der Stromrechnung aus.

Einsparmöglichkeiten im Home-Office

Die Überprüfung, ob die Energiesparfunktion genutzt werden kann, ist eine erste nützliche Maßnahme. Jeder Computer und auch viele Monitore verfügen über Energiespar-Einstellungen, die Nutzerinnen und Nutzer aktivieren können. Dies reicht von der Helligkeitsregelung des Monitors bis hin zum Energiespar-Modus des Computers, der das Gerät in Arbeitspausen automatisch in den Ruhezustand versetzt. Statt zum Beispiel 80 Watt im Betriebszustand, braucht ein moderner PC inklusive Monitor dann nur noch ein Watt oder weniger.

Sollte der Rechner nicht mehr benötigt werden, ist es sinnvoll, das Gerät vom Netz zu trennen. Dies gilt ebenso für mobile Geräte mit Akku und Ladegerät. Hier sollte darauf geachtet werden, Netzteile nach dem Ladevorgang immer vom Netz zu trennen, da sie sonst weiterhin Strom verbrauchen können. Akkus werden geschont, indem Laptops bei etwa 20 Prozent Akkustand aufgeladen und bei circa 80 Prozent wieder vom Netz genommen werden.

Bildschirmschoner sind zwar hübsch anzusehen, benötigen aber mehr Strom als die Abblendung des Bildschirms bei Inaktivität.

Eine weitere Einsparmöglichkeit ist, Datenvolumen zu reduzieren, indem beispielsweise Links statt großer Dateien versendet werden. Zudem sollten inaktive Accounts und nicht gelesene Newsletter-Abonnements gekündigt werden. Generell gesehen ist für die Klimabilanz der Laptop wesentlich günstiger. Um eine möglichst lange Akku-Laufzeit zu gewährleisten, brauchen Laptops nämlich viel weniger Energie: Bis zu 120 Kilogramm CO2 vermeiden sie jährlich gegenüber PCs.

Einsparmöglichkeiten in Küche und Haushalt

Auch in der Küche kann mit dem richtigen Vorgehen viel Energie gespart werden. Sparsame Geschirrspüler benötigen deutlich weniger Wasser als das Spülen von Hand. Besonders energieeffizient sind sie bei voller Beladung und Verzicht auf ein Vorspülen. Die Nutzung des ECO-Programms ist empfehlenswert.

Neuere Gefrierschränke und -teile in Kühlschränken haben oft eine automatische Abtaufunktion. Altgeräte sollten mindestens einmal jährlich abgetaut werden. Eine Vereisung von fünf Millimetern erhöht laut co2online den Stromverbrauch eines Kühlschranks um etwa 30 Prozent. Energiesparen lässt sich auch durch eine richtige Einstellung der Kühltemperatur: Sieben Grad im Kühl- und minus 18 Grad im Gefrierteil reichen aus.

Beim Kochen ohne Deckel entweichen Wärme und Wasserdampf. Mit einem passenden Deckel lässt sich bis zu einem Drittel Energie sparen. Und für ganz Hungrige besonders wichtig: Das Essen ist schneller fertig.

Außerdem ist das Nutzen eines Wasserkochers sehr zu empfehlen. Hier wird beim richtigen Umgang weniger Energie benötigt, als beim Erhitzen von Wasser mit dem Elektroherd. Es sollte nur so viel Wasser eingefüllt werden, wie tatsächlich benötigt wird. Auch kann man Nudelwasser schon mit dem Wasserkocher vorkochen. Zudem kann die Platte oft frühzeitig komplett abgeschaltet werden. Wie viel Energie hier immer noch fließt merkt man, wenn das Wasser nach Abschalten der Platte weiter kocht. Das Gleiche gilt für den Backofen. Auch hier wird die Wärme noch länger nach dem Abschalten gehalten.

Waschmaschinen sollten stets voll beladen werden. Ein wichtiger Hinweis zur Temperatureinstellung: Wenn anstatt mit 60 Grad Celsius mit 40 Grad oder 60 Grad statt bei 90 Grad gewaschen wird, reduziert sich der Verbrauch um 40 Prozent.

Auch bei der Wahl der Beleuchtung kann viel Energie gespart werden. Die entscheidenden Vorteile von LEDs gegenüber Energiesparlampen sind ihre überlegende Lebensdauer, dass sie ohne Anlaufzeit hell sind und ihre geringeren Gesamtkosten. Als Leuchtmittel werden heute nahezu nur noch LEDs angeboten. Da die Lichtfarbe stark das Helligkeitsempfinden beeinflusst, empfehlen sich für den Wohnbereich warmweiße LEDs (2.700 bis 3.300 Kelvin). Das Licht wirkt gelblichweiß behaglich. Neutralweißes Licht wirkt sachlicher und kann zum Beispiel im Arbeitszimmer, Flur und in der Küche zum Einsatz kommen.

Einsparmöglichkeiten beim Heizen

Leider macht das Heizen mit 73 Prozent den Großteil des Energieverbrauchs bei Haushalten aus. Der erste wichtige Tipp beim Heizen ist die Tatsache, dass es nichts bringt, das Thermostatventil in einem kalten Raum sofort auf die höchste Stufe zu stellen. Davon wird es nämlich nicht schneller warm. Und das aus folgendem Grund: Stufe drei am Ventil entspricht in etwa einer Raumwärme von 20 Grad Celsius. Das Verstellen des Ventils zur nächsten Stufe verändert die Raumtemperatur um rund vier Grad Celsius. Damit wird nur länger unnötig weiter geheizt und eine gesunde Raumtemperatur überschritten.

Überhängende Gardinen, Heizungsverkleidungen sowie Möbel, die den Heizkörper verdecken sollten entfernt werden.

Eine maßvolle Reduzierung der Raumtemperatur spart enorm viel Energie. Pro reduziertem Grad werden rund sechs Prozent weniger Heizkosten fällig. Beim Senken der Raumtemperatur nachts, zwischen 16 bis 18 Grad sind ausreichend, können Heizkosten zwischen fünf und zehn Prozent eingespart werden.

Auch das Entlüften der Heizkörper kann pro Jahr rund 50 Euro Heizkosten einsparen. Gleiches gilt für einen hydraulischen Abgleich. Das Fachhandwerk sorgt dafür, dass alle Heizkörper bestmöglich durchströmt werden.
Hinweise zum Lüften

Stoßlüftung sollte am besten quer durch die Wohnung erfolgen, dann wirkt die Frischluftzufuhr am effektivsten. Durch das weite Öffnen gegenüberliegender Fenster entsteht Durchzug. Stets auf Kipp stehende Fenster erhöhen unnötig den Verbrauch von Heizenergie. Grundsätzlich gilt: Heizung abdrehen beim Lüften. In der Heizperiode sollten während des Lüftens alle Heizkörper im Raum ausgestellt sein. Alternativ können Thermostate mit „Fenster-offen-Erkennung“ verwendet werden.

Bei der Fußbodenheizung kommt es auf die Art der Verlegung an. Eine nass verlegte, mit Estrich vergossene Fußbodenheizung kann während des Lüftens eingeschaltet bleiben, eine trocken verlegte sollte besser ausgeschaltet sein.

Im Winter reichen zwei bis drei Minuten, damit die Wände nicht auskühlen. Im Sommer darf es eine Viertelstunde sein, dann sind die Temperaturunterschiede innerhalb und außerhalb eines Gebäudes geringer.

Übrigens genügen drei Stoßlüftungen pro Tag in der Regel aus. Wenn besonders viel Feuchtigkeit freigesetzt wird – etwa beim Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen – sollte am besten sofort gelüftet werden und die Anzahl der Lüftungsvorgänge auf vier bis fünf pro Tag erhöht werden.

Vor allem in nicht durchgängig beheizten Räumen wie dem Schlafzimmer sowie in der Küche und im Bad sollte richtig gelüftet werden. So lässt sich Schimmelbefall vermeiden.

Hinweis: Regelmäßig stellt das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz nützliche Tipps für nachhaltiges Verhalten, für den Klimaschutz und zum Energiesparen bereit.

(Text: PM Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz Offenbach)