Übergriffe auf Kraftfahrzeugführer und Radlerin: Ermittlungen gegen randalierenden 23-Jährigen in Nieder-Roden

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(Symbolfoto: Dennis Weiland auf Pixabay)

Wegen mehrerer An- beziehungsweise Übergriffe auf Verkehrsteilnehmer und weiterer Rechtsverstöße in Rodgau/Nieder-Roden muss sich ein 23 Jahre alter Mann nun wegen einer Reihe von Straftaten verantworten. Die Polizei sucht indem Zusammenhang weitere Zeugen, unter anderem noch anonyme Autofahrer sowie eine unbekannte Radfahrerin.

Der aus Bad Zwesten (Schwalm-Eder-Kreis) stammende Mann soll dabei nach Zeugenangaben regelrecht ausgerastet sein. Mehrere Anrufer teilten am Samstagabend (6.), gegen 21.30 Uhr, über Notruf mit, dass ein Mann mit weißem T-Shirt und grauer Hose im Bereich der Rodgau-Ringstraße / Heusenstammer Weg vor vorbeifahrende Fahrzeuge laufe und zum Teil gegen diese schlagen würde. Bei Eintreffen der Polizeistreifen war der Mann bereits durch Passanten unter Kontrolle gebracht und den Ordnungshüter übergeben worden. Der 23-Jährige wurde vorläufig festgenommen und soll sich auch hierbei vehement gewehrt haben.

Was war passiert?

Eine Befragung der zwischenzeitlich über 30 hinzugekommenen Personen vor Ort ergab, dass es zuvor einen wahren “Angriffsreigen” gegeben habe. Der Festgenommene soll zuvor vor mindestens sechs vorbeifahrende Autofahrer gelaufen sein, welche daraufhin abbremsen, ausweichen oder gar vollständig stehen bleiben mussten, um eine Kollision zu verhindern – darunter auch ein Motorradfahrer. Gegen einige der vorbeifahrenden Fahrzeuge soll der Bad Zwestener geschlagen und diese dadurch beschädigt haben. Auf zwei 42 und 78 Jahre alte Insassen soll er auch eingeprügelt haben, indem er die Türen des Wagens aufgerissen haben soll.

Den Ermittlungen zufolge, die sich unter anderem auf ein Augenzeugenvideo stützen, soll der 23-Jährige ferner vor einen bis dato unbekannten schwarzen Kleinwagen (möglicherweise VW Golf) gelaufen sein, der daraufhin auf den Mittelfahrstreifen (Abbiegespur) auswich. Nach der Fahrzeugführerin oder dem -führer dieses Wagens sucht die Polizei nun.

Der noch unklare Hintergrund seines “Grolls” soll sich auch gegen eine ebenfalls noch unbekannte Radfahrerin gerichtet haben: Im Zuge seines offenkundigen Wutausbruchs soll er die Frau auf ihrem Velo angehalten haben, als diese gerade einen Zebrastreifen überqueren wollte. Dabei soll er deren Rad festgehalten haben, woraufhin sie offenbar aus Angst vor ihm flüchtete. Nachdem sie einen weiteren Autofahrer durch Gestikulieren um Hilfe bat und dieser anhielt, soll der 23-Jährige auch auf dieses Fahrzeug eingewirkt haben, während die Frau flüchtete. Auch dieses Auto und dessen Insasse(n) sind nicht bekannt.

Einem 55-jährigen Motorradfahrer soll er zudem in den Lenker gegriffen und ihn anschließend körperlich angegriffen haben. Im Zuge der Attacke gingen auch der Windschtuz des Zweirades sowie die Brille des Bikers kaputt. Erst als ein weiterer Autofahrer anhielt und zur Hilfe eilte, soll er von dem 55-Jährigen abgelassen haben. Einem anschließend hinzugekommenen BMW-Fahrer soll der 23-Jährige sogar aufs Autodach geklettert sein, wodurch etliche Kratzer und Dellen entstanden.

Danach war die “Rowdy-Tour” beendet und die Geschädigten beziehungsweise Passanten stellten den offenkundig höchst aggressiven Mann bis zum Eintreffen der Beamten ruhig. Die Polizei schließt nicht aus, dass darüber hinaus weitere Verkehrsteilnehmer genötigt wurden. Weitere Geschädigte oder Zeugen des Vorfalls melden sich bitte bei der Polizeistation in Heusenstamm unter der Rufnummer 06104/6908-0.

Bei der anschließenden Kontrolle des 23-Jährigen fanden die Regelhüter geringe Mengen an Drogen auf, die sichergestellt wurden. Der 23-Jährige, der sich nun unter anderem wegen Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Nötigung verantworten muss, wurde anschließend in eine psychiatrische Fachklinik überstellt. Die Ermittlungen dauern an.

(Text: PM Polizei Südosthessen)