Eppertshäuser Ferienfreizeit von Gemeinde und Vereinen

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Die „Bubble“-Bälle zum Reinschlüpfen waren beim FVE-Spielfest im Rahmen der Eppertshäuser Ferienfreizeit besonders begehrt - und zum Sonderpreis von einem Rüsselsheimer Unternehmen zur Verfügung gestellt worden. (Foto: jedö)

FVE-Spielfest und Kinonacht stark gebucht, doch kaum Interesse an Kinderbetreuung im JuZ

In Eppertshausen stellen Gemeinde und Vereine allsommerlich eine Ferienfreizeit mit vielfältigen Angeboten auf die Beine. So auch in diesem Jahr, am Donnerstag etwa mit dem Spielfest der Fußballer und 70 Kindern sowie einer allgemein hohen Nachfrage. Doch in mancherlei Hinsicht verzeichnen die Macher auch Sorgen und Verwunderung.

Stephanie Groh kann davon wohl besser berichten als jeder andere in Eppertshausen. Die 56-Jährige ist sowohl Jugendpflegerin der Gemeinde und dadurch beispielsweise stark im Jugendtreff in der Bürgerhalle involviert. Groh ist aber auch Jugendleiterin des Fußball-Vereins und darüber hinaus mit dem Ohr an vielen Vereinen und Familien im Ort, an Ur-Eppertshäusern wie Migranten. Auch sie freut sich einerseits übers das bunte Treiben in diesen Wochen. Andererseits hat sie aber auch Fragezeichen auf der Stirn.

Die beziehen sich insbesondere auf die Kinderbetreuung, die die Gemeinde im Jugendzentrum in den letzten drei Ferienwochen anbietet. Zum symbolischen Preis von zwei Euro pro Tag – Mittagessen inklusive – können Eppertshäuser ihre Kids ab der ersten Klasse von 9 bis 13 Uhr abgeben. Wobei sie nicht „verwahrt“ werden, wie Groh betont, „wir machen in der Betreuung richtig tolle Sachen“. Dann jedoch das große Aber: „Aber es sind nur drei Kinder angemeldet worden.“ Was die Jugendpflegerin zur Frage führt: „Wo sind in Eppertshausen die ganzen alleinerziehenden Mütter, die nach Unterstützung rufen?“ An der Bekanntheit des Angebots könne es nicht liegen: „Wir haben über die Zeitung, die Website der Gemeinde und Facebook informiert, teilweise sogar in der Schule.“ Dass fast niemand das als Entlastung gedachte Betreuungsangebot wahrnehme, finde sie deshalb merkwürdig.

Hoch hinaus ging es am Donnerstag beim FVE-Spielfest im Rahmen der Eppertshäuser Ferienfreizeit. Der Landessportbund brachte sich mit dieser mobilen Kletterwand ein. (Foto: jedö)

Denn generell kommen die Angebote der Eppertshäuser Ferienfreizeit auch in diesem Sommer wieder gut an. „Ich freue mich vor allem, dass wir nirgendwo mehr eine Teilnehmerbegrenzung haben“, so Groh. Um dann für einen Sonderfall einzuschränken: „Der TAV, der immer ein Spielfest macht, zu dem sonst durchaus mal 70 Kinder gekommen sind, muss diesmal bei 30 die Grenze ziehen. Für mehr fehlen die Betreuer.“ Rund 70 Kinder nahmen derweil beim Spielfest des Fußball-Vereins am Donnerstag teil. Dies werde quantitativ demnächst nur noch durch die Kinonacht des Bürgermeisters in der Bürgerhalle getoppt, schaut Groh voraus, „dafür haben wir schon 87 Anmeldungen“.

Wobei Anmelde- nicht immer gleich Teilnehmerzahl sei, wie die Jugendpflegerin weiß und mit einem Beispiel vom Dienstag der dritten Ferienwoche veranschaulicht: Da bot der Partnerschaftsverein Codigoro-Eppertshausen eine Radtour zur Straußenfarm in Schaafheim an – und nur acht der 17 angemeldeten Kinder erschienen. „Manche Eltern kapieren nicht, was da dranhängt“, ärgert sich Groh. „Dieses Laisser-faire, nicht mal abzusagen, wenn ein Kind nicht kommen kann, ist stillos.“ Deshalb überlege sie nun, „nächstes Jahr bei der Anmeldung eine Art Pfand, vielleicht 50 Euro, zu erheben“.

Trotzdem fällt Stephanie Groh nach der Hälfte der Sommerferien auch einiges Gute rund um die Eppertshäuser Ferienfreizeit ein. Noch immer sorgten die insgesamt 13 Angebote für reichlich Zerstreuung, vom Tischtennis-Abzeichen des TTC bis zum Kreativ-Tag der Hobby-Künstler. Sieben Veranstaltungen gingen in den ersten drei Ferienwochen bereits über die Bühne; die Kinonacht am 1. September wird den Abschluss markieren. Außerdem sei sie diesmal mit Förderungen fast überschüttet worden, freut sie sich. Zuschüsse und Vergünstigungen – auch mit Blick auf die bei mehreren Angeboten integrierten ukrainischen Flüchtlingskinder in der Gemeinde – seien etwa vom Jugendamt des Landkreises, vom Landessportbund und von einem Rüsselsheimer Unternehmen, das die beim FVE-Spielfest begehrten „Bubble“-Bälle zum Reinschlüpfen vermietet, geflossen.

(Text: jedö)