Obertshausen: Urkunden für Fachkräfte der Sprach-Kitas

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Nach der Urkundenübergabe gab es noch ein Erinnerungsfoto (von links): Sabina Sokic (Fachberatung Rödermark), Sabine Stegemann (Sprach-Kita Fachkraft Familienzentrum Liebigstraße), Sina Lichtenhahn (stellvertretende Leitung Familienzentrum Liebigstraße), Conny Hoch (Sprach-Kita Fachkraft Kita Villa Kunterbunt), Sandra Schug (Fachberatung Dreieich), Sonja Werner-Kergaßner (Sprach-Kita Fachkraft Kita Am Wilhelmshof), Anke Zöller-Mkana (Sprach-Kita Fachkraft Kita Oisterwijker Straße), Heike Keim (Sprach-Kita Fachkraft Kita Schulstraße), Susanne Nowak (Sprach-Kita Fachkraft Kita Robert-Stolz-Straße), Nadine Vogt (Kita-Leitung Schulstraße), Steffi Preuschoff (Sprach-Kita Fachkraft integrative Kita Kinderland), Kerstin Zok (Kita-Leitung Robert-Stolz-Straße), Sabine Mauser-Dilsiz (Kita-Leitung Vogelsbergstraße), Nadine Braun (Sprach-Kita Fachkraft Kita Wundertüte), Theresa Hausmann (Fachberatung Obertshausen), Ute Werkmann (Kita-Leitung Wundertüte), Alexandra Holzamer (Kita-Leitung Rodaustraße), Michael Jentzsch (Fachbereichsleitung Obertshausen), Sabrina Scholz (Fachberatung Obertshausen), Vanessa May (Kita-Leitung Mühlheimer Straße), Babett Altmann (Sprach-Kita Fachkraft Kita Mühlheimer Straße), Janina Pulwey (Sprach-Kita Fachkraft Kita Im Trinkborn), Nina Huber-Haftmann (Sprach-Kita Fachkraft Kita Vogelsbergstraße), Ingrid Hutzenthaler (Fachberatung Bundesprogramm „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“). (Foto: Stadt Obertshausen)

Mit dieser Nachricht hatten die Sprach-Fachkräfte zum Zeitpunkt ihrer jüngsten Veranstaltung nicht gerechnet. Doch nun steht fest: Das Bundesprogramm Sprach-Kitas „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ wird im kommenden Jahr nicht fortgeführt. Dabei zeigte die Vernetzungsveranstaltung im Hausener Bürgerhaus mit Workshops und Urkundenübergabe, wie wichtig und besonders dieses Programm im Kita-Alltag ist.

Im Kleinkunstsaal des Bürgerhauses kamen aus einem Verbund Sprach-Fachkräfte aus Obertshausen, Dietzenbach, Dreieich, Langen, Rödermark und Egelsbach zusammen. An verschiedenen Ständen informierten Fachkräfte über ihre Arbeit und konkrete Projekte zu den vier Handlungsfelder des Programms – der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung, der Zusammenarbeit mit Familien, der Inklusion und den digitalen Hörmedien, die sie in den jeweiligen Einrichtungen umsetzen. „Dabei wurde auch deutlich, dass diese Qualitätsbegleitung nur möglich ist, da den Sprach-Fachkräften zusätzlich 19.5 Stunden zur Verfügung stehen“, erklärt Ingrid Hutzenthaler von der Fachberatung.

So zeigte beispielsweise Susanne Nowak, die in der städtischen Kita Robert-Stolz-Straße in Obertshausen tätig ist, wie sie bei den Kita-Kindern das Thema Sprache anlässlich des Weltkinderbuchtags aufgegriffen hatte und die Familien mit ins Boot holen konnte. Gerade in Coronazeiten war der Kontakt mit den Familien oft nur vor der Eingangstür möglich. Lieblingsbilderbücher der Kinder werden ja oft durch das Vorlesen zu Lieblingsbüchern der Erwachsenen. Und die konnten in der Kita abgegeben und kreativ vorgestellt werden. Es entstand ein reger Austausch. Mit den Anregungen hat Susanne Nowak gemeinsam mit den Jungen und Mädchen gelesen, gebastelt und Geschichten aus Lego nachgebaut.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Thema: Sprache in den Kitas zu beleuchten. Im Kleinkunstsaal des Bürgerhauses kamen jüngst Sprach-Fachkräfte zusammen und tauschten sich aus. Auch Fachdienstleiter Kai Hennig informierte sich vor Ort. (Foto: Christina Schäfer/Stadt Obertshausen)

Weiter informierten die Fachkräfte an diesem Vormittag an ihren Ständen zu den Sprachlehrstrategien, Mythen der Mehrsprachigkeit, Kamishibai, Adultismus als eine Form der Diskriminierung, Nutzung und Einsatz von Symbolen zur Visualisierung von Informationen, Inklusionsfächer als Methode zum Sichtbarmachen von Vielfalt, Inklusionskoffer für Zuhause, Vielfalt von Kulturen in der Kita sichtbar machen und das in der Coronazeit in den Fokus gekommene Thema Resilienz – die Widerstandskraft.

Gleich am Eingang des Kleinkunstsaals war der Stand von Stephanie Preuschoff, und die Besucher konnten sehr unerwartet die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, ein Formular mit internationalen Anforderungen ohne Hilfe auszufüllen. Genau damit werden diese unsichtbaren Themen sichtbar gemacht: Indem darüber gesprochen wird. Indem Situationen geschaffen werden, die zum Gespräch einladen. Indem die „Kraft der Sprache“ genutzt wird, Beziehungen zu gestalten, sich für den Moment zu verbinden, Informationen auszutauschen und den Rahmen zu geben, um Erfahrungen zu machen.

Und genau das machte auch Babett Altmann von der städtischen Kita Mühlheimer Straße in Obertshausen. Sie präsentierte den Inhalt ihres Inklusionskoffers für Zuhause. Darin enthalten sind unter anderem kleine Faltblätter in verschiedenen Sprachen und Fragen, die dazu anregen, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen. So lässt sich mit den Antworten zu Fragen wie „Mit was spielst du?“, „Was isst du?“, „Wo schläfst du?“ der Sprachschatz erweitern. Interkulturelle Kalender mit den unterschiedlichen Feiertagen sorgen für neues Wissen und Verständnis zwischen den Kulturen.

Über das gemeinsame Handeln ein Gefühl der Verbundenheit

Mit dem Kamishibai, einem japanischen Papiertheater, zeigte Anke Zöller-Mkana aus der Dreieicher Kita Oisterwijker Straße auf, wie Inklusion und Sprachbildung funktionieren. Sie demonstrierte anhand einer Mitmachgeschichte, den Einsatz in der Sprach-Kita. Die Anwesenden durften die Geschichte durch ein Rufen von „Groß, größer, noch größer“ unterstützen. In der Kita erleben die Kinder so über das gemeinsame Handeln ein Gefühl der Verbundenheit. Egal, ob Kinder ohne Deutschkenntnisse oder mit Beeinträchtigung dabei sind, es werden alle mitgenommen.

„Jede Fachkraft hat ihre eigene Handschrift bei ihrer Arbeit in der Kita“, erklärt die Fachberaterin für das Bundesprogramm Ingrid Hutzenthaler. Sie verweist damit auf die individuellen Ressourcen und Expertisen der engagierten Pädagoginnen und Pädagogen, die es möglich machen, das komplexe Thema Sprache im Alltag aufzugreifen und alle Kinder in der Sprachbildung zu unterstützen. Beeindruckt zeigte sich auch Fachbereichsleiter Michael Jentzsch: „Ich bin begeistert, dass wir das Programm in Obertshausen haben und auch weitergeführt haben.“ Die aktuelle Wendung mit der politischen Entscheidung auf Bundesebene war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

„Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ ist ein Programm des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Ziel des Programms ist es die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas zu stärken. 2021 kam das Handlungsfeld Digitalisierung dazu.

Die zusätzlichen Sprachfachkräfte setzen sich mit diesen innovativen Themen auseinander und verankern diese gemeinsam mit der Kita-Leitung im Alltag. Dieses neue Konzept, Qualität im gesamten Kita-Team weiter zu entwickeln und die geleistete Arbeit anzuerkennen, stand im Fokus bei der Urkundenübergabe. So wurden die Urkunden als Zeichen der Wertschätzung für die Teilnahme am Bundesprogramm „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ an die Fachkräfte und an die jeweilige Kita-Leitung überreicht. Im Verbund Kreis Offenbach sind es 13 Kitas, davon sind aktuell fünf Sprach-Kitas in Obertshausen.

Urkunden gab es für Ina Karl, Janina Pulwey, Vanessa May, Babett Altmann, Kerstin Zok, Susanne Nowak, Alexandra Holzamer, Sabine Mauser-Dilsiz sowie Nina Huber-Haftmann aus den Obertshausener Einrichtungen. Weiter wurden ausgezeichnet Daniela Herbert und Steffi Preuschoff (aus Dietzenbach), Jacqueline Bley, Sonja Werner-Kergaßner, Angelika Lang-Kissel, Anke Zöller-Mkana, Nadine Vogt und Heike Keim (aus Dreieich), Ute Werkmann und Nadine Braun (aus Langen), Klaudia Breimhorst, Cornelia Hoch, Sina Lichtenhahn und Sabine Stegmann (aus Rödermark), Heike Winkenbach (aus Egelsbach) sowie die zusätzliche Fachberatung Ingrid Hutzenthaler.

(Text: PM Stadt Obertshausen)