Legionellengefahr: Nicht an der Wassertemperatur sparen

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(Symbolfoto: Jos Speetjens auf Unsplash)

Gesundheitsamt des Kreises Groß-Gerau erklärt, wie sich Legionellenbefall vermeiden lässt

Die steigenden Energiepreise und die Sorge vor Engpässen bei der Gasversorgung verstärken die Bemühungen aller Bürger*innen zum Energiesparen. Da stellt sich – als eine von vielen Ideen – auch die Frage, wie warm eigentlich das Warmwasser sein muss. Darauf gibt das Kreisgesundheitsamt eine klare Antwort: So warm, dass Legionellen sich darin nicht vermehren können.

Legionellen sind in geringer Zahl natürlich im Wasser vorkommende Mikroorganismen. Sie verursachen beim Menschen Pontiac-Fieber, eine grippeähnliche Erkrankung, oder Legionellose, eine Lungenentzündung, die bei etwa 15 Prozent der im Krankenhaus behandelten Patient*innen tödlich verläuft. Legionellen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius optimal. So können sich im Wasser gefährlich hohe Konzentrationen entwickeln. Beim Duschen oder wenn sich auf andere Art Aerosole bilden, können sie den Menschen krankmachen.

Übrigens vermehren sich auch Pseudomonas aeruginosa (ein verbreiteter Boden- und Wasserkeim) zwischen 25 und 42 Grad und können bei empfindlichen Personen Erkrankungen auslösen, so das Gesundheitsamt.

Deshalb werden im technischen Regelwerk für Großanlagen der Warmwasseraufbereitung in allen Teilen der Warmwasserverteilung mindestens 55 Grad Celsius (am Speicheraustritt mindestens 60 Grad), in kleinen Installationen (Ein- und Zweifamilienhäusern) mindestens 50 Grad gefordert. Oberhalb von 60 Grad ist mit keiner Vermehrung von Legionellen bzw. mit dem Absterben zu rechnen.

Und darum rät das Kreisgesundheitsamt: „Sparen Sie warmes Wasser. Aber sparen Sie auf keinen Fall an der Warmwassertemperatur. Denn da geht es um Ihre Gesundheit!“ Das ist auch gesetzlich so geregelt im Gebäudeenergiegesetz: Energiesparen darf nicht zu einer Gesundheitsgefährdung führen.

Am besten ist es, die Solltemperatur für Warmwasser auf 60 Grad Celsius einzustellen. Es lässt sich trotzdem Energie sparen: indem man den Einhebelmischer auf Kalt stellt, wenn man kein heißes Wasser braucht. Es empfiehlt sich allerdings, ab und zu auch das warme Wasser laufen zu lassen, damit sich keine unerwünschten Mikroorganismen vermehren können.

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)