Altheimer bei den „World Police & Fire Games“ in Rotterdam

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Der Altheimer Klaus Däschler hat im Süßwasser-Angeln an den „World Police & Fire Games“ teilgenommen. Auf dem Foto hat er einen Schuppenkarpfen gefangen. (Foto: jedö)

Der Altheimer Klaus Däschler hat vor ein paar Tagen an den „World Police & Fire Games“ in Rotterdam teilgenommen. Dabei handelt es sich um eine Art Olympische Spiele für alle, die für die Polizei, den Zoll, im Justizvollzug und bei der (Berufs-)Feuerwehr arbeiten. Letzteres ist bei Däschler der Fall – und die Disziplin, für die er gemeldet hatte, erraten jene schnell, die ihn noch als früheren Vorsitzenden des ASV Münster kennen: Der 57-Jährige war im Süßwasser-Angeln mit von der Partie.

In dieser Disziplin trat er bei den Weltspielen sowohl im Einzel als auch im Duo (an der Seite von Alexander Gericke, einem befreundeten Polizisten) an. Eins der beiden Ziele, die er sich für die Wettkämpfe am Voorne-Kanal außerhalb der niederländischen Metropole gesetzt hatte, erreichte er: „Im Duo wollten wir unter die ersten 15 kommen“, berichtet Däschler nach seiner Rückkehr. Es wurde Platz 13. Im Einzel hingegen gelang der angestrebte Top-Ten-Platz nicht: Hier landete der Altheimer auf Platz 38 unter den 60 Teilnehmern.

Groß grämen tut sich Däschler, Berufsfeuerwehrmann bei der Stadt Ludwigshafen, deshalb nicht. Die äußeren Umstände hätten schlicht nicht mehr hergegeben, sagt er. Das wird auch an der Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit am Kanal deutlich: Im sechsstündigen Wettkampf hatte der passionierte, wie erfahrene Angler eigentlich 100 Kilo Fisch aus dem Wasser ziehen wollen. Zielfische sind meist Karpfen, Schleien, Brassen und Rotaugen; nahe Rotterdam, wohin Däschler zur Vorbereitung zuvor schon einmal gereist war, hatten es die Teilnehmer vor allem auf Brassen abgesehen. „Eine einzige, 2 200 Gramm schwer, konnte ich überlisten“, erzählt Däschler, der es mit diversen Ködern und Futtermitteln, darunter verschiedene Würmer und Maden, versuchte. Selbst der Sieger holte nur elf Kilo Fisch aus der Voorne, „das waren vier, fünf Fische“.

„Es war nicht viel Fisch auf der Strecke“

Weder Brassen noch Rotaugen bissen also in nennenswerter Zahl an, was allen Teilnehmern so ging, unabhängig vom zugelosten Standort am Kanal. „Wir haben ja auch untereinander gesprochen, die anderen hatten ebenfalls Probleme“, sagt Däschler. Sämtliche Tricks der Angler nutzten wenig, „es war einfach nicht viel Fisch auf der Strecke“. Einerseits sei der Kanal um diese Jahreszeit grundsätzlich nicht für große Fänge geeignet, meint Däschler. „Für die Organisatoren hat er sich zwar angeboten, weil dort genug Stege für die Teilnehmer gebaut sind. Aus Fischereisicht war das aber anders.“ Dazu sei das Wetter ungünstig gewesen, „erst hatten wir 35 Grad, dann kam Wind dazu und das Wetter hat gedreht. Auch die Fische mögen solche Umschwünge nicht.“ Zudem existierten Mindestgrößen für alle Zielfische, unter denen die Tiere zurück ins Gewässer geworfen werden musste. Für bestimmte Arten wurden überdies Schonzeiten berücksichtigt.

Trotz des schwierigen sportlichen Rahmens erzählt Klaus Däschler mit Begeisterung von seinem Abenteuer, das ihn dank dreier Sponsoren schlussendlich noch 900 Euro aus eigener Tasche gekostet habe. Die Eröffnungszeremonie im größten Rotterdamer Stadion, bei der 5.500 der 9.000 Teilnehmer der World Police & Fire Games nach Ländern geordnet einmarschierten, sei „emotional“ gewesen, „das kann ich jedem nur empfehlen. Auch der Sportsgeist unter den Anglern sei toll gewesen, „die Iren haben mir kurzerhand mit Ködern ausgeholfen“. Eine erneute Teilnahme am gigantischen Multisport-Event 2023 in Kanada schließt der Altheimer, der schon als Kind von diesem Hobby fasziniert war und es im Sportangeln bis ins Jugend-Nationalteam schaffte, aus Kostengründen zwar aus. „Generell kann ich das Mitmachen aber jedem, der dazu die Möglichkeit hat, nur empfehlen.“

(Text: jedö)