Usinger Laurentius Markt: Pomologe beantwortet Fragen zu Apfelsorten

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(Symbolbild: Timotheus Frobel auf Unsplash)

Kräftig gebaut, knackig und süß (manchmal auch sauer) aber stets ein schöner Anblick. So kennen wir sie und so wollen wir sie haben. Aber wer kennt sie schon genau? Wer kennt Namen und Herkunft und damit auch ihren Werdegang? Nein, es geht nicht um den Junggesellen des Jahres, sondern um einen der wertvollsten Repräsentanten unserer Heimat: dem Apfelbaum auf der Streuobstwiese.

Viele Bürgerinnen und Bürger besitzen entweder selbst eine Streuobstwiese oder kennen seit Jahren pfleglos liegen gelassene Wiesen in der Nachbarschaft. Allen gemein ist ihr einmaliger Baumbestand mit meist jahrzehntealten, knorrigen Burschen, die trotz aller Widrigkeiten jährlich eine ansehnliche Menge an Früchten liefern, Schatten spenden und einer Menge von Tieren und Pflanzen eine Heimat bieten. Und doch wissen wir selten den Namen und die Herkunft dieser Bäume. Welche Sorte Apfel habe ich da vor mir? Wo wurde die Sorte gezüchtet und durch was zeichnet sie sich aus? Oder steht da gar eine Rarität ganz unbeachtet und kaum wertgeschätzt? Diese Fragen können auf dem diesjährigen Usinger Laurentius Markt am Sonntag, 11., und Montag, 12. September, beantwortet werden. Das Amt für den ländlichen Raum beim Hochtaunuskreis hat einen Pomologen zu Gast – einen Experten bei der Identifikation von Apfelsorten. Sein kundiges Auge wird die Äpfel begutachten und schlussendlich auch einen Namen nennen – mit dem man zukünftig den Apfelbaum ansprechen kann. Dies ist auch Grundlage für weitere Recherchen über Herkunft, Alter und Verwendung der Sorte.

Was der Experte zur eindeutigen Bestimmung der Apfelsorte braucht, sind vier bis fünf einwandfreie Früchte des Baumes, am besten von der Südseite. Das Angebot ist kostenfrei. Nutzen Sie also die Gelegenheit, auf dem Usinger Laurentius Markt mehr über die knackigen Burschen auf der Streuobstwiese zu erfahren. Streuobstwiesen gelten als eine besonders hochwertige Kulturlandschaft. Sie bieten Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, die durch den herkömmlichen Obstanbau in Form von Obstplantagen zurückgedrängt werden, und sind daher besonders schützenswert. Der Hochtaunuskreis plant derzeit ein Konzept zur Förderung des Erhalts, der Pflege und des Wiederaufbaus von Streuobstwiesen. Geld für konkrete Maßnahmen sollen in den bevorstehenden Haushaltsberatungen thematisiert werden.

(Text: PM Hochtaunuskreis)