Eppertshausen: Resümee der Ferienfreizeit

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Glücklich im JuZ-Garten: einige Teilnehmer und Betreuer der Eppertshäuser Ferienfreizeit in der vorletzten Ferienwoche. (Foto: jedö)

Jugendpflegerin sorgt sich wegen weniger Anbieter

Vorweg: Die meisten Angebote der in diesen Tagen austrudelnden Eppertshäuser Ferienfreizeit 2022 sind gut angenommen worden. 128 Kinder meldeten sich für mindestens eine der 13 Aktivitäten, die Gemeinde, Vereine und Privatpersonen in diesen Sommerferien auf die Beine gestellt hatten, an. Gegenüber den 61 Kids, die vergangenes Jahr aus der 2020er-Corona-Pause zurückgekommen waren, verdoppelte sich die Teilnehmerzahl also. Viele Jungen und Mädchen nahmen zudem an mehreren Angeboten teil. Trotzdem zieht Stephanie Groh, Jugendpflegerin der Gemeinde Eppertshausen, Sportcoach und auch Jugendleiterin beim Fußball-Verein, nach den sechs Ferienwochen ein gemischtes Resümee. Mit Blick aufs nächste Jahr macht sie sich Sorgen und kündigt eine Veränderung an.

„Die Betreuung im JuZ wird es nächstes Jahr nicht mehr geben“, hat Groh entschieden. Die zweiwöchige Möglichkeit für Eltern, ihre Kinder in den Ferien bis 13 Uhr und inklusive toller Entfaltungsmöglichkeiten und Mittagessen im Jugendzentrum in der Bürgerhalle abzugeben, wurde von nicht mal einer Handvoll Familien genutzt. Groh wundert sich darüber, dass es in einer Phase, in der die Grundschule geschlossen ist, so wenig Bedarf an kontinuierlicher Betreuung gab. „Offenbar verreisen doch wieder ziemlich viele Leute.“ Das zeitintensive Angebot werde man 2023 ergo streichen.

Spielefest und Kochangebot als Renner

Ansonsten gab es auch diesmal wieder so einige Renner in der Eppertshäuser Ferienfreizeit. Zum Spielefest der Fußballer kamen 70 Kinder; auch einige ukrainische haben man einbezogen, betont Groh den integrativen Weg. Das Kochen mit Roland Groh war einmal mehr überbucht, obwohl diesmal nur Mädchen mitwirken durften. Nachdem sich beim vergangenen Mal einige Jungs daneben benommen und Messer durch die Küche geworfen hatten, hatte sich der Hobbykoch zu diesem Schritt entschieden. Was laut Stephanie Groh zu einem durchaus heftigen Beschwerdeanruf in Sachen Geschlechterdiskriminierung geführt habe. „Als ich den Kritiker dann gefragt habe, ob er bei der Ferienfreizeit selbst mal mithelfen wolle, hat er einfach aufgelegt.“

Auch der „Gartentag“ in der vorletzten Ferienwoche im JuZ-Garten nahe der Münsterer Agip-Tankstelle kam gut an und wurde etwa vom Eppertshäuser Baumschnitt-Experten Thomas Gruber begleitet. Obwohl die mit 90 Kindern zahlenmäßig am stärksten gebuchte Veranstaltung die Kinonacht von Bürgermeister Carsten Helfmann in der letzten Ferienwoche in der Bürgerhalle war, konstatiert Groh: „Outdoor hat sich bewährt und geht immer gut.“ Generell sei der Eppertshäuser Nachwuchs vor allem dann begeistert, wenn er selbst anpacken könne: „Die Kinder möchten etwas tun, sie wollen etwas werkeln, sich bewegen.“

Genau deshalb tut es der Jugendpflegerin in der Seele weh, dass mancher Ortsverein inzwischen kein Angebot mehr macht, „oft aus personellen Gründen“, wie Groh sagt. Zum Beispiel habe die Eppertshäuser SPD „immer tolle Angebote gemacht“, diesmal aber ebenso gefehlt wie der Partnerschaftsverein Eppertshausen-Chaource, „der immer tolle Fahrten angeboten hat“. Auch die Feuerwehr beteiligte sich diesmal nicht, wobei Groh hofft, dass sich dies 2023 schon wieder ändern könnte.

Jeder, der helfen möchte herzlich willkommen

Generell appelliert Groh nicht nur an die Vereinslandschaft, sondern auch an die Bevölkerung: „Jeder, der sich mal einen halben Tag Zeit für unsere Kinder nehmen möchte, ist herzlich willkommen, etwas auf die Beine zu stellen.“ Schon ganz einfache Dinge ohne große Vorbereitung könnten Freude machen, „zum Beispiel einfach mal zum Minigolfplatz laufen und Pommes essen“. Die Eppertshäuser Ferienfreizeit stehe und falle mit einer Sache: „Ich brauche Menschen, die etwas tun wollen.“

Nichtsdestotrotz gab es auch diesmal wieder Dutzende Eppertshäuser, die sich zum Wohle und zur Zerstreuung der Kinder in den Sommerferien einsetzten. Ihrer Aufgabe überdrüssig wird auch Stephanie Groh selbst nicht und kündigt schon das nächste Vorhaben an: „Am 24. Oktober, einem Freitag, wollen wir in der Bürgerhalle einen Nachtsporttag anbieten, ab 21 oder 22 Uhr bis Mitternacht. Da wird der Saal dann mit Leuchtmitteln in Szene gesetzt und die Kinder können sich in besonderer Atmosphäre austoben.“

(Text: jedö)