Stellungnahme von Polizeivizepräsident Rudi Heimann nach weiterem Verdachtsfall von Körperverletzung im Amt

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Symbolbild -Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht auf dem Weg zu einem Einsatz (Foto: Ivan Lopatin auf Unsplash)

Die Behördenleitung des Polizeipräsidiums Südhessen hat Kenntnis über einen weiteren möglichen Fall von Körperverletzung im Amt erlangt. Polizeivizepräsident Rudi Heimann hat unmittelbar alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, nachdem ihm innerhalb kürzester Zeit der zweite mögliche Fall von Körperverletzung im Amt bekannt wurde. Über einen weiteren Vorfall informierte das Polizeipräsidium Südhessen bereits gestern (wir haben berichtet).

Zum Vorfall: Ein 29-jähriger Mann löste in der Nacht zum Freitag, 19. August, aufgrund seines auffälligen Verhaltens insgesamt drei Polizeieinsätze in Bensheim aus. Bei einem dieser Einsätze zeigte sich der 29-Jährige extrem renitent und weigerte sich, den Anweisungen der Polizeibeamten Folge zu leisten. Hierbei soll es im Eingangsbereich einer Klinik in Bensheim zu einem Tritt eines Polizeibeamten in den Genitalbereich des Mannes gekommen sein. Im Anschluss verließ der 29-Jährige das Klinikgelände. Etwa 1,5 Stunden später wurde er dort, nach einer vorangegangenen Sachbeschädigung an der Glastür der Klinik, vorläufig festgenommen. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,66 Promille.

Gegen den betroffenen Polizeibeamten wurde nach interner Prüfung und Vorlage bei der Behördenleitung bereits Anzeige erstattet und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Zudem wurde der betroffene Beamte von seiner Streifentätigkeit entbunden und innerhalb der Polizeidirektion Bergstraße umgesetzt.

“Dass ich innerhalb kürzester Zeit von einen weiteren Vorfall Kenntnis nehmen musste, macht mich betroffen. Ich bedauere, dass erneut wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt Anzeige erstattet werden musste. Betonen möchte ich, dass sich die eingesetzten Beamtinnen und Beamten durch eine unmittelbare Meldung an ihre Vorgesetzten vorbildlich verhalten haben. Auch die internen Meldewege haben funktioniert, wenn auch zeitverzögert. Ein derartiges Verhalten ist für die Polizei in keiner Weise tolerierbar und erfordert stets konsequente Aufklärung und Ahndung. Ich versichere, dass im Polizeipräsidium Südhessen Fehlverhalten in keiner Weise geduldet wird. Hierzu gehört darüber hinaus auch, dass solche Einsätze schnell, kritisch und umfassend nachbereitet werden, um aus den Ergebnissen einen umgehenden und nachhaltigen Sensibilisierungseffekt für alle zu erzielen”, bezieht Polizeivizepräsident Rudi Heimann klar Stellung.

Die internen Prozesse, insbesondere dass die Behördenleitung zeitverzögert und erst jetzt Kenntnis von dem Sachverhalt erlangt hat, werden nachbereitet.

(Text: PM Polizei Südhessen)