Hessen: Wie gestalten Jugendliche mit Behinderung ihre Freizeit?

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(Symbolfoto: Pixabay)

Land Hessen finanziert eine Studie der Frankfurt UAS zu inklusiver Ausgestaltung kommunaler Jugendarbeit

Welche Freizeitangebote wünschen sich Kinder und Jugendliche mit Behinderung und welche Barrieren stehen ihrer Teilhabe im Weg? Wie können Kommunen und freie Träger diese Hürden abbauen und welches sind Bedingungen für eine gelungene Gestaltung inklusiver Freizeitangebote? Zur Beantwortung dieser Fragen fördert die Landesregierung über drei Semester eine Studie der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) mit knapp 84.000 Euro. Die Studie erforscht Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten, an denen junge Menschen mit Behinderung aktiv teilhaben können. „Kommunen und freie Träger äußern mit Blick auf geeignete Konzepte zur inklusiven Gestaltung ihrer Jugendarbeit hohen Beratungsbedarf. Mit der Entwicklung von Best-Practice-Beispielen und pragmatisch umsetzbarer Lösungen gibt die Studie der Frankfurt UAS Impulse und trägt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bei“, sagt Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. „Das SGB VIII verfolgt das grundsätzliche Ziel der gleichberechtigten Teilhabe junger Menschen mit und ohne Behinderung sowie den Abbau von Barrieren. Diese Zielsetzung ist noch nicht erreicht. Die Studie unterstützt Kommunen und freie Träger deshalb bei weiteren Schritten der Verwirklichung im Feld der Jugendarbeit“, so der Minister weiter.

Bedarfe besser verstehen und berücksichtigen

„Junge Menschen mit Behinderung begegnen bei dem Versuch der selbstbestimmten Freizeitgestaltung einer Vielzahl an potenziellen Teilhabebarrieren. Der Anspruch an Praxis und Forschung, sich mit der Lebenssituation von Jugendlichen mit Behinderung auseinanderzusetzen, diese zu verstehen und konzeptionell zu berücksichtigen, ist gegenwärtig noch durch gravierende Wissenslücken, fehlende Praxiserfahrungen und nur wenige Good-Practice-Beispiele erschwert“, sagt Frau Prof. Dr. Bettina Bretländer von der Frankfurt UAS zum Projektstart. Die Studie fördere vor diesem Hintergrund eine Sensibilisierung auf der Seite von Fachkräften und gebe ihnen Raum, eigene Handlungsspielräume zu reflektieren. Dies biete die Grundlage, um Jugendliche mit Behinderung und ihre Bedarfe besser zu verstehen und bei der Angebotsgestaltung gezielter zu berücksichtigen.

Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf zwei Zielgruppen: zum einen auf Kinder und Jugendliche mit Behinderungen (12 bis 27 Jahre) als Expert*innen für ihr Leben und zum anderen auf Expert*innen im Freizeit- und Jugendarbeitsbereich. Die Lebenswelten von jungen Menschen mit Behinderung sind Ausgangspunkt der Studie.

Ein wesentliches Ziel der bis Februar 2024 angelegten Studie ist die Entwicklung konkreter konzeptioneller Ideen zur Umsetzung von Teilhabemöglichkeiten auf regionaler Ebene. Die Gesamtergebnisse werden schließlich im Rahmen einer hessenweiten Fachtagung präsentiert.

(Text: PM Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)