2023 wieder Bundesliga-Football in Münster

161
Beim Flag Football stoppt man den Gegner, indem man eine der beiden kleinen Fahnen („Flags“) abzieht. Körperkontakt gibt es im Gegensatz zum American Football kaum. Das Foto stammt aus dem jüngsten Testspiel der Münster Fireflags (rot) gegen die Darmstadt Fun Diamonds (blau) im Gersprenzstadion. (Foto: jedö)

Die Fireflags des SVM haben einen neuen Headcoach und wollen nächstes Jahr in der 2. Flag-Football-Bundesliga starten

Das Jahr 2022 wird für den Flag Football auf alle Zeit ein historisches sein: Im Sommer war die recht junge Sportart erstmals Teil der „World Games“, die im Juli in den USA stattfanden und auch im deutschen (Nischen-)Fernsehen viel Platz bekamen. Ob die neue Bühne der kontaktlosen Variante des American Football auch hierzulande Schwung verleiht, bleibt abzuwarten. Bei den Münster Fireflags, den Flag Footballern des SV Münster, ist nach den zwei schwierigen Corona-Jahren jedenfalls viel Elan zu spüren. Im Frühjahr vollzog das Team einen Trainerwechsel – und peilt für 2023 den Start in der 2. Bundesliga an.

2016 gründete der American Football Verband Deutschland die Deutsche Flag Football Liga. 40 Mannschaften nahmen damals an der Debütrunde teil, auch die Münster Fireflags. „Das Konzept für die DFFL war im ersten Jahr aber noch unausgereift und die Kosten waren zu hoch“, blickt Rainer Blümler, Fireflag der ersten Runde und bis heute als Spieler aktiv, zurück. Dennoch nahmen die Münsterer auch 2017 teil, als schon 51 Teams mit von der Partie waren. 2018 und 2019 fehlte die als SVM-Abteilung organisierte Mannschaft dann, 2020 fand das Meisterschaftsrennen coronabedingt nur in stark abgespeckter Form statt. Seit 2021 geht es mit dem Spielbetrieb im deutschen Flag Football wieder aufwärts, und 2023 steht eine Veränderung an, die auch Münster wieder auf die Bundesliga-Karte bringen soll.

„Nächstes Jahr wird es erstmals auch eine 2. Bundesliga geben“, freut sich Blümler. Die soll ebenfalls in vier regionale Divisionen eingeteilt werden, „dort soll es aber ein bisschen lockerer zugehen“. Unter anderem das Abstellen von Offiziellen wird neben der sportlichen Herausforderung aber auch im neuen Unterhaus eine Aufgabe für die Fireflags: Der Verband fordert von den Vereinen, dass sie sich an den in Turnierform absolvierten Bundesliga-Spieltagen auch mit Schiedsrichtern an der Durchführung der Partien beteiligen.

Den Entschluss, 2023 in Liga zwei auf den Rasen zu gehen, haben die Münster Fireflags dennoch fest gefasst. Personell haben sie im Frühjahr eine Zäsur vollzogen: Der langjährige Headcoach Frank Aulbach wechselte auf die Position des Sportlichen Leiters. Neuer Headcoach und Offense-Trainer ist Jonas Blümler, wie sein Vater Rainer Mitglied der ersten Stunde im 2008 gegründeten Münsterer Team. Als Trainer speziell für den Defensivbereich fungiert Johannes Neff. Als Assistenztrainer bringen sich zudem Nikolas Buysch und Sören Sebastian ein. Auch diese drei noch immer jungen Aktiven haben sich die Fireflags im eigenen Stall über das Jugendalter „herangezüchtet“ .Als sportliches Ziel für die nächste Zeit nennt Jonas Blümler, „den bestehenden Kader für die 2. Liga fit zu machen“. Zwar verliefen die vergangenen Monate nicht ganz leicht; so musste im Mai etwa der „Gersprenz Bowl“ im Gersprenzstadion mangels Anmeldungen anderer Vereine durch ein Trainingslager samt Testspiel gegen die Darmstadt Fun Diamonds, zu denen die Münster Fireflags schon lange freundschaftliche Beziehungen pflegen, ersetzt werden.

Doch unter dem Strich hat Corona den Flag Football an der Gersprenz nicht zerstört, „wir haben 15 Aktive im Team und sind konstant geblieben“, sagt der Headcoach. Die gesamte Abteilung innerhalb des SV Münster besteht mittlerweile sogar aus 27 Mitgliedern, mehr als je zuvor. Es wird spannend zu sehen sein, ob der Wiedereinstieg in die Bundesliga den Münster Fireflags weiteren Schub verleiht.

Flag Football kurz erklärt

Beim Flag Football gibt es im Gegensatz zum American Football kaum Körperkontakt. Die athletischen wie taktischen Herausforderungen sind ähnlich, auf die Härte und die damit verbundenen Verletzungsrisiken des US-Nationalsports verzichten die Spieler aber bewusst.
Wie aber verhindern, dass der Gegner das „Ei“ in die Endzone des Gegners trägt? Im Flag Football stoppt man den Widersacher nicht mit Bodycheck oder Umreißen, sondern fast schon unbemerkt: durch das Abziehen einer der beiden kleinen Fahnen („Flags“) des Spielers, der gerade den Ball trägt. Viele sonstige Merkmale des American Footballs sind hingegen auch von Flag Football übernommen worden. Der Abschluss eines optimalen Spielzugs ist der Touchdown in der Endzone. Gespielt wird fünf gegen fünf. In den Teams spielen Männer und Frauen gemischt, letztere sind im Flag Football in der Minderheit. In Münster ist derzeit eine Spielerin Teil des Teams.

Weitere Informationen zur Sportart und dem Flag Football in Münster präsentiert die Website www.fireflags.de. Einsteiger jeden Alters sind bei den Münster Fireflags jederzeit willkommen.

(Text: jedö)