38. Moret-Triathlon des VfL Münster: Was Rennleiter Andreas Kropp Kritikern der B26-Sperrung antwortet

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Windig war es am Sonntag im Feld westlich von Babenhausen, wo sich seit 2020 die Laufstrecke des „Moret-Triathlons“ befindet. (Foto: jedö)

„Es war bisher mit Sicherheit der kälteste Moret-Triathlon“, sagte Andreas Kropp und schnaufte am Sonntagabend erstmal durch. Gerade lag der Abbau der Großveranstaltung des VfL Münster in den letzten Zügen, da fand der Rennleiter des Vereins ein paar Minuten Zeit für ein Resümee der 38. Auflage des Traditionsereignisses. Das spielt sich seit 2020 dank neuer Laufstrecke im Feld westlich von Babenhausen komplett am, im und rund um den Sickenhöfer See ab. „Das Wärmste war heute das Wasser“, scherzte Kropp mit Blick auf die am Morgen gemessenen 19,4 Grad, die zwar tatsächlich sechs, sieben Grad wärmer als die Luft waren, die bis auf „ein paar Verrückte“ (Kropp) aber doch fast alle Athleten den Neoprenanzug anziehen ließen.

In der Tat blies im Feld und auf der voll gesperrten Radstrecke auf der B26 zwischen Babenhausen und Altheim (sowie im weiteren Verlauf auf der L3095 zwischen Altheim und Richen) ein heftiger, böiger Wind. VfL-Athlet Julian Becker, der bei seinem ersten Mitteldistanz-Rennen gleich die Königsdisziplin des „Moret“ gewann, hatte am Vormittag nach seinem Triumph berichtet, er sei „Richtung Altheim mit 35 Stundenkilometern und zurück mit 50 unterwegs“ gewesen.

Hohe „No-Show-Rate“

Die kühlen, windigen, für Triathleten eher unangenehmen Bedingungen führten zu der von Kropp befürchteten hohen „No-Show-Rate“: Rund 30 Prozent der über die verschiedenen Rennen hinweg angemeldeten Teilnehmer standen schlussendlich nicht am Ufer des Sees, als Mittel-, Olympia- und Sprintdistanz sowie die Nachwuchs- und Ligarennen gestartet wurden. „Sonst sind es eher 15 Prozent, die sich anmelden, dann aber nicht antreten“, zog Kropp den Vergleich.

Er habe für ein Fernbleiben durchaus Verständnis: „Die Hälfte derer, die sich für den Moret-Triathlon anmelden, haben eine Anfahrt von mehr als einer Stunde.“ Sehe man dann eine Wetterprognose, die sogar Schauer verheiße (was insbesondere auf dem Rad die Freude am Ausdauerdreikampf verderben kann), schenke man sich trotz entrichteter Startgebühr oft schlicht den Aufwand und das erhöhte Verletzungsrisiko. Wobei man den ganzen Renntag über keinen ernsthaften Sturz verzeichnet habe und es witterungstechnisch dann doch noch passabel lief: „Der Regen hat erst bei der letzten Siegerehrung eingesetzt, und auch dann nur kurz. Die ganzen Rennen über war es komplett trocken“, freute sich Kropp.

Dass die Teilnehmer des Moret-Triathlons sonst wärmere Bedingungen gewohnt sind, hängt damit zusammen, dass er viele Jahre lang schon im Juni stattfand. Erst seit kurzem ist der September-Termin gesetzt. Das Strandgefühl stellte sich bei Sportlern und Zuschauern am See am Sonntag trotz Sands, Drinks und Palmen zwar nur bedingt ein; letztlich meisterte der Verein die Herausforderung aber einmal mehr. Auch dank 120 Helfern aus dem 480 Mitglieder großen VfL, „wobei das Jugendteam und die Eltern der Athleten eine große Stütze waren“, wie Kropp betonte. Dies aus gutem Grund und ein bisschen Eigennutz: „Über diese Veranstaltung finanzieren wir unsere Jugendarbeit“, hob der Rennleiter und VfL-Funktionär hervor.

„Der Sport ist genauso Teil der deutschen Gesellschaft!“

Auch deshalb zeigte Andreas Kropp am Sonntag nur bedingt Verständnis für die im Umland laut einmal mehr vernehmbaren Kritikerstimmen, die es nicht nachvollziehen können oder wollen, weshalb man eine Bundesstraße selbst an einem Sonntag acht Stunden lang „für ein Radrennen“ sperren darf. Kropp entgegnet: „Der Sport ist genauso Teil der deutschen Gesellschaft wie ein Volksfest, eine Kerb oder ein Faschingsumzug, bei denen es ebenfalls – teils deutlich längere – Sperrungen und Umleitungen gibt!“

Eine alternative Durchführungsmöglichkeit fürs Radfahren als zweiter der drei Triathlon-Disziplinen gebe es rund um den Sickenhöfer See nicht: „Der Verkehr ist auf der B26 auch sonntags so dicht, dass man ein Rennen dieser Qualität und Größe nicht im offenen Straßenverkehr durchführen kann. Die Unfallgefahr wäre einfach viel zu groß!“

(Text: jedö)