Rodgau: Theatergruppe „Großes Welttheater“ feiert ihre Geschichte mit großem Erfolg

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Das große Finale: Gelungene Jubiläumsaufführung des Großen Welttheaters. (Foto: ah)

Was macht ein Verein zu seinem 25-jährigen Jubiläum? Natürlich etwas ganz Großes, das lang in Erinnerung bleibt und dann lässt man auch auf die eine oder andere Art die großen Momente des Vereins Revue passieren.

Die Theatergruppe „Großes Welttheater“ hatte gleich zwei Jubiläen, die gefeiert werden konnten – 75 Jahre Erstaufführung des Stückes „Das große Welttheater“ und seit 25 Jahren gibt es die Theatergruppe, die sich mit der Wiederaufführung des alten Stückes gründete. Das erste „Große“ war diesmal schon die Bühne, die Ausmaße hatte, die man sonst nur in Rodgau beim Strandbadfestival findet.

An Großereignissen ist die Geschichte des Vereins auch nicht gerade arm, denn jede der Aufführungen, die alle zwei Jahre stattfinden, war ein besonders Erlebnis. Aber eine Vereinschronik vorlesen, wie es üblicherweise bei Vereinsjubiläen geschieht, hätte zu der „Truppe“ nicht gepasst. Kurzerhand schrieb Thomas Auerswald das Stück „Die Gestrandeten“, die es ermöglichte, die Höhepunkte der Vereinsgeschichte zu präsentieren.

S-Bahn-Station in Nieder-Roden als Plattform für Rückblick
(Foto: ah)

Die Theaterstücke der Vergangenheit nach und nach auf der Bühne zu präsentieren, reichte den kreativen Schauspielerinnen und Schauspielern nicht. Als Plattform für diesen Rückblick diente diesmal die S-Bahn-Station in Nieder-Roden und die Erfahrung, die fast jeder Benutzer des öffentlichen Nahverkehrs gemacht hat, dass es irgendwann nicht mehr weitergeht. So strandeten die allegorischen Figuren von „Das Große Welttheater“, der Schinderhannes, die Ereignisse um das Kloster Rothaha, die Weltreise in 80 Tagen in Kurzform und „Der Mann ohne Kopf“, die Geschichte von Klaus Störtebeker nach und nach auf der Bühne, weil ihre Fahrt mit der S-Bahn zu ihrem eigentlichen Ziel abrupt unterbrochen wurde. Bei diesem Andrang kam es natürlich auch zu einem „Durcheinander“, wobei kaum anzunehmen ist, dass die Zuschauer dabei den Überblick verloren.

Da freute sich etwa die Würstchenverkäuferin des Bahnhofs riesig, da sie überraschend zur Braut eines Grafen befördert worden war. Der wiederum benutzte eine Draisine, um seine Angebetete zu finden. Derweil wurden harmlose Reisende, die auf die S-Bahn warteten, vom Schinderhannes ausgeraubt, der sich nebenbei mit dem Stoertebeker darum raufte, wer der größte Schurke sei.

Auf Einzelheiten geachtet

Im Gegensatz zu diesem scheinbaren Durcheinander wurde akribisch bei den Schnelldurchläufen der Stücke auf Einzelheiten geachtet: So ersetzte die Wartebank im Bahnhof die Drehbühne bei „Reise in 80 Tagen um die Welt“, die immer in der gleichen Richtung umrundet wurde, so wie sich damals die Bühne drehte, um die Reiserichtung darzustellen, die im Endeffekt dazu führte, dass Phileas Fogg und sein Diener Passepartout einen Tag früher ihr Ziel erreichten.

54 Schauspieler bevölkerten nach und die Bühne und wo es möglich war, spielten auch die Originaldarsteller der Erstinszenierung ihre Rollen. Trotz dieser großen Zahl an Akteuren, mussten einige mehrere Rollen übernehmen. Der lang anhaltende Applaus des Publikums galt dann nicht nur den Darstellern, sondern auch Regisseurin Bettina Hartmann und ihrer Co-Regisseurin Maybrit Gutschling, denen es gelungen ist, die Einzelelemente zu einem großen Ganzen zusammenzuführen.

(Text: ah)