Darmstadt: Gedenken an deportierte Juden und Sinti

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Gedenkort "Denkzeichen Güterbahnhof. (Foto: Wissenschaftsstadt Darmstadt)

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt gedenkt am 25. September, um 11 Uhr, am Gedenkort „Denkzeichen Güterbahnhof“ (Bismarckstraße/Ecke Kirschenallee) der vor 80 Jahren deportierten Darmstädter Juden und Sinti.

Nach Begrüßung durch die Initiative „Denkzeichen Güterbahnhof“ sprechen Stadtrat Michael Kolmer, in Vertretung für Oberbürgermeister Jochen Partsch, Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde Darmstadt und des Verbandes Deutscher Sinti und Roma Hessen sowie die Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, Heike Hofmann, MdL.
„Dies ist ein Menschheitsverbrechen, das, wie die menschenvernichtende Politik des Naziregimes insgesamt, uns auch noch nach Jahrzehnten fassungslos macht – und beschämt“, erklärt Stadtrat Kolmer. „Dieses Verbrechen geschah nicht irgendwo, sondern es vollzog sich hier, mitten in unserer Stadt, vor den Augen und mit Wissen der Darmstädterinnen und Darmstädter. Dessen müssen wir uns stets bewusst sein. Wir denken mit Trauer an die Opfer, und wir nehmen die Geschichte als Auftrag, wachsam zu sein und allen Tendenzen des Rassismus und der gesellschaftlichen Intoleranz entschlossen die Stirn zu zeigen. Die Verantwortung, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus nicht zuzulassen, tragen wir alle gemeinsam.“

„Auch in diesem Jahr kommen wir gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und der Stadt Darmstadt am Güterbahnhof zusammen, um der Verfolgten zu gedenken. Indem wir an ihre Geschichten erinnern, zollen wir ihnen nicht nur Respekt und benennen das damalige Recht als Unrecht. Vielmehr erinnern wir ebenfalls uns an unsere Aufgabe, dass sich dieser Schmerz und diese Vernichtung niemals wiederholen dürfen“, mahnt Adam Strauß, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma. „Bereits seit einigen Jahren beobachten wir mit Besorgnis den erstarkenden Nationalismus und Rassismus. Diese Tendenzen zu erkennen und ihnen entschlossen entgegenzutreten, ist unser aller Verantwortung.“

Die Gedenkveranstaltung findet in Kooperation zwischen dem Hessischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma, der Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Jüdischen Gemeinde Darmstadt und der Initiative „Denkzeichen Güterbahnhof“ statt.

Die Gedenkveranstaltung wird musikalisch umrahmt von Irith Gabriely.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung gibt es online unter http://www.denkzeichen-gueterbahnhof.de/. Weitere Auskünfte geben Renate Dreesen (Telefon 06157 / 84470, E-Mail: rdreesen@gmx.net) und Peter Schmidt (Telefon 06151 / 74543, E-Mail: c.p.schmidt@arcor.de).

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)