Kreis Groß-Gerau: Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung

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Symbolbild Straßenbeleuchtung (Foto: PDPhotos auf Pixabay)

Ob auf dem Privatgrundstück, beim Arbeiten, in der Freizeit oder im öffentlichen Raum – unsere Welt wird stetig heller. Moderne Leuchtmittel haben es den Menschen ermöglicht, zu jeder Tages- und Jahreszeit ihren Bedürfnissen nachzugehen.

Doch so vielfältig diese Anwendungsbereiche sind, so stetig nimmt auch die Lichtverschmutzung unserer Welt zu, also eine Aufhellung des Nachthimmels in Folge der künstlichen Lichtquellen. Die Ursache hierfür geht größtenteils von nach oben abgestrahlten oder reflektierenden Anteilen des Lichts aus, die wiederum durch atmosphärische Bestandteile wie Staub oder Wasser weiter reflektiert und zerstreut werden. So entstehen vor allem über großen Städten, aber auch kleinen Gemeinden, Gewerbe- und Industriegebieten Lichtglocken, deren Licht über die Atmosphäre bis weit in den Außenbereich gestrahlt wird.

Und das hat Folgen, wie die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis Groß-Gerau schreibt, sowohl beim Menschen, als auch bei Tieren und Pflanzen. Neben Schlafstörungen beim Menschen durch zu viel künstliches Licht kommt es dazu, dass Laubbäume, die auch nachts angestrahlt werden, ihre Blätter später abwerfen – was sie wiederum anfälliger für Frostschäden machen kann. Ein anderes Beispiel sind nachtaktive Insekten, die insbesondere von Lichtquellen mit hohem UV-Anteil angelockt werden und dort an Erschöpfung verenden.

Aber es sind oft die kleinen und einfachen Mittel, durch die sich etwas ändern lässt. Durch gute Planung im Vorfeld oder Umrüstungsmaßnahmen der bestehenden Lichtquellen kann man nicht nur einen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz leisten, sondern auch noch Energie einsparen. „Nutzen Sie dabei insektenfreundliche Leuchtmittel (Natriumdampf- Hochdrucklampen (NAV T) und LED-Lampen mit warmen Licht von höchstens 3000 Kelvin), deren Gehäuse vollständig geschlossen sind und sich nicht über 60 Grad Celsius erhitzen. Eine geringe Anzahl an Lampen mit niedriger Anbringung vermindert unnötige Abstrahlung. Oder schalten Sie nachts unnötige Lichtquellen einfach aus oder versehen diese mit einer Abschaltautomatik oder Bewegungsmelder. Und wenn Sie noch mehr beitragen möchten, dann bauen Sie ihre Außenbeleuchtung ab und genießen den Nachthimmel“, lauten die Tipps der Naturschutzbehörde. Durch all diese Maßnahmen werde die Lichtmenge nachts reduziert und es würden längere Ruhezeiten für Tiere und Pflanzen gewährleistet.

Auch auf Bundesebene hat sich etwas getan. Durch das nun geänderte Bundesnaturschutzgesetz mit dem Fokus auf das Insektensterben sind auch höhere Standards und Schutzbestimmungen hinsichtlich neuer Beleuchtungen bzw. lichtemittierender Anlagen in Kraft getreten. Dies soll dazu beitragen, „dass Tiere und Pflanzen wildlebender Arten vor nachteiligen Auswirkungen durch Lichtimmission geschützt sind.“

Weitere Informationen zur schonenden Beleuchtung im Außenbereich gibt es z.B. vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen: Künstliche Außenbeleuchtung (nrw.de) oder vom Bundesamt für Naturschutz: Leitfaden zur Neugestaltung und Umrüstung von Außenbeleuchtungsanlagen (hessen.de).

(Text: PM Kreis Groß-Gerau)