Verkehrsberuhigung Rödermark: “Bürgerinnen und Bürger wollen endlich Taten sehen”

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Empfehlung Kreisverkehr Am Zilliggarten. (Grafik: Planungsbüro von Mörner)

Der Ärger unter den lärmgeplagten Anwohnern in Rödermark sei größer geworden, so Norbert Kern und Jakob Rhein von der BIVER OG Ober-Roden und BI Rodaustraße. Seit mindestens drei Jahren hören die in allen Stadtteilen unterschiedlich Betroffenen von den Verantwortlichen immer wieder und getreu dem Muster Verständnis zeigen, dann die abkanzelnden Sätze wie „stimmt nicht, „geht nicht“ oder „sind wir nicht zuständig“.

Mit dem „Runden-Tisch-Verkehr“ (RTV) sollte ein Medium geschaffen werden, das kooperierend und transparent Ergebnisse erarbeiten sollte. Seitens der Stadt blieb nach Ansicht der Sprecher leider nur die Absichtserklärung. Mit Vorschlägen, Studien oder Gerichtsurteilen zu verkehrsrechtlichen Möglichkeiten seien nur die BI‘s dieser Intention nachgekommen. Anträge oder Fragen zu Verkehrsmaßnahmen würden, so die Sprecher, als verwaltungsinterne Maßnahmen bezeichnet oder nicht mehr beantwortet; von mehreren hundert Einwohnern unterzeichnete Petitionen, die Bürgermeister Rotter übergeben worden waren, fristen ihr Dasein offenbar in einer Schublade, so die Mutmaßung.

Ohne Einbeziehung der BI, so Rhein, sei im Mai 2022 ein Konzept zur Umgestaltung der Rodaustraße vorgestellt worden, dessen Ergebnis die Forderungen der BI unterstütze. Die Gorbkostenschätzungen seien plausibel, bezahlbar und auch zügig umsetzbar. So würde z.B. der geforderte Kreisel „Am Zilliggarten“, inkl. Querungshilfe, in Summe nur 70.000 EUR kosten. Selbst der „Flüsterasphalt“, der die vorbeidonnernden LKW „dämpfen“ würde und der von der Stadt in der Vergangenheit als Millionenprojekt bezeichnet wurde, sei vom Planungsbüro um ein Vielfaches niedriger abgeschätzt worden.

Weitaus weniger aktiv zeige sich die Stadt nach Ansicht von Kern hinsichtlich des Wohls der Anwohner entlang der L-3097 in Ober-Roden:
a) Im Koalitionsvertrag (Ziff. 12) vereinbarten CDU/AL Die Grünen „Die Verbesserung der Verkehrssituation um die sog. Kipferl-Kreuzung sowie entlang der Rodaustraße [.…] möglichst zeitnah zum Wohle der betroffenen Anwohner:innen zu realisieren.“
b) Einstimmig beauftragte die Stadtverordnetenversammlung (StAVO) am 8. Juni 2021 den Magistrat, „….auf die zuständige Straßenverkehrsbehörde nachdrücklich einzuwirken, dass schnellstmöglich eine Kreisellösung anstelle der Ampel an der Kreuzung der L 3097 / Ffm. Str. baulich realisiert werden kann….“.

„Passiert ist bis heute nichts. In einer Mail vom 3. März 2022 teilte HessenMobil gar mit, dass dort keine entsprechende Anfrage bekannt geworden sei“, so Sprecher Kern.
Im Widerspruch zum StAVO-Beschluss hält Herr Singer, Leiter für Verkehrsangelegenheiten, einen und offenbar nicht nur diesen Kreisel „für wenig sinnvoll“, obwohl die Vorteile bestätigt sind: niedrigere Geschwindigkeiten; flüssiger Verkehr; geringere Wartungs- und Energiekosten; mehr Umweltschutz durch weniger Abgase und Lärm (s. Wikipedia) – Tatsachen, die derzeit aktueller denn je sind!
Noch dringlicher, so Kern, wäre der Vollzug des LKW-Durchfahrtsverbots und der Tempo-30 Regelung. Seit 2018 (!) liegen der Stadt dazu Beschwerden und Anträge vor. Doch seitens der Verantwortlichen herrsche Funkstille. Eine schriftliche Sachstandsanfrage aus dem März sei bis heute nicht beantwortet.

Mit ihren ablehnenden Haltungen folge die Stadt nach Ansicht von Rhein und Kern auch nicht ihren eigenen Klima-Beschlüssen, die sie sich vor einigen Monaten öffentlichkeitswirksam zum Ziel gesetzt hätte.

Vor den bevorstehenden parlamentarischen Sitzungen fordern die BI’s nach nun mehr als drei Jahren „Gerede“ endlich Taten vor Ort. „Vertrauen ist die Währung der Politik. Deshalb erinnern wir die gewählten Volksvertreter nochmals an ihre Wahlversprechen und an den Koalitionsvertrag“, so Rhein und Kern, denn immer mehr Bürger*innen würden sich aktuell die Frage stellen, was denn wohl die nächsten Schritte der Stadt sein werden, um die leidige Verkehrsproblematik endlich engagiert und konsequent anzugehen.

Empfehlung gemeinsamer Rad- und Gehweg. (Grafik: Planungsbüro von Mörner)

(Text: PM BIVER OG Ober-Roden und BI Rodaustraße)