Stadtverwaltung Viernheim informiert über Sachstandsbericht „Tivolipark“

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Noch herrscht Chaos auf der Baustelle im Tivolipark, doch das wird sich jetzt ändern. (Foto: Stadt Viernheim)

Fertigstellung erfolgt in Eigenregie bis April 2023

Wie auch von den Bürgerinnen und Bürgern zu Recht festgestellt wurde, hat sich in Sachen Neugestaltung Tivolipark“ in den letzten Wochen und Monaten sehr wenig im Baufortschritt getan. Doch die Gründe sind vielseitig. Über die Hintergründe informierte Erster Stadtrat Jörg Scheidel gemeinsam mit der Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Umweltplanung Annemarie Biermas sowie dem Amtskollegen Patrik Reimers-Bug im Rahmen einer Pressekonferenz nun auch die breite Bevölkerung.

„Aufgrund zu großer unüberwindbarer Differenzen bei der Vertragserfüllung durch das beauftragte Unternehmen hat der Magistrat der Stadt Viernheim in seiner Sitzung am 5. September 2022 beschlossen, den Vertrag mit der beauftragten Firma einvernehmlich aufzuheben“, lautet die Hauptbotschaft des Baudezernenten. Nun solle es aber schnellstmöglich mit der Neugestaltung der Parkanlage weitergehen, damit die Bürgerinnen und Bürger nicht noch länger auf das Naherholungsgebiet verzichten müssten. Hierfür würden die Vergabe der einzelnen Gewerke und die Bestellung der Materialien in Eigenregie bewerkstelligt, teilt der Baudezernent mit. Ein Generalunternehmen, wie zuvor, wird es nicht mehr geben. Spätestens im April 2023 soll der Tivolipark fertiggestellt sein.

Keine Grundlage mehr für eine weitere Zusammenarbeit

Am 27. September 2021 erfolgte die Auftragsvergabe an die Firma als Generalunternehmen für die komplette Maßnahme, das am 4. November mit den Bauarbeiten starten sollte. Insgesamt acht Monate sollte die Umgestaltung des Tivoliparks dauern. „In den Monaten Oktober bis Dezember gab es bereits mehrere Vorkommnisse, die das Projekt verzögerten, so dass hier schon der Zeitplan nicht mehr haltbar war“, führt Scheidel aus. Unter anderem wurde die Baustelle nicht rechtzeitig eingerichtet und trotz mehrfacher Aufforderung kein Bauzeitenplan vorgelegt. Des Weiteren wurden an mehreren Bäumen Wurzeln beschädigt oder unsachgemäß gekappt, ohne die Stadt darüber zu informieren. Bereits zu Beginn der Baumaßnahme wurden Behinderungsanzeigen und Forderungen einer Umplanung vom beauftragten Unternehmen formuliert. „Manche davon waren auch nachvollziehbar, daher forderten wir das Unternehmen auf, an anderer Stelle die Arbeiten fortzuführen, bis die Angelegenheit geklärt sei“, erläutert Scheidel. Doch auch dieser Aufforderung kam man nicht nach. Bauabschnitte, für die ein Zeitraum von drei Wochen eingeplant waren, dauerten 12 Wochen, weshalb die Anwohner keine Baubewegungen feststellen konnten. Scheidel: „Aus diesen und weiteren Gründen hat sich der Magistrat der Stadt Viernheim dazu entschieden, sich von dem Unternehmen zu trennen, da es keine vernünftige Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit gab, die eine zeitnahe Fertigstellung des Tivoliparks garantiert hätte“.

Weiteres Vorgehen

Als Erstes wurde die Verkehrssicherheit durch den eigenen Stadtbetrieb wiederhergestellt, berichtet Patrick Reimers-Bug. „An manchen Stellen wurde nicht richtig abgesperrt, so dass Bürger durch die Baustelle gelaufen sind.“ In diesem Zug wurde auch eine neue verkehrsrechtliche Anordnung beim Ordnungsamt beantragt. Des Weiteren wurden die Stolperstellen am Parkzugang in der Beethovenstraße beseitigt, damit die Bürger wieder den Gehweg benutzen können und die Anwohner der Baugenossenschaft wieder auf direktem Weg an ihre Mülltonnen und Fahrräder gelangen.

Nächster wichtiger Schritt war die Zusicherung eines verbindlichen Liefertermins an die Zulieferer für die Ruhebänke und Spielgeräte, die seit Monaten in der „Warteschleife“ hingen und diese Woche schon die Vorbereitungsmaßnahmen für die ersten Gerätschaften in Angriff nehmen könnten, freut sich Reimers-Bug.

Auch bezüglich der Bepflanzung im Park seien schon erste Anfragen erfolgt und Angebote eingegangen, so dass diese nun geprüft und aufgrund der bevorstehenden Herbstperiode schnellstmöglich vergeben würden. „Trotz der unglücklichen Ereignisse wird es der Stadt möglich sein, den Kostenrahmen für das Gesamtprojekt einzuhalten. Wir wollen, dass der Park im April nächsten Jahres fertiggestellt ist“, so Scheidel abschließend.

Neugestaltung Tivolipark im Rahmen „Stadtumbau West“

Im Jahr 2016 wurde das Weststadtgebiet zwischen Innenstadt und Bürgerhaus, Friedrich-Fröbel-Schule und Tivolipark als Stadtumbaugebiet in das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen. Ziel des Programms ist es, die dortigen Stadt- und Siedlungsstrukturen den Herausforderungen des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels anzupassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Klimaschutz.

Im Rahmen des Stadtumbaus „Viernheim Weststadt“ soll mit einem Teil der zur Verfügung stehenden Fördermittel auch der Tivolipark neugestaltet werden. Hierzu trafen sich im Vorfeld in mehreren Workshops interessierte Bürgerinnen und Bürger und erarbeiteten gemeinsam mit der „Lokalen Partnerschaft“ der Stadt Viernheim (LoPa) ein Konzept zur Gliederung des Parks. Für die Planung der Umgestaltung wurden auch Schulen, Kindertagesstätten, kirchliche Vertreter, die städtische Jugendförderung, Ehrenamtliche, Vereine und Verbände befragt und Bedarfe ermittelt.

Im März 2019 wurden auf Grundlage des erstellten Konzepts die Planungsleistungen an ein externes Expertenbüro für Landschaftsarchitektur, die bhm Planungsgesellschaft mbH (BHMP) in Bruchsal, vergeben. Im Sommer 2021 erfolgte die öffentliche Ausschreibung der Bauleistungen und im Oktober 2021 die Vergabe der Bauleistungen durch den Magistrat.
Zur Einleitung des Niederschlagwassers aus der Beethoven- und der Mozartstraße in die Parkanlage wurde ein Förderantrag im Programm „Klimaschutz“ des Landes Hessens gestellt und bewilligt.

(Text: PM Stadt Viernheim)