Chiara Kraus vom Club der Hundefreunde Waldacker ist Agility-Mannschaftsweltmeisterin

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Chiara Kraus mit Zwergpudelhündin „Pepper“ und Sheltie „Blaze“. (Foto: PS)

Der Club der Hundefreunde Waldacker hat eine echte Weltmeisterin in seinen Reihen. Chiara Kraus siegte im Juli bei den Titelkämpfen in Finnlands Hauptstadt Helsinki mit „Pepper“ und mit dem deutschen Team im Jugend-Mannschaftswettbewerb der Klasse „Small“.

Auch wenn der große Erfolg nun schon etwas zurückliegt – die Freude über den WM-Titel ist bei Chiara Kraus immer noch riesig. Auch, weil er so unerwartet gekommen sei, erzählt die 16-Jährige, die zudem im Einzelwettbewerb der U19 den zehnten Platz belegte. Ein Erfolgsgeheimnis sei sicher der große Zusammenhalt in der Mannschaft gewesen. Außerdem habe man sich nicht groß mit Zielen unter Druck gesetzt und sei nicht verbissen gewesen. Diese Lockerheit zahlte sich aus.„Wir sind einfach gelaufen und hatten viel Spaß im Team“, verrät Chiara Kraus.

Deutsche Mannschaft bleibt fehlerfrei

Im ersten Lauf blieb die Mannschaft fehlerfrei, das deutsche Team ging auf Platz zwei als Vorletzte in den zweiten Lauf. Da man sich erneut keinen Fehler auf dem Parcours leistete, war die Medaille sicher. Als die Konkurrenz dann leicht patzte, stand am Ende des Wettbewerbs sogar der Weltmeistertitel. Übrigens bei der allerersten Jugend-WM überhaupt, früher war im Nachwuchsbereich die Europameisterschaft der „höchste“ Wettbewerb. Neben Deutschland ist England im Agility-Sport international besonders erfolgreich.

„Ich mag einfach die Zusammenarbeit mit den Hunden, es macht mir total Spaß“, beschreibt Chiara Kraus die Faszination ihres Sports. „Daher hat mir die Ausbildung der Hunde teilweise sogar noch ein bisschen mehr gefallen. Es ist einfach schön, eine Bindung aufzubauen.“ Ihre Mutter Katja ergänzt, dass die Basisausbildung im Alter von ein bis zwei Jahren etwas intensiver sei. „Wenn die Tiere die neuen Geräte kennenlernen, dann sollte man schon zwei- bis dreimal die Woche trainieren“, so Katja Kraus. Wenn die Ausbildung sitzt, dann sei Training im Parcours einmal bis zweimal in der Woche völlig ausreichend.

„Ansonsten gibt es ganz viele Sachen, die man einfach im Alltag macht. Das sind Familienhunde und Wegbegleiter. Man arbeitet an der Ausdauer, indem man ein- bis zweimal in der Woche Fahrrad fährt. Wir machen zuhause immer ein bisschen Physio nebenbei, damit die Muskeln an bestimmten Stellen immer aufgebaut bleiben“, so Katja Kraus, die auch selbst als Trainerin tätig ist. Dort habe sie manchmal Hundebesitzer, die sich im Alltag mit ihren Tieren zunächst nicht so gut verstehen. Durch das Training bessert sich das dann. „Man merkt, wenn man miteinander trainiert, dass man mehr Verständnis füreinander bekommt und man lernt, mit dem Hund über Körpersprache zu kommunizieren“, so Katja Kraus.

Staffelübergabe bei den Familienhunden

Die Familie Kraus wohnt in Maintal, Chiara Kraus startet aber für den Club der Hundefreunde Waldacker. Meist einmal in der Woche wird in Waldacker trainiert. Für die Zwergpudelhündin „Pepper“ war es wohl die letzte große Meisterschaft. „Sie ist jetzt zehn Jahre alt und geht langsam in Rente“, verrät Chiaras Mutter Katja. So steht die Staffelübergabe an, Chiaras Sheltie-Nachwuchshund „Blaze“ ist mittlerweile zwei Jahre alt und schlägt sich schon sehr gut. Er hat es sogar schon in die höchste Leistungsklasse geschafft und wäre bei der WM startberechtigt gewesen. „Das haben wir ihm aber noch nicht zugemutet. Wir haben gesagt, er ist jung und hat noch Zeit“, erzählt Chiara Kraus.

Beim nächsten größeren Ziel, der Deutschen Meisterschaft im kommenden Jahr, wird „Blaze“ aber wohl gemeinsam mit Chiara am Start stehen. Beim Agility-Sport, der für Wendigkeit, Flinkheit und Agilität steht, absolvieren die Hunde einen aus mehreren Hindernissen bestehenden Parcours in einer festgelegten Reihenfolge und innerhalb einer gegebenen Zeit. Der Hundeführer zeigt dem Tier dabei mit Körpersprache und Hörzeichen den Weg, darf aber weder Hindernisse noch Hund anfassen. Agility soll die harmonische Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier fördern.

An den Wochenenden ist Chiara Kraus oft auf Turnieren unterwegs. Da zuletzt vermehrt auch Hallen aufgemacht haben, gibt es mittlerweile auch Indoor-Turniere. Chiara und Katja Kraus favorisieren aber eher die Outdoor-Veranstaltungen, wie zuletzt bei den Herbstturnieren des eigenen Vereins: „Draußen ist es geselliger, das ist immer eine sehr schöne Stimmung.“

(Text: PS)