Neue Nistplattform und Nest für „Eppertshaiser Storch“

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Die neue Storchenplattform. (Foto: OWK Eppertshausen)

Seit 2003 steht der Storchenmast im Biotop „In den Stöcken“ unweit vom Radweg zwischen Eppertshausen und Münster. Anfangs noch belächelt, stellte sich nach geduldigem Warten doch der ersehnte Mieter ein.

Das Wappentier der Gemeinde Eppertshausen, der Weißstorch besetzte 2013 erstmals sein Quartier und zog ununterbrochen über 20 Jungstörche auf. Jedes Frühjahr bauten die Störche auf das angestammte Nest ein neues darauf und so wuchs der Horst im Laufe der Jahre auf eine stattliche Höhe von rund einem Meter. Die Statik und Belastbarkeit störten ihn dabei wenig, genauso wie die verschiedensten Baumaterialien die er dabei mit einbrachte. Lediglich die Naturschutzgruppe beobachteten sein Treiben mit Sorge. Auch die auftretende Schieflage des Nestes gegen Südost wurde besorgt registriert. Die Nistplattform mit Ansitzstange gab langsam unter der Last nach, rasches Handeln war geboten.

Nachdem Meister Adebar mit Gattin und Jungen Ende Juli gegen Süden zogen, begann die Planung zum Umbau der Storchenplattform. Mehrere Varianten standen im Raum. Ein Einsatz mit Kran zu kostspielig, das Höhenklettern zu gefährlich – also blieb nur der Aufbau eines Stahlgerüsts rund um den neun Meter hohen Mast. Vorab mussten dafür die wild wuchernden Brombeerhecken rund um den Mast geschnitten und herausgezogen werden, bevor mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden konnte.

Mit der Dachdeckerfirma Hutter aus Dieburg fand sich ein flexibler und kompetenter Partner, der kurzfristig das Gerüst aufbaute. Das Bauamt mit Bauhof der Gemeinde sicherte mit einer Absperrung die Konstruktion vor ungebetenen Hobbykletterern. Dann ging es an den Rückbau des schätzungsweise 1,5 Tonnen schweren Altbaus.

Mit Spitzhacke wurde er in mühevoller Kleinarbeit zerlegt. Allesmögliche kam alsdann dabei zum Vorschein, Stümpfe, Teppichreste, Gänseeier, Kopfhörerkabel und viel Plastiknetzwerk von Strohballen, das so manchem Jungstorch zum qualvollen Verhängnis wird. Nach rund vier Stunden harter Zerlegarbeit konnte die alte Plattform abgeflext und mit Muskelkraft heruntergelassen werden. Die zwei Jahrzehnte und die statische Belastung hatten dieser heftig zugesetzt.

Die Stahlbaufirma Herbert Kriegsch aus Rödermark baute eine neue, wesentlich stabilere und robustere in wenigen Tagen nach. Stärkere Bohlen als die bisherigen Bretter gaben eine zusätzliche Stabilität. 16 Winkeleisen, auf den Bohlen verschraubt, bilden die Grundform für das neue Nest. Rund 300 frische Weidenstöcke verflocht Norbert Anton zu einem neuen Nest das sich noch auf dem Boden befand.

Ein erster Versuch die neue Plattform händig hochzuhieven, wurde aus Sicherheitsgründen aufgegeben. Auch hier sprang die Firma Hutter mit seinem Lastenkran kurzfristig ein. Am frühen Samstagmorgen schwebte das Nest himmelwärts zu seinem neuen Bestimmungsort. „Storchenvater“ Jürgen Reinecke dokumentierte alles fotographisch und war, nachdem die letzte Schraube festgezogen, stolz und glücklich über die gelungene Aktion. Stroh und Mulch in der Nestmitte wurde noch final eingebracht.

Dank an alle Helfer und auch der Gemeinde Eppertshausen sowie der Sparkassenstiftung, die beide das Projekt finanziell unterstützten. Für die Planung, Vorbereitung und Umsetzung wurden rund 60 Stunden aufgewandt. Bleibt nun zu hoffen, dass sich das Wappentier im Frühjahr an seinem angestammten Platz wieder einfindet.

(Text: PM Odenwaldklub Eppertshausen)